Testbericht

Samsung Wave 723 im Test

Samsung bringt mit dem Wave 723 ein vorbildlich verarbeitetes Mittelklasse-Smartphone in einem schicken Metallgehäuse an den Start.

  1. Samsung Wave 723 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Samsung Wave 723

© Samsung

Samsung Wave 723

Das Wave 723 ist das vierte Smartphone mit der Samsung-eigenen Plattform Bada. Dabei bleibt Samsung auch beim Wave 723 seinem Credo in Sachen Materialverarbeitung treu: Das Metallgehäuse verleiht dem Smartphone einen edlen Look und ist keineswegs so anfällig für Fingerabdrücke, wie man vielleicht vermuten würde.

Zwischen den Übergängen der einzelnen Gehäuseteile zeigen sich weder störende Kanten, noch eröffnen sich Freiräume oder sind gar klappernde Teile zu bemängeln. Jede Schraube ist sauber versenkt, jede Erhebung fügt sich wunderbar in die für sie vorgese hene Einkerbung.

Samsung Wave 723

© Samsung

Optischer Bruch an der Front

Nicht so richtig ins Bild passen da die drei Hardkeys an der Vorderseite. Zwar bieten diese Tasten einen knackigen Druckpunkt, doch knarzen die Kunststoffdrücker beim Bedienen hörbar. Das mag grundsätzlich nicht wirklich problematisch sein, raubt dem insgesamt sehr hochwertigen Mantel jedoch einen Teil seiner Eleganz

Verschmerzbar, schließlich erfolgen die meisten Eingabebefehle über den kapazitiven, also auf Fingerberührung reagierenden Touchscreen. Dieser liegt mit seiner 3,2-Zoll-Diagonale ein wenig unter dem gängigen Smartphone- Durchschnitt und muss auch mit einer nicht allzu hohen Auflösung von 240 x 400 Pixeln auskommen.

Dass Samsung hierbei auf TFT- statt auf die neuere AMOLED-Technologie setzt, liegt angesichts des relativ niedrigen Gerätepreises auf der Hand. Dennoch reagiert der Bildschirm ausgesprochen zuverlässig: Er erkennt Eingaben auf Anhieb, die Steuerung klappt erstaunlich gut - und auch die dargestellten Farben kommen jederzeit schön satt und kontrastreich zur Geltung.

Übersicht mit Grenzen

Erst bei Ausflügen ins Internet stößt der Screen an seine natürlichen Grenzen. Zwar lassen sich Webseiten von geübten Fingern mit Multitouch- und Doppeltipp- Gesten in einer Scroll-Orgie recht flott durchstöbern, doch sehr übersichtlich ist das nicht. Es macht auf Dauer auch keinen Spaß. Was trotz der eher knapp bemessenen Platzverhältnisse gut gelungen ist, ist die virtuell einblendbare Qwertz-Tastatur.

Samsung Wave 723

© Samsung

Am besten klappt die Bedienung, wenn das Wave 723 im Querformat gehalten und mit beiden Daumen beackert wird. Selbst bei schnelleren Eingaben ist die Trefferquote hoch; allein dass Punkt und Komma nur über die Sonderzeichentabelle erreichbar sind, bremst den Schreibfluss.

Als Schnittstelle zwischen Betriebssystem und Anwender kommt Samsungs bewährte Benutzeroberfläche Touchwiz 3.0 zum Einsatz. Auf maximal zehn Startbildschirmansichten können nach Belieben verschiedene Widgets - etwa für das E-Mail-Postfach, die Google- Dienste oder den Handykalender - platziert werden.

Ready fürs Web 2.0

Mit einem Fingerwisch lässt sich aus dem oberen Bildschirmbereich die Statusleiste nach unten klappen, die den Nutzer über verpasste Anrufe oder Nachrichten informiert und gleichzeitig Softkeys für den im Hintergrund laufenden Musicplayer und die Connectivity-Einstellungen freilegt. Im mehrteiligen Hauptmenü findet sich unter anderem eine Direktverknüpfung zum Online-Shop für Zusatzsoftware, wo sich mehrere Hundert Apps für das individuelle Softtuning finden.

Leider kann das Wave 723 nicht aus dem vollen App-Angebot schöpfen, da die Displayauflösung für manche Angebote einfach zu niedrig ist. Gut aufgestellt ist das Bada- Phone für das Massenphänomen Social Networking. Mit vorinstallierten Clients für Facebook und Twitter sind die beiden wichtigsten Netzwerke am Start und können zusammen mit dem E-Mail- und SMS-Eingang in einer gemeinsamen Anwendung dargestellt werden, dem Social Hub. Für Chat-Freunde hat das 723 die beiden Instant-Messenger von Parlingo und Yahoo an Bord. Abgerundet wird die Software-Ausstattung mit soliden Organizer-Funktionen.

Runder Laborauftritt

Hardwareseitig ist mit WLAN, HSDPA und GPS der Standard erfüllt, nur HSUPA - etwa für das schnelle Hochladen von Bildern in soziale Netzwerke - fehlt. Um Bilder oder Videos aufzunehmen, steht eine 5-Megapixel-Kamera samt kleiner Foto-LED als Blitzersatz zur Verfügung.

Samsung Wave 723

© connect

Auch die technischen Parameter können sich sehen lassen: Die Laboringenieure unserer TESTfactory bescheinigen dem Akku eine Laufzeit von mehr als sieben Stunden im typischen Nutzungsmix aus Mailen, Surfen, Musikhören und Telefonieren - das ist für Smartphones überdurchschnittlich gut. Das Energiemanagement ist übrigens generell eine Stärke von Samsung, nicht nur bei den Wave-Geräten.

Die Sende- und Empfangsqualitäten sowohl in den GMS- als auch in den UMTS-Netzen bewegen sich auf ordentlichem Niveau, nur die Akustikmessungen fallen im Vergleich zur Konkurrenz und unter Laborbedingungen ein bisschen schwächer aus.

Unterm Strich ist das Samsung Wave 723 ein ordentliches Mittelklasse-Smartphone, das Samsungs Betriebssystem Bada den Weg in den Massenmarkt ebnen könnte. Wer nicht allzu viel Geld für ein vielseitig talentiertes Smartphone ausgeben möchte, kann das 723 in die engere Auswahl nehmen.

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