Testbericht

Samsung Omnia II im Test

In Sachen Betriebssysteme hat Samsung derzeit die breiteste Auswahl zu bieten: Neben den hauseigenen Varianten finden sich im Produktportfolio auch Modelle, die mit Android, Linux, Symbian und Windows Mobile laufen; ergänzt wird das Ganze in Kürze durch das neue Eigengewächs Bada. Doch zunächst schickt Samsung mit dem Samsung Omnia II I8000 sein jüngstes Windows-Mobile-Baby ins Rennen um die Smartphone-Krone.

Samsung Omnia II

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Samsung Omnia II

Touchwiz 2.0 bändigt Windows Mobile

Das Topmodell der Omnia-Serie geht ohne Vertrag für satte 649 Euro über die Ladentheke und hat das brandneue Windows Mobile 6.5 Professional an Bord. Auch in der neuesten Version wird der mobile Microsoft-Ableger aufgrund seiner Komplexität bei den einen Nutzern beliebt sein, bei den anderen eher gefürchtet.

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© Foto: Hersteller

Um die Funktionsvielfalt einfacher bedienbar zu machen, verpasste Samsung dem Samsung Omnia II eine eigene Benutzeroberfläche - ähnlich wie es auch HTC und LG bei einigen Modellen anstellen. So arbeitet das Samsung Omnia II mit der Touchwiz-2.0-Oberfläche, die ihm einen ganz eigenen Look verpasst.Auf die oftmals triste Windows-Mobile-Optik stößt der Nutzer fast nie, lediglich in einigen Untermenüs und bei zusätzlich installierten Programmen kommt die Microsoft-Vorlage ans Licht.

Der Standby-Screen des UMTS-Modells bietet drei Ebenen, die vom Nutzer mit zahlreichen Widgets bestückt werden können. So sind oft genutzte Funktionen schnell mit einem Fingerwisch und ohne den Umweg über das Hauptmenü zu erreichen. Apropos Hauptmenü: Hier hat man die Wahl, ob nach einer Berührung des "Start"-Symbols auf dem Display das originale Windows- oder das Samsung-Menü aufpoppen soll. connect empfiehlt die wesentlich übersichtlichere, auf mehreren Ebenen verteilte und zudem frei konfigurierbare Samsung-Variante, denn Individualität ist auch hier Trumpf.

Eine weitere Besonderheit von Touchwiz 2.0 ist, dass sich das Samsung Omnia II dank der üppig dimensionierten Icons komplett per Finger bedienen lässt; der mitgelieferte Stylus, der beim kleinteiligen Windows Mobile sonst Usus ist, kann in der Verpackung bleiben - sofern man nicht zahlreiche Zusatzprogramme aufspielen will, die in der Windows-Umgebung laufen.

Samsung Omnia II Hauptmenü

© Foto: Hersteller

Das Hauptmenü bietet serienmässig vier Ebenen.

Einen großen Anteil an dieser Fingerfertigkeit hat natürlich der riesige, 3,7 Zoll große OLED-Touchscreen: Das resistive Display löst mit 480 x 800 Pixeln hoch auf und reagiert beim Bedienen fast so komfortabel wie die besten kapazitiven Anzeigen vom Schlage eines iPhones. Bei der Darstellungsqualität macht Samsung ohnehin niemandem etwas vor: Ob Fotos, Menüs oder Webseiten - das Samsung Omnia II bringt alles atemberaubend scharf und kontraststark zur Ansicht.

Das Samsung Omnia II steht aber nicht nur in puncto Display bestens im Futter, auch die über 7 GB freier Speicher und der flotte Prozessor sind eine Ansage. Letzterer taktet mit 800 MHz, was die flüssige Bedienung weitgehend sicherstellt; nur selten genehmigt sich das Samsung eine oder auch mehrere Gedenksekunden beim Öffnen von Anwendungen. Komplett frei von diesem Windows-Mobile-Leiden ist jedoch auch das Samsung Omnia II nicht.

