Testbericht

Rega RP 6 im Test

Der Plattenspieler Rega RP 6 glänzt nicht nur mit wertigem Lack, sondern auch mit vielen neuen Detaillösungen. Wie sich diese wohl klanglich auswirken?

Plattenspieler Rega RP 6

© Hersteller / Archiv

Plattenspieler Rega RP 6
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EUR 608,40

Pro

  • Ansprechender musikalischer Klang
  • Kein Schnickschnack

Contra

Gut

Oft spiegeln Produkte die Charaktereigenschaften ihrer Entwickler wieder. So auch bei Rega. Wer Chef Roy Gandy kennenlernt, bemerkt schnell, dass dieser Mann klare Vorstellungen hat und nicht zu Übertreibungen neigt. Er übt sich in britischer Zurückhaltung und Understatement. So fielen bei seiner Beschreibung des neuen RP 6 für 1300 Euro nicht etwa Adjektive wie "bahnbrechend" oder gar "revolutionär". Eine eher nüchterne Aussage löste sich von seinen Lippen: "Kleine Verbesserungen haben zu klanglich deutlichen Veränderungen geführt."

Rega RP 6: Funktion

Durchaus, auf den ersten Blick wirkt der RP 6 nur wenig anders als sein kleinerer Bruder RP 3 , denn auch der Neue hat die charakteristischen Verstrebungen zwischen Lager und Tonarm auf Ober- und Unterseite der Grundplatte. Die obere gelochte Strebe glänzt zwar hübsch silbrig, sie ist aber wie die untere aus steifem, dennoch leichtem Phenolharz gefertigt.

Die Grundplatte des RP 6 besteht aus steifer MDF-Platte, ist laminiert und mit sechs Schichten Glanzlack versehen. Im Vergleich zum RP 3, dessen Board nur aus laminiertem Pressspan besteht, hat der 6er also nicht nur ein wertigeres Äußeres, sondern auch eine steifere Konstruktion, die aber nicht deutlich schwerer ist als die des kleineren Bruders. Denn auch beim RP 6 bleibt sich Rega treu und meidet Masse. Diese speichert nach Gandys Credo Energie und verfälscht so die Musikwiedergabe.

Praxis: Raumeinmessung selbst gemacht

Aus diesem Grund wiegt der Teller des 6ers mit 2,1 Kilogramm auch exakt gleich viel wie der des RP 3. Dennoch besitzt der RP-6-Teller mehr Schwungmasse. Dafür hat Gandy zwei Glasscheiben aufeinandergeklebt, wobei die untere einen Ring darstellt. So wird mehr Masse auf die Außenseite des Tellers verlagert, was die Bewegungsenergie beim Drehen deutlich vergrößert. Als zusätzlicher Vorteil lässt sich noch eine bessere Resonanzbedämpfung konstatieren. Auch den Antriebs-Subteller aus Kunststoff hat Rega für den RP 6 überarbeitet. Er hat auf seiner oberen Außenkante zwölf Erhöhungen, die den Kontakt zu der auf ihm liegenden Aluschale herstellen. Diese trägt dann auf sechs Höckern den Teller.

 

Rega RP

© Hersteller / Archiv

Auch beim RP 6 gibt es auf der Oberseite eine gelochte und auf der Unterseite eine massive Verstrebung zwischen Tonarm und Tellerlager.

Den Antrieb übernimmt Rega-typisch ein 24-Volt-Synchronmotor, der von der externen Elektronik TT PSU versorgt wird. Diese liefert quarzgenaue Schwingungen sowohl für 33 1/3 als auch für 45 Umdrehungen in der Minute. Die für den Motor nötige Phasenverschiebung besorgen Kondensatoren und Potentiometer im Innern des RP 6. Anders als ältere Versionen ist die aktuelle TT PSU nun mit kleinen ober- Flächenmontierten Bauteilen (SMD) aufgebaut.

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Identisch mit dem RP 3 ist die Konstruktion des Lagers. Auch hier dreht sich eine gehärtete und polierte Stahlachse in einer Bronze-Büchse auf einer Stahlkugel. Beim RP 6 aber erlauben die Engländer geringere Toleranzen als beim RP 3. Was den Tonarm angeht, setzt Gandy auf den RB 303, der auch den kleinen Bruder ziert.

Rega RP 6: Hörtest

Wie hervorragend der RB 303 mit dem RP 6 harmoniert, zeigte der Hörtest. Um die musikalische Seite des Rega zu entdecken, mussten noch nicht mal die Referenzsysteme aufspielen. Schon mit der MM-Tondose Reson Reca, einem stereoplay Highlight, klang es im Hörraum so prägnant und beeindruckend, dass die Tester begeistert erst mal einige Schallplatten durchhörten, bevor sie sich mit Ernst dem Bewertungs-Prozedere widmeten. In Sophia Hungers "1983" ("1983" / Indigo) genossen sie etwa, dass die Trommelfelle schön gespannt waren, die Becken fein aufgelöst rüberkamen und die Nuancen der Stimme sehr genau nachvollziehbar waren.

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stereoplay führte die Bewertung mit dem Lyra Kleos durch, damit nicht etwa der Abtaster den RP 6 limitiert. Und wirklich - die Steigerung von einem System zum anderen war recht deutlich, wenn auch nicht ganz so groß, wie wenn die Tonabnehmer in den Plattenspieler-Referenzen montiert waren. Keine Chance gegen den RP 6 hatte der Vorgänger P 5. Der 6er gab nicht nur Tutti-Stellen transparenter wieder, er war auch feindynamisch deutlich überlegen. Erst der P 7 konnte den Siegeslauf des RP 6 stoppen - er zauberte noch ein wenig mehr Informationen aus den Rillen. Das ändert nichts daran, dass der RP 6 nun ein strahlendes stereoplay Highlight ist, weil er über seine Preisklasse hinaus den neuen klanglichen Maßstab darstellt.

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