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Samsung Galaxy Tab A 9.7 LTE im Test

Sensationelle Ausdauer, Microsoft-Apps und ein Format, das iPad-Usern bekannt vorkommen dürfte: Das Samsung Galaxy Tab A 9.7 LTE macht im Test vieles richtig und kostet dabei nicht viel.

Samsung Galaxy Tab A9

© Samsung

Samsung Galaxy Tab A9.7

Die Frage nach dem richtigen Tabletformat beschäftigt nicht nur die Anwender, auch die Hersteller probieren immer wieder Neues aus. Samsung zeigte sich hier schon experimentierfreudig und wagte sich mit dem Galaxy Note Pro an unübliche 12 Zoll. Für die einen ist das Teil ein Exot, während andere hoffen, dass Apple mit einem iPad dieser Größe nachzieht.

In Cupertino jedoch kam man über 9,7 Zoll bislang nicht hinaus. Warum auch, schreibt man doch mit diesem Format eine Erfolgsstory, und zwar schon in der fünften Generation. An 9,7 Zoll wiederum hat sich Samsung noch nicht versucht - das Galaxy Tab A 9.7 LTE ändert das.

Das neue Samsung ist erfreulich preiswert

Worüber sich Samsung-Fans freuen dürften: Wie bei den Smartphones A3, A5 und A7, die seit diesem Jahr die Galaxy-Reihe ergänzen, setzt Samsung beim Tablet Galaxy Tab A 9.7 auf eine sinnvolle Ausstattung zu moderatem Preis: Das Testgerät mit LTE gibt's für relativ schmale 349 Euro. Wer auf mobile Daten und übrigens auch auf Telefonie verzichten kann, ist sogar schon mit 299 Euro dabei.

Optisch hat das junge Tablet allerdings mit den A-Klasse-Phones wenig gemein, insbesondere nicht deren dezent edle Optik. Schlicht gehalten ist hier der Kunststoffrücken, der aussieht wie schwarzes Aluminium. Über die bekannten Fixierungspunkte lässt sich das Galaxy Tab A 9.7 in ein passendes Book-Cover kleiden, welches das Tablet schützt und bei Benutzung in den Stand bringt.

Wie von Samsung gewohnt, ist das Galaxy Tab A 9.7 tadellos verarbeitet und gibt keinen Mucks von sich, wenn man es zu verwinden versucht. An der Qualität haben die Koreaner, also trotz des günstigen Preises nicht gespart.

Ohne NFC und MHL

Die Ausstattung fällt der Preisklasse entsprechend aus: Dem mit 1,2 Gigahertz getakteten Systemchip Snapdragon 410 stehen 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite.

Der Speicher fällt mit 16 GB so groß aus wie bei anderen Tablets der Koreaner, netto bleiben einem 11 GB. Per Micro-SD lassen sich bis zu 128 GB hinzugeben. Bei der Kamera verzichtet Samsung auf eine LED, weiterhin auf Infrarot und NFC. Ohne MHL-Port, der bei Samsung üblicherweise den separaten HDMI-Ausgang ersetzt, fehlt allerdings eine Schnittstelle, die bei den Galaxy-Modellen beinahe schon Standard ist. Auch auf die Sprachsteuerung SVoice muss man verzichten.

Dafür profitieren Nutzer von den vielen Vorteilen der Touchwiz-Oberfläche, die Multitasking mit parallel dargestellten Apps demonstriert oder mit Popups, die über dem Bildschirm schweben. Und das Tab A korrespondiert auch mit anderen Geräten im Heimnetz; für die Übernahme der Daten vom alten Tablet ist die Software SmartSwitch Mobile vorinstalliert. Im App-Präsentkorb liegen auch Drittanbieter-Apps wie Zalando oder Kaufda, die sich bei Nichtgefallen deinstallieren lassen. Das gilt nicht für sechs Apps von Microsoft, die man, ähnlich wie die Google-Apps, lediglich deaktivieren, aber nicht herunterwerfen kann. Der Grund für die tiefe Integration liegt in einem Abkommen zwischen Samsung und Microsoft.

Die vollständige Installation von Word, Excel, Powerpoint, OneNote, OneDrive und Skype erfolgt erst mit dem ersten Start, bis dahin belegen die Apps nur wenig Speicher. Die Powerpoint-Installation reduzierte den verfügbaren Speicher auf dem Testgerät um 350 MB, bei Excel waren es 250 MB. Die Microsoft-Apps sind weitgehend ohne Einschränkungen nutzbar; Funktionen, die sich erst in Verbindung mit einem Office-360-Abo freischalten lassen, betreffen hauptsächlich Word (etwa Seitenumbrüche einfügen) und Powerpoint (zum Beispiel Freihandanmerkungen aus Bildschirmpräsentationen speichern).

Hancom Suite kostenlos

Wer die Microsoft-Apps nicht benutzen möchte oder sich auf anderen Samsung-Tablets schon mit der Hancom Office Suite angefreundet hat, findet diese nach wie vor zum kostenlosen Download im Galaxy App Store.

Doch egal welche - Apps für die Dokumentenbearbeitung gehören heute zum Tablet dazu. Der Trend zu 2-in-1-Kombigeräten mit Tastatur bei Windows-Tablets hat bei anderen Betriebssystemen noch nicht Fuß gefasst. Trotz eines Überangebots an Zusatztastaturen tippen viele Menschen auf iPads und Androiden auf der integrierten virtuellen Tastatur. Und warum auch nicht, wenn sich diese gut handhaben lässt.

Apple spendiert seinen virtuellen Tasten zu diesem Zweck die volle Tastenhöhe eines Standard-Apple-Keyboards. Samsung setzt auf haptisches Feedback, das auch beim Tab A 9.7 nicht fehlt, eine jederzeit sichtbare Ziffernreihe sowie virtuelle Pfeiltasten. Mit denen lässt sich der Cursor auf dem Tablet einfacher positionieren, wenn irgendwo noch ein Wort eingefügt oder korrigiert werden muss, was dank automatischer Worterkennung und -korrektur allerdings immer seltener der Fall ist.

Ein großer Bildschirm, aber nur wenig Pixel

Im connect-Test wird die schwierigere Handhabung größerer Tablets durch die Vorzüge des großen Displays aufgewogen.

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© Archiv

Im Querformat ist genügend Platz für Pfeiltasten und die stetig sichtbare Ziffernzeile (links). Im Hochformat kann man die Tastatur teilen und alle Tasten mit den Daumen erreichen (rechts).

Das gilt insbesondere für die Arbeit mit der virtuellen Tastatur, für die in diesem Fall auch das Seitenverhältnis von 4:3 vorteilhaft ist. Ausgerechnet beim Display lässt das neue Samsung-Tablet dann aber noch einmal Federn: Anders als hochauflösende AMOLED-Displays, wie Samsung sie sonst verbaut, löst der nachgiebige TFT-Screen des Galaxy Tab A 9.7 nur mit 1024 x 768 Pixeln auf, aus denen bei dieser Größe magere 132 dpi resultieren.

Wer jetzt nach dem Abwägen der Vorzüge des günstigen Galaxy Tab A 9.7 und den Abstrichen, die man bei dem Gerät gegenüber teureren Tablets machen muss, hin- und hergerissen ist, dem sei am Ende noch eine sehr gute Nachricht mitgegeben: In das gerade einmal 8 Millimeter dünne Gehäuse seines neuen Tablets packt Samsung einen extrem starken 6000-Milliampere-Akku, der es im connect-Ausdauertest auf umwerfende 13 Stunden brachte. Da kann man nur "Chapeau" sagen.

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