Testbericht

Samsung BD-P 3600

Auf Sparkurs war Samsung wahrlich nicht, als es um die Ausrüstung ihrer neuen Helden ging. Das macht sich schon bei einem Blick auf die Rückseite der Geräte bemerkbar: Neben den gängigen Video- und Audio-Anschlüssen (HDMI, Komponenten, S/PDIF und Toslink) verraten acht weitere Cinch-Ausgänge, dass auch 7.1-Decoder für hochauflösende Tonformate wie Dolby TrueHD und DTS HD Master Audio spendiert wurden

  1. Samsung BD-P 3600
  2. Datenblatt
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© Archiv

Dieses Feature wird besonders interessant, wenn der hauseigene AV-Receiver keinen Mehrkanalton über HDMI unterstützt und somit nicht für die Verarbeitung der HD-Information geeignet ist. Das hochaufgelöste Audiomaterial kann hier alternativ im Zuspieler entschlüsselt und via Cinch-Verbindung an einen Verstärker weitergereicht werden. So können auch Besitzer älterer HiFi-Anlagen in den Genuss feinster HD-Klänge kommen und sich einen neuen Receiver sparen.

Ethernet-Schnittstellen lassen erahnen, das der Samsung nicht bloß Blu-ray-Discs, DVDs und CDs verarbeiten, sondern dank des Blu-ray-Profils 2.0 zwecks Datenzufütterung auch mit dem Internet in Kontakt treten können. Sogar drahtlos über einen beiliegenden Wireless LAN-Adapter, der an einen der beiden USB-Ports angeschlossen wird.

Letztere sorgen übrigens für noch mehr Daten-Input in Form von DivX-Filmen, MP3-Musik und JPEG-Fotos, die per USB-Speicherstick und beim Samsung BD-P 3600 sogar optional über externe USB-Festplatten zum Einsatz kommen. Alles in allem handelt es sich bei diesen vielseitigen Schweizer Messern für's Heimkino eher um kleine Multimedia-Zentralen, als um reine Abspieler für rotierende Scheiben.

Aber eine Sache wurde schließlich doch eingespart: Platz im AV-Regal. Versteckte sich die Elektronik von Blu-ray-Spielern bislang häufig in bulligen Chassis mit hoher Frontplatte, präsentiert sich die neue Generation in flachen, eleganten Gehäusen, die bis unter den Deckel mit den hochwertigen Baugruppen gefüllt sind. Besonders Samsung beweist hierbei Mut zu einem etwas ausgefalleneren Design: Die abgerundete, konisch zulaufende und auf Hochglanz polierte Außenhülle des BD-P 3600 könnte ebenso gut als Requisite für einen Science-Fiction-Film dienen. Einzig die berührungssensitiven Laufwerks-Tasten auf der Oberseite lassen erkennen, dass es sich hierbei wohl um einen AV-Spieler handeln muss.

Wer sich eine brummende Festplatte im Wohnzimmer lieber sparen will, findet sicher an einem weiteren Bonus der Geräte Gefallen. Über die rückwärtigen Ethernet-Buchsen (RJ-45) können nicht nur die raren Zusatzinhalte für Blu-ray-Filme (BD-Live) aus dem Internet heruntergeladen werden. Der BD-P_3600 fungiert zudem als Streaming-Client, indem er Filme, Bilder und Musik aus einem lokalen Computer-Netzwerk abruft. Dabei greift er auf freigegebene Medienbibliotheken von Servern oder Netzwerkfestplatten zu. Diese werden, nachdem die korrekten Eingaben in den Netzwerkeinstellungen getroffen sind, im Menü genau wie externe USB-Medien, als zusätzliches Laufwerk dargestellt. Warum sich das Gerät trotz internem Speicher die Netzwerkeinstellungen nach dem Ausschalten nicht merken kann, bleibt ein Rätsel.

Samsung setzt auf ein puristisches aber stets logisches Menü, in dem sich alle Optionen in ein und dem selben Fenster befinden. Das spart Zeit und vor allem Nerven bei der Konfiguration. Neben gängigen Klang-Optionen wie der Dynamik-Kompression lässt sich an beiden Geräten auch die Größe der Lautsprecher in der Anlage justieren.

