Kompaktlautsprecher

REGA RS1 im Test

Wir haben die Kompaktboxen REGA RS1 im Test: Können die preiswerten Lautsprecher den Traum einer Superbox ein Stück weit erfüllen?

Wir testen Kompaktlautsprecher von REGA.

© Rega

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EUR 600,00

Pro

  • gute Verarbeitung
  • 5 Jahre Garantie
  • gut für kleine Räume

Contra

REGA RS1 im Test: Anglophile HiFiisten, die daheim nur wenig Platz für die Anlage haben, werden garantiert an der Rega RS1 Gefallen finden. Und das nicht nur wegen ihrer kompakten Abmessungen, sondern vor allem wegen der klanglichen Abstimmung. Eines vorweg: Die RS1 möchte möglichst wandnah stehen, und im Idealfall keinen allzu großen Raum beschallen müssen. Ohne bassfördernde Rückwand wäre sie mit ihrem geringen Gehäusevolumen und dem kleinen 12er-Papiermembran-Woofer sehr schlank im Tief-, und Grundton.

5 Kompaktlautsprecher um 500 Euro

Der Hochtöner, hier Rega-typisch unter dem Woofer montiert, nutzt eine Seidenkalotte und wird nicht wie bislang bei Scan-Speak eingekauft, sondern daheim in Essex in Eigenregie hergestellt. Getrennt wird das Treiber-Paar von einer Weichenschaltung, die mit einer Handvoll Bauteile auskommt. Leicht, schnell, geradlinig und verlustarm erscheint die Konstruktion und erinnert damit nicht zufällig an die fabelhaften Plattenspieler der Briten. Die Optik leidet darunter nicht: Saubere Verarbeitung und tadellose Oberflächen - hier im etwas teureren Hochglanz-Schwarz (100 Euro Aufpreis, sonst mit wunderhübschen Kirschfurnier) - lassen die Kleine durchaus teuer aussehen.

In welcher Ausführung auch immer: Am Ende kommt es auf die klanglichen Qualitäten der Box an. Wie eingangs erwähnt, wirkte die Rega freistehend aufgestellt so deplatziert wie Tee in einer Kaffeekanne. Zwar tönte der Bass beim Black-Keys-Song "Sister" durchaus noch passabel im Grundton, doch insgesamt fehlte es wie erwartet schlicht an Druck. Die große und durchaus dramatische Verwandlung geschah in Wandnähe: Die unteren Register zeigten auf einmal mehr Rückgrat, die Mitten beruhigten sich auf ein entspanntes Niveau mit anspringender Lebendigkeit.

RS1 von Rega

Apropos: Die Rega spielte im Hochtonbereich tendenziell wärmer, verzichtete bewusst auf bürokratische Detailanalysen, und verlieh der Musik lieber ein sympathisches Timbre. Shelby Lynnes Stimme bei "Just a Little Lovin'" tönte farbenfroh, beinahe intim und dennoch glasklar. Die Bühnenabbildung geriet zwar nicht sonderlich tief, dafür aber je nach Aufstellungswinkel erstaunlich breit und präzise gestaffelt: links ein Riff der E-Gitarre, rechts ein Akkord vom E-Piano und die Snare schön knackig aus der Mitte.

RS1

© Rega

Gute Chassis, und ein schnörkelloses, ordentliches Gehäuse - beides hausgemacht.

Wenn daheim also Platznot besteht, wird die Monitor-ähnliche Abbildung, das kleine Gehäuse-Volumen und die tonale Abstimmung garantiert für Wohlklang sorgen. In vielen kleineren Räumen stehen zudem nicht nur die Boxen, sondern auch der Hörsessel wandnah - doppelte Bassdröhnung droht. Hier sind die Regas in ihrem Element, weil sie gezielt mit der Raumakustik arbeiten, anstatt gegen sie anzuwummern und nun auf einmal richtig groß, knackig und pegelfest spielen.

Messlabor

Die Frequenzmessung der Rega zeigt einen Abfall im Hoch-, und Tieftonbereich. Eine wandnahe Aufstellung dürfte die fehlende Energie im Bass weitestgehend kompensieren. Die untere Grenzfrequenz beträgt 60Hz bei -6dB (127Hz, -3dB). 10 Grad vertikal leichte Präsenz-Betonung sichtbar. Klirr bei 95dB noch akzeptabel, ab 100dB stärker ausgeprägt - aber gleichmäßig über das Spektrum verteilt. AK= 62.

Jahrelang hörte ich Musik über einen 1210er-Technics, irgendeinen Kenwood-Amp (dankenswerterweise mit Phonoteil) und winzigen Dual-Lautsprechern. So unspektakulär das auch aussehen mag - diese minimalistische Anlage bereitete mir stets Freude. Die Rega RS1 würde, beispielsweise mit einem RP3 und einem Brio, eine superbe, kleine Analog-Kette abgeben, und das ganz große HiFi-Kino in kleine Hörräume und Studi-Buden bringen.

Alexandros Mitropoulos

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