Testbericht

RIM Blackberry Curve 9320 im Test

Auch wenn der Test zeigt, dass RIM beim Blackberry Curve 9320 die Multimedia-Ausstattung zurückgefahren hat. Beim Akku wurde draufgepackt und nur wenige Smartphones bieten so viel für kleines Geld.

  1. RIM Blackberry Curve 9320 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
RIM Blackberry Curve 9320 im Praxistest

© RIM

RIM Blackberry Curve 9320 im Praxistest
EUR 180,00

Pro

  • Touchpad zur Navigation
  • als mobiler Hotspot nutzbar
  • hohe Ausdauer bei GSM

Contra

  • geringe Displayauflösung
  • nur 3-Megapixel-Kamera
  • kein Blitz
61,6%

Dem Modell Curve 9360 sieht der neue Blackberry Curve 9320 zum Verwechseln ähnlich. Erst auf den zweiten Blick fällt das etwas dickere Gehäuse auf und ruft Erinnerungen an den Test seines Bruders wach, der beim Ausdauertest enttäuschte.

Ein Blick unter den Akkudeckel zeigt: Offensichtlich hat der Hersteller Research in Motion versucht, diese für Blackberry ungewöhnliche Scharte beim neuen Modell 9320 auszuwetzen - der Akku ist um gut ein Drittel gewachsen. Doch der Preis von 200 respektive 210 Euro ohne Vertrag bei O2 und Vodafone deutet an, dass RIM an einigen Stellen auch abgespeckt hat. Schließlich kostete der Curve 9360 bei Einführung noch 275 Euro. Das macht neugierig, mit welcher Strategie RIM Kunden für das neue Modell gewinnen will.

Ausstattung: Tasten statt Touchscreen

RIM Blackberry Curve 9320

© RIM

Geblieben ist es bei der kleinen, aber ergonomischen QWERTZ-Tastatur, mit der das Schreiben langer Texte etwas mühsamer ist, als mit einem Bold 9900, aber deutlich einfacher als mit einem reinen Touchscreen. Wer zu diesem Blackberry Curve 9320 hauptsächlich wegen der Messaging-Dienste greift, kommt für vergleichsweise kleines Geld auf seine Kosten.

Auf die Annehmlichkeiten eines Touchscreens verzichtet der Curve 9320, darin gleicht er dem 9360. Doch Blackberry OS, das hier in der Version 7.1 installiert ist, hat noch nie explizit auf den Touchscreen als Teil der Bedienoberfläche gesetzt. Stattdessen ergänzt ein Touchpad zur Navigation die Tastatur - eine Kombination, die nach etwas Eingewöhnungszeit überzeugt.

Blackberry OS 7.1 ermöglicht gegenüber Version 7 unter anderem die Nutzung des Smartphones als mobilen Hotspot, es kann also die eigene Internetverbindung per WLAN an andere Geräte weiterleiten. Außerdem ermöglicht das neue Betriebssystem den Einsatz des in der Hardware integrierten UKW-Radios, in diesen Genuss kommt auch der 9360 nach einem Update.

Darüberhinaus bleibt es natürlich bei den alten Stärken von Blackberry OS, die neben den schon erwähnten, universellen Messaging- Talenten auch das Verwalten persönlicher Informationen, den Datenaustausch mit dem PC und die Steuerung typischer Handyfunktionen einschließen.

Bildergalerie

RIM Blackberry Curve 9320
Galerie
Tastatur-Smartphone

Das Einsteigermodell in die Blackberry-Welt.

Bedienung: Internet macht keinen Spaß

Die Displayauflösung ist beim Blackberry Curve 9320 mit 320 x 240 Pixeln deutlich geringer als beim Zwilling. Für das vergnügliche Webbrowsen ist das zu wenig, ebenso für die Bearbeitung komplizierter Dokumente, obwohl die vorinstallierte Software beides hergibt. Mit 3 Megapixeln unterdurchschnittlich präsentiert sich auch die Auflösung der Kamera. Dabei ist die Bildqualität sowohl mit als auch ohne Blitz durchaus in Ordnung, und die gebotenen 2048 x 1536 Pixel reichen für die Abbildung auf jedem normalen Monitor und TV voll aus.

Mit 800-MHz-Prozessor und 521 MB RAM ist der Curve 9320 adäquat bestückt, die Bedienung geht im Allgemeinen flott von der Hand; nur beim Start aufwendiger Programme sind kurze Pausen einzukalkulieren. Der Kaltstart des Geräts selbst ist extrem zäh. Doch mit dem Ein-Aus-Schalter schickt man den Curve in der Praxis nur in den Tiefschlaf, aus dem er in Sekundenschnelle erwacht.

Labormessungen: Ohne UMTS besser dran

Technisch zeigt sich der 9320 von der Schokoladenseite. Sehr gute Akustik paart sich mit besten Funkeigenschaften und hoher Ausdauer bei GSM. Nur im UMTS-Modus sind die Sende- und Empfangseigenschaften und die Laufzeit nicht ganz so gut.

Da drängt sich angesichts der über Blackberry- Server ohnehin beschleunigten, weil komprimierten Datenübertragung folgender Tipp auf: Wer den Curve nur selten für Internetsessions und Dateidownloads einsetzt, kann ihn auch ausschließlich im 2G-Modus nutzen. Damit kommuniziert man über E-Mail, Twitter und mit Einschränkungen auch über Facebook immer noch bequem, erreicht aber Ausdauerwerte, von denen andere Smartphones noch nicht einmal träumen können. Unter effizienzgetriebenen Businessusern ist diese Beschränkung auf das Wesentliche verbreitet.

Fazit Ein Netzwerker alter Schule

Langweilige Phasen mit Surfen im Internet überbrücken - dafür ist der Curve 9320 nicht der richtige Partner. Doch um mit einem großen Freundes-, Kollegen- oder Kundenkreis dauerhaft in Verbindung zu bleiben, bringt er zum kleinen Preis ziemlich ideale Eigenschaften mit. Hier zeigt er Tugenden, für die schon frühere Blackberrys gerühmt wurden und beweist, dass RIM auch seine Kernzielgruppe noch fest im Blick hat.

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