HD-taugliche AV-Receiver können von den HDMI-Ausgängen der Blu-ray-Spieler mit Audio-Datenströmen gespeist werden. Im Menü des Samsung gibt es dafür gleich zwei Modi: "Audiophil" und "Neuencodierung". Letzterer gibt den Filmsoundtrack mit allen Zusatzspuren in einer datenreduzierten Version aus. So bleiben Audiokommentare aus dem Bonusmaterial oder Button-Sounds im Menü, die normalerweise nicht im HD-Tonformat vorliegen, komplett erhalten. Dafür geht der Klangvorteil von Dolby TrueHD oder DTS Master Audio verloren.

Nun wollen wir es wissen. Welche Bild- und Tonqualität kann man von einem 400-Euro-Spieler erwarten? Wir schauen uns zunächst die DVD-Wiedergabequalität des Samsung BD-P 3600 an und verwenden hierfür die DVD von Star Wars Episode III - anspruchsvolles Material für Scaler und Deinterlacer.

Der erste Eindruck verschlägt uns die Sprache. Irritiert schauen wir nach, ob wirklich nur eine DVD eingelegt ist. Kein Zweifel: Das hier gebotene Schauspiel gehört zum besten, was DVD-Player vollführen können. Die Konturen sind scharf wie mit einer Rasierklinge gezogen, Farben erscheinen kräftig und hell, die Kontrastabstufung erlaubt eine filigrane Detaildarstellung. Auf den ersten Blick ist der Unterschied zu echtem HD-Material nur schwer auszumachen. Hier leistet die Bildverarbeitung bei der Skalierung des PAL-Bildes auf 1920 mal 1080 Pixel exzellente Arbeit. Leider wurde beim BD-P 3600 ein Möglichkeit zur benutzerdefinierten Bildeinstellung eingespart.

Mit den Spezialeffekten und feinen Details auf der Blu-ray des Steinzeit-Abenteuers "10_000 BC" konnten die Player aber erst ungebremst durchstarten und ihre volle Pracht entfalten. Beide glänzten durch exakte Konturdarstellung und hohe Schärfe. Das Fell der Mammuts wirkte so plastisch, als könne man hineingreifen. Die Ausgabe der nativen Film-Bildfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde (1080p24) ließ sich bewegende Elemente nahezu ruckelfrei dahingleiten.

Auch mit schwierigem Videomaterial in 1080i, das häufig auf Konzert- und Dokumentarfilmen vorliegt, leisteten die Deinterlacer tadellose Arbeit: Die im Zeilensprungverfahren gespeicherten Halbbilder fügten sich sauber zu Vollbildern zusammen. Im Bildtest beeindruckte der Samsung mit etwas brillanteren Farben, der Panasonic entlockte dem hochaufgelösten Material einen Hauch mehr Schärfe und plastische Tiefe.

Perfekt abgerundet wird das Heimkino-Erlebnis aber erst durch die passende Klangkulisse. Bei der Bitstream-Ausgabe von HD-Ton wussten auch in dieser Disziplin beide Kandidaten zu überzeugen. Der Samsung füllte den Raum mit sauberen, sehr fein abgestuften Klangelementen, ohne dabei zu enthaltsam vorzugehen. Etwas direkter und schwungvoller aber stets sehr dynamisch ging der Japaner zu Werke. Deutlicher wurden die Unterschiede unter Verwendung der integrierten Mehrkanal-Decoder. Hier erzeugte der BD-P_3600 ein etwas wärmeres Klangbild. Audiophil verwöhnte Vielhörer werden sicher zu anderen Werkzeugen greifen, um ihre Schätzchen in bestmöglicher Qualität erklingen zu lassen. Aber in ihrem Element - dem Gestalten einer soliden Heimkino-Atmosphäre - leistet der Samsung sehr gute Arbeit.

Samsung BD-P 3600

HerstellerSamsung
Preis400.00 €
Wertung96.0 Punkte
Testverfahren1.0

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