Multimedia- und Business-Features en masse

Wie es sich für ein Windows-Mobile-Smartphone gehört, bringt das Samsung sämtliche Microsoft-Businessfunktionen mit. So beherrscht das gut verarbeitete und wertige Smartphone nicht nur den Umgang mit Office-Dokumenten aus dem Effeff und lässt sich per ActiveSync äußerst bequem mit dem PC synchronisieren, sondern versteht sich auch auf Multitasking, kann also mehrere Programme gleichzeitig ausführen. Die Übersicht der offenen Applikationen lässt sich über einen langen Druck auf den zentralen Hardkey unterhalb des Displays aufrufen.

Samsung Omnia II Kalender

© Hersteller

Die Kalenderansicht ist weniger trist als die originale Windows-Optik.

Auch die Verwaltung von Terminen, Kontakten und mehreren E-Mail-Konten inklusive fein einstellbarer Push-Funktion klappt anstandslos. Für den Webzugang steht neben dem Internet Explorer von Haus aus der Opera-Mini-Browser zur Wahl, der schneller und einfacher zu bedienen ist. HSDPA, HSUPA, EDGE und WLAN sorgen je nach Netzversorgung für die jeweils optimale Datentransferrate. Und mit der 6.5er Version hat nun auch Windows Mobile seinen eigenen Softwareshop: Im Menü findet sich ein direkter Link zum Marketplace, über den sich das Samsung mit weiteren Programmen befüllen lässt.

Das Samsung ist aber nicht nur ein leistungsfähiges Arbeitstier, sondern auch ein exzellenter Unterhalter: Das Display setzt Videos und Fotos brillant in Szene, der Musicplayer lässt sich einfach bedienen und setzt mit der Coverflow-Darstellung im Querformat Akzente. Das beiliegende In-Ear-Headset zeigt sich bassstark, lässt sich dank 3,5-mm-Klinkenbuchse aber auch gegen einen anderen Lauscher tauschen. Ein nettes Gimmick ist das Musikerkennungsprogramm Midomi, das angeblich nicht nur Songs aus der Konserve identifiziert, sondern auch Selbstgesungenes.

Samsung Omnia II Kamera

© Foto: Hersteller

Die Kamera des Samsung Omnia II schießt ordentliche Fotos.

Die 5-Megapixel-Kamera ist mit Autofokus, Bildstabilisator sowie zwei Fotolichten ausgestattet und liefert eine ordentliche Bildqualität. Visuelle und akustische Fähigkeiten vereint das Samsung Omnia II in der Funktion "Digitale Rahmen": Hier zeigt das Smartphone Zeit, Datum und anstehende Termine im Querformat an, während im Hintergrund eine Diashow mit Musik abläuft. Jetzt muss Samsung nur noch einen passenden Desktop-Stand ins Zubehörprogramm aufnehmen, damit sich das Samsung Omnia II blickgünstig auf dem Tisch platzieren lässt.

Überragende Ausdauer

So weit, so gut. Bleibt die bange Frage, ob das riesige Display den Akku nicht im Handumdrehen leersaugt. Doch solche Bedenken konnten die Messergebnisse schnell widerlegen: Die theoretische Standby-Zeit fällt mit bis zu 23 Tagen ausgesprochen üppig aus, und auch die typische Ausdauer von knapp sieben Stunden attestiert dem Samsung wahre Steherqualitäten. Auch die gemessene reine Gesprächszeit kann sich sehen lassen: Im GSM-Einsatz hält das Samsung Omnia II etwa zehn Stunden, im UMTS-Betrieb sehr beachtliche 4:37 Stunden durch. Bei der Sende- und Empfangsqualität sowie der Akustik leistete es sich ebenfalls keine Schnitzer - so sehen wir das gerne.

Fazit: Die neue Nummer eins

Mit dieser rundum gelungenen Vorstellung holt sich das Samsung Omnia II die Pole Position in der Smartphone-Bestenliste. Samsung zeigt eindrucksvoll, wie man dem von vielen als zu kleinteilig und ausufernd kritisierten Windows Mobile ein attraktives Gesicht verpasst. Das grandiose Display, die durch die Bank guten Messwerte und die enorme Flut an Möglichkeiten tun ihr Übriges.

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