Midi-HiFi-Set

Rega DAC & Brio-R im Test

Die Kombination aus dem D/A-Wandler Rega DAC und dem Vollverstärker Rega Brio-R bietet HiFi zum kleinen Preis. Wir haben das Set im Hörraum getestet.

Rega DAC & Brio-R

© Hersteller/Archiv

Rega DAC & Brio-R

Pro

  • formstabil
  • harmonisch-korrekte Detaildarstellung
  • äußerst musikalisch

Contra

Das Rega-Set DAC und Brio-R ist unangepasst und kämpferisch. Es wendet sich an die nicht so kaufkräftigen Kunden: Der Wandler DAC kostet 800 Euro und der Vollverstärker Brio-R 700 Euro. Die Verarbeitung ist sauber, aber nicht frei von Kompromissen an den Preis. Die Anschluss-Terminals auf den Rückseiten sind in eine Kunststoffplatte eingelassen; wer beim Brio-R zu schwere Lautsprecherkabel ankoppelt, sieht sofort die höhere Zugkraft - der Rücken wölbt sich.

Doch was geht uns der unsichtbare Rücken an, wenn die Kombi einmal fest installiert im Regal arbeitet? Das Augenmerk der Rega-Entwickler ruhte auf wichtigeren Dingen - und wirklich spannenden Eigenwilligkeiten. So wandeln im DAC gleich zwei Wolfson-WM8742 - im Parallelbetrieb - zeitgemäß bis 24 Bit und 192 Kilohertz.

Fünf Filter stehen zur Auswahl

Positiv, aber unzeitgemäß für die Preisklasse: König Kunde kann unter fünf verschiedenen Filtern wählen. Diese sind in zwei Klassen unterteilt: Kleine Sample-Raten werden beispielsweise über Halbbandfilter gerastert, ab 88,2 Kilohertz wendet Rega lieber einen Brickwall-Filter an.

Pro

  • smarter Vollverstärker
  • spielt weit über seiner Preisklasse
  • superbe Phono-Stufe

Contra

Dazu gibt es leichte Eingriffe in die Phase - oder eben ganz linear. Hier hat jemand offenbar hörend praktische Helfer für den digitalen Alltag kombiniert. Als Endkunde schaltet man nicht dauernd hin und her, sondern findet schnell ein Ideal: für die eigenen Ohren, die nachgeschaltete Elektronik, die Boxen und vor allem für den vorgeschalteten Streamer. Letzterer kann natürlich auch ein ganz simpler PC oder Mac mit USB-Ausgang sein. 

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Im Gegenzug spricht sich Rega gegen jede Form des Upsampling aus, das Eingangssignal bleibt unangetastet. Hier will jemand etwas. Auch beim folgenden Weg des Analogsignals: Es wird weitergereicht an einen Parcours überraschend feiner Bauteile - unter anderem an Nichicon Fine-Gold-Elkos. Das ist weit mehr, als der Kunde von dieser Preisklasse erwarten kann.

Rega DAC & Brio-R

© Audio

Wie leistungsstark es unter der Hütte des Brio-Vollverstärkers zugeht, kann man gut fühlen: Die Seitenprofile dienen als Kühlelemente und werden deutlich warm. Rega hat hier eine Class-A-Treiberstufe mit feinen Sanken-Darlington-Endtransistoren kombiniert.

Feinkost für Vinyl-Fans

Überraschungsmomente lauern auch im Brio-R-Vollverstärker. So haben die Briten als mächtige Plattenspieler-Hersteller nicht dem Drang widerstehen können, eine Phono-Abteilung im Gehäuse zu verstauen: prominent auf der "Input 1" Pole Position. Diese ist eher für MM-Systeme ausgelegt, aber auch für etwas leistungsstärkere MC-Abnehmer.

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Doch wo mag die Erdungschraube sein? Auf der Unterseite des Gehäuses, fast versteckt. Eigentlich zwingend logisch - sie wird ja nur für Fremdhersteller gebraucht, die Rega-eigene Arme führen die Erdung über die Cinch-Hülse des linken Kanals.

Es gibt noch eine zweite Suche: Wo mag die Kopfhörerbuchse sein? Sie fehlt tatsächlich: Hier haben die Briten gespart (und verweisen auf den eigenen Rega "Ear"-Amp).

Recht opulent präsentieren sich dagegen die Details der Schaltung. Wir entdecken eine reine Class-A-Treiberstufe, kombiniert mit Darlington-Endtransistoren von Sanken.

Rega DAC & Brio-R

© Audio

Die superbe Phono-Stufe wurde auf "Input 1" und damit auf die Pole Position gelegt. Wer die Erdungsschraube sucht, findet sie auf dem Gehäuseboden. Lebensnah: Es sind Schraubklemmen für die Boxenkabel vorhanden.

Hörtest

Das hört man auch sofort. Wir vergleichen: Wo die Cyrus-Kombi in unserem Hörraum auf Präzision, Druck und "Macht" fixiert war, da legte das Rega-Duo eine charmante Geschmeidigkeit an den Tag. Für Freunde des lebendigen, schubfreudigen Klangs ist es ein echtes Preis-Leistungs-Wunder. Die gesamte Kraft kommt dabei aus den harmonischen Mitten.

Da kann man gut hören, wenn Sting seinen "Moon over Bourbon Street" (von seinem ersten Soloalbum "The Drem of the Blue Turtles") anbetet. Viele Elektronikkomponenten stellen eher das helle Rauschen der Stimme des Police-Sängers heraus, gefolgt von einem Mittenloch und einem kantig marschierenden Bass. Die beiden Regas gehen von der Mitte aus: viel mehr Oberbass-Schwingungen, smooth, mehr Lungenvolumen. Das sind in der Summe mehr musikalische Informationen.

Wer noch mehr davon will, sollte auf Vinyl und die superbe Phono-Stufe umsteigen / umschalten. Das ist Luxus zum "Butterbrot-Preis".

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