Testbericht

Primare Vor-Endstufenkombi im Test

Mit dieser Verstärker-Kombi von Primare könnte ein Traum wahr werden: Man bekommt High-End-Klang, die Stromrechnung sinkt und einen Player kann man sich auch sparen.

Primare Vor-Endstufen-Kombi

© Archiv, MPS, H. Härle

Primare Vor-Endstufen-Kombi

Vor-Endstufenkombi mit integriertem Streaming-Board

  • Primare Pre 32 (2100 Euro)
  • Primare A34.2 (2100 Euro)
  • Primare MM 30 (1200 Euro)

Die Erfolgsformel, an die sich Primare seit fast 25 Jahren hält, basiert auf drei Faktoren: ausgereifte, hochmoderne Technik, perfekte Verarbeitung, schlafwandlerisch sicheres skandinavisches Design. Da sich an den letzten beiden Punkten schlicht nichts mehr verbessern lässt, hat sich das schwedische Entwicklerteam in den letzten Jahren zunehmend auf Punkt eins eingeschossen - und eine für die überschaubare Unternehmensgröße erstaunliche Kreativität entwickelt.

Aufbau

Die Pre32 und die A34.2 bringen den Geist der Firma zum Vorschein: Auf den ersten Blick bilden sie einfach eine besonders schöne Vor-Endstufenkombi. Aber hinter den coolen, auf schimmernde Präzision gefrästen Fronten warten handfeste Technik-Überraschungen. So bietet die symmetrische Vorstufe höchstwertig bestückte Gain-Module auf eigenen Miniplatinchen für jeden der vier Signalzüge - ein Aufbau, der in Material und Ausführung, genau wie das opulente Netzteil, auch deutlich teureren Preamps gut zu Gesicht stehen würde. Letztere braucht man dann auch, um die völlig neutral, glasklar transparent und griffig dynamisch spielende Vorstufe klanglich in ihre Schranken zu weisen. Ein vergleichbar schönes Display findet sich sowieso sonst nirgends - das gestochen scharfe OLED lässt sich über das umfangreiche Menü in einer beliebigen RGB-Farbe kolorieren.

Netzwerkplayer

Das Display könnte viel mehr, als es hier zeigen darf - auch dann, wenn Überraschung Nummer zwei aktiv wird, die optionale Netzwerkplayer-/DAC-Platine. Titelnamen, Angaben zu Spielzeit und abgespieltem Dateiformat? Leider Fehlanzeige. Da zudem die Fernbedienung keinerlei Macht über den Einbau-Streamer hat, ist zu seiner sinnvollen Nutzung ein iPhone oder ähnliches iSpielzeug notwendig - im preiswertesten Fall ein (gebraucht schon um 100 Euro zu habender) iPod Touch. Dann jedoch, mit der kostenlosen, sauber programmierten Primare-App, funktionierte alles so intuitiv wie schnell, und der knackig-präzise Klang des Einbauplayers ließ selbst zum Vergleich analog angeschlossenen Digital-Koryphäen wie dem Linn Sneaky keinen Platz zum Überholen.

Praxistest

Primare Steckbrief

© Hersteller/Archiv

Bei den Praxiseigenschaften gibt es dagegen noch Herausforderungen für die Entwickler. Besonders die aussetzerfreie Wiedergabe ineinander übergehender Songs ("Gapless") sollte bald nachgerüstet werden: ebenso die Fähigkeit, auch ohne weitere Mitwirkung der Kontroll-App eine einmal begonnene Trackliste zuende zu spielen. Anders als bei den in einer sehr dynamischen Entwicklung befindlichen Netzwerkern ist bei Endstufen das Lastenheft überschaubar: Die Dinger sollen verstärken, sonst nichts. Wobei, und da wird's dann doch wieder schwierig, der Begriff Sauberkeit gleich doppelte Bedeutung erlangt: Klangliche Schmutzeffekte sind heute out, Effizienz und damit Umweltschutz dagegen mega-in. Am besten also, ein Amp zieht kaum mehr Leistung aus dem Stromnetz, als er an die Lautsprecher wieder abgibt, hat also neben der audiophilen auch noch eine grüne Seele. Dieser Devise folgt Primare im A34.2 mit einer Class-D-Endstufe, die die Schweden aber nicht wie sonst üblich zukaufen, sondern sich natürlich selbst ausgedacht haben. Besonders schnelle Schaltvorgänge und eine ausgefuchste adaptive Gegenkopplungs-Strategie sollen in dieser Ultra Fast Power Device (UFPD) hohen Wirkungsgrad mit feinem, natürlichem Klang vermählen - eine Hochzeit, die schon oft eingeläutet, aber nur selten überzeugend vollzogen wurde.

Hörtest

Beim Vergleichs-Hören mit der Naim NAP155XS hatten die Tester zunächst Bedenken, der 34.2 ihren Segen zu geben. Unheimlich kraftvoll spielte sie von der ersten Minute an, dafür aber auch ein wenig fahl im Mittelhochton und weniger lebendig als die britische Endstufe. Nach einigen Dutzend Betriebsstunden schien die Schwedin dann aber aufzutauen - und widerlegte die These, das "Digital"- Amps nicht klingen können, mit nach wie vor enorm druckvollem, nun aber auch glaubhaft feinzeichnendem Spiel. Dass die Naim trotzdem noch etwas farbenfroher und musikalisch verspielter wirkte, konnte die Primare mit ihrer größeren Beherrschung in komplexen, lauten Passagen kompensieren - sie empfiehlt sich als extrem verlässliche, phantastisch aussehende Partnerin für jede Musik.

Fazit

Stapeln ist kein Problem, da die A34.2 im Betrieb praktisch kalt bleibt. Weitere Geräte sind überflüssig, weil eine Top-Quelle bereits in der Pre32 steckt - skandinavisch praktisch.

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