Stereo-Kombi

Rotel RA-1570 & RCD-1570 im Test

Der RA-1570 und der RCD-1570 stellen den von Rotel betriebenen Aufwand repräsentativ zur Schau. Was die CD-Player-/Verstärker-Kombi sonst zu bieten hat, zeigt der Test.

Rotel RA-1570 & RCD-1570

© Julian Bauer, Archiv

Rotel RA-1570 & RCD-1570

Pro

  • feines Obertonspektrum
  • guter Fokus

Contra

  • Stimmen könnten etwas mehr Substanz besitzen

Ganz exemplarisch zeigen das die soliden, vergoldeten Schraubklemmen, an denen sich Boxen im Bi-Wiring betreiben lassen, zumal Rivale Exposure an diesem Punkt wie Linn oder Naim auf schmucklose, aber in Verbindung mit Bananensteckern optimale Buchsen setzt. Dazu gibt es - für diese Klasse unüblich - sowohl am Rotel CD-Player als auch am Verstärker ein Paar XLR-Anschlüsse für störungsunempfindliche symmetrische Signalübertragung im Stile der Studiotechnik. Dazu kommen imposante, gleichermaßen elegant und zeitlos, vor allem aber eigenständig gestaltete Gehäuse und Frontdisplays - auch für den Vollverstärker - plus eine schicke Fernbedienung statt eines Kommandostabs im schmucklosen Billig-DVD-Player-Look.

Anschlüsse

Pro

  • feine Höhen
  • homogen
  • sehr vielseitig einsetzbar

Contra

  • ungünstige Übersetzung der Lautstärkeregelung

Jenseits solcher Äußerlichkeiten sind die Unterschiede sogar noch größer: Neben den Puristen von Exposure nimmt sich das fürs Computer-Zeitalter perfekt gerüstete Rotel-Gespann aus wie ein iPod neben einem Plattenspieler. Apropos: An den RA-1570 lässt sich beides anschließen. Damit nicht genug: Die frontseitige USB-A-Buchse ist nicht nur für iPhones, iPods oder iPads gedacht. Mit dem beiliegenden USB-Dongle mutiert dieser Anschluss zur Empfangsstation für drahtlose Audio-Übertragungen vom Bluetooth-Handy. Und das war längst nicht alles, womit Rotel Computer-affine User lockt: Auf der Rückseite sitzt eine USB-B-Buchse, mit der sich der RA-1570 zur externen Soundkarte für Mac und PC aufschwingt.

Kaufberatung: Drei Stereo-Kombis im Test

Unser MacBook Pro erkannte den Außenborder ohne Treiber und stellte im Midi-Menü die Samplingraten 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz sowie 16, 24 oder 32 Bit zur Wahl. Letztere Option überraschte uns ein wenig: Der D/AWandler, ein Wolfson WM8740, kann maximal 24 Bit verarbeiten. Er bekommt demnach seinen Zahlensalat vom Digital-Filter in bekömmliche Happen zerkleinert. Durch die asynchrone Auslegung gibt der Wandler dem Rechner den Takt für die herübergereichten Audio-Daten vor, was sich gegenüber 08/15-Lösungen durch einen besseren Klang auszeichnet. Der DAC fertigt nicht nur Computer ab, er steht dank Coaxial- und Lichtleiter-S/PDIF-Eingängen ebenfalls für Digital-Quellen wie Sat-Receiver oder CD-Player bereit.

RCD-1570

© Julian Bauer, Archiv

Ein Ringkerntrafo und ein großzügig dimensioniertes, teilweise durch Blech abgeschirmtes Netzteil zeichnen den RCD-1570 aus.

Ein Dac für alle

Der CD-Player lässt ebenfalls den Wolfson WM8740 für sich arbeiten. Damit die Datenauslese beim lauten Musikhören nicht durch Schwingungen gestört wird, die sich über die Schublade auf das Laufwerk übertragen, setzen die Entwickler ein Slot-Laufwerk ein. Die Designer dürften ob dieser Entscheidung nicht unglücklich gewesen sein, denn der RCD-1570 sieht irre gut aus. Borsten um den Schlitz erleichtern das Einführen der CD und beugen Kratzern vor. Die extra induktionsarmen Schlitzfolien Elektrolytkondensatoren des großzügig dimensionierten Netzteils sollen ebenso einen Anteil am Klangergebnis haben wie der selbst gefertigte Ringkerntrafo. 

RA-1570

© Julian Bauer, Archiv

Im RA-1570 drängen sich die Bauteile von Vor-und Endstufen-Sektion (unten) auf zwei Ebenen. Damit der Ringkerntrafo keine störenden Interferenzen erzeugt, wurde er gekapselt.

Hörtest

Im Hörtest spornte die Slot-Machine den Vollverstärker zu großer Spielfreude an. Feinziselierte, homogene Klänge ganz nach Gusto von Audiophilen mit Hang zu speziell für sie produzierten ätherischen Aufnahmen kamen aus der mächtigen KEF Reference 207/2. Zwar gaben sich weder der CD-Player noch der Vollverstärker der 1570er-Serie so zupackend körperhaft wie ihre Pendants von Exposure. Auch der Bass wirkte speziell beim CD-Player weniger knackig und pointiert. Dafür erzeugten beide Rotels sowohl im Team als auch isoliert betrachtet eine breite, hohe und sehr gut fokussierte Abbildung plus eine filigrane Obertonauflösung.

Download: Steckbrief CD-Player

Download: Steckbrief Verstärker

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