Größte microSD-Karte der Welt von SanDisk

Sandisk micro-SD XC 200GB im Test

Die größte erhältliche Micro-SD-Speicherkarte stammt von SanDisk und fasst stolze 200 GB. Wie gut kommen aktuelle Smartphones mit dem opulenten Platzangebot der micro-SD XC 200GB zurecht?

SanDisk Ultra micro-SD XC 200GB

© SanDisk

SanDisk Ultra micro-SD XC 200GB

Auf dem Mobile World Congress im Frühjahr 2015 kündigte Sandisk die erste Micro-SD-Karte mit einer Kapazität von 200 GB an. Seit einigen Wochen ist sie nun im Handel. Der Hersteller folgt damit der Faustregel, dass sich die Anzahl von Transistoren pro Fläche bei Computerchips etwa alle 12 bis 18 Monate verdoppelt, auch als „Moore’s Law“ bekannt: Ende 2012 gab’s die erste 64-GB-Karte, Mitte 2014 folgten 128 GB. Dass Sandisk statt der erwarteten 256 GB jetzt „nur“ 200 GB anbietet, zeigt allerdings, dass es auf den Chips langsam wirklich eng wird. Man darf gespannt sein, ob und wann der nächste Kapazitätssprung folgt.

Jedenfalls ist die neue Karte heute ein echtes Luxusprodukt: Ihre Preisempfehlung liegt bei 279 Euro, Onlinehändler wie Amazon bieten sie bereits ab 130 Euro an.

Kapazität geht vor Geschwindigkeit

Zudem ist die 200-GB-Version kein Geschwindigkeitswunder. Offiziell ist sie für „bis zu 90 MB/s“ ausgewiesen. Mit einem Highspeed- Kartenadapter am PC erreichten wir 43 MB/s beim Schreiben und 67 MB/s beim Lesen. Die mittlerweile schon für rund 70 Euro erhältlichen 128-GB-Karten sind etwas fixer (rund 50/80 MB/s). Der Fokus der 200-GB-Variante liegt also eher auf Kapazität als auf Geschwindigkeit. Umso mehr waren wir gespannt, wie gut aktuelle Smartphones mit Micro-SD-Slot die neue Maximalgröße unterstützen. Manche Hersteller zeigten sich skeptisch – sie vertrauten nur ihren Datenblättern, laut denen die meisten Geräte höchstens 128 GB vertragen.

Tatsächlich konnten sich jedoch alle untersuchten Smartphones mit der 200-GB-Karte anfreunden – wenngleich ein Thema zu beachten ist, das connect-Leser schon von den Vorgängern 64 und 128 GB kennen: die Formatierung.

FAT32 Format Screenshot

© Weka/ Archiv

Tools wie „FAT32 Format“ zwingen die 200-GB-Karte außerhalb der Spezifikationen ins ältere Dateisystem FAT32. Stellen Sie die Sektorgröße („Allocation unit size“) auf 4096. Zudem muss die zu erzeugende Partition eine „Primary Partition“ sein, keine „Logical Partition“.

Frisch aus der Packung kommt die 200-GB-Karte im Dateisystem „exFAT“ (Extended File Allocation Table). Diese Formatvariante ist laut SDXC-Spezifikation für Karten ab 64 GB vorgesehen. Wie Sie der Tabelle unten entnehmen können, kommen damit auch die meisten aktuellen Mobiltelefone zurecht. Ausnahmen: Blackberrys Passport, Moto G und X Play von Motorola und das ZTE Blade V6 mit der zum Testzeitpunkt jeweils aktuellsten Systemsoftware.

Doch mit einem Trick lässt sich der 200-GBBrummer auch in ihnen nutzen: Die Karte muss außerhalb der offiziellen Spezifikation im älteren Dateisystem „FAT32“ formatiert werden.

FAT32 nur verwenden, wenn unbedingt nötig

Die Bordmittel von Windows 7 bis 10 verweigern sich diesem Kunststück zwar. Es gelingt aber mit einem der Tools „FAT32 Format“ oder „Mini Tool Partition Wizard“, die sich beide kostenlos im Internet finden. Achten Sie auf den einschlägigen Download-Portalen aber da- ANPASSUNGSFÄHIG Tools wie „FAT32 Format“ zwingen die 200-GB-Karte außerhalb der Spezifikationen ins ältere Dateisystem FAT32. Stellen Sie die Sektorgröße („Allocation unit size“) auf 4096. Zudem muss die zu erzeugende Partition eine „Primary Partition“ sein, keine „Logical Partition“. rauf, sich Ihren Rechner nicht mit unnötigen Software-Beigaben zuzumüllen. Die erforderlichen Einstellungen für die Formatierungstools finden Sie oben. Mac-Nutzer können ab Mac OS X 10.4 auch das systemeigene „Festplattendienstprogramm“ verwenden.

Ein Nachteil von FAT32 ist allerdings, dass es nur Dateien bis maximal 4 GB unterstützt, während exFAT in der Theorie Dateigrößen bis 512 Terabyte erlaubt. Ohne Not sollten Sie deshalb lieber beim moderneren exFAT bleiben – zumal sich im Test das HTC One M9 und das Lumia 640 an der nicht spezifikationsgemäß eingerichteten FAT32- Karte gelegentlich verschluckten, während sie mit der exFATVariante problemlos zurechtkamen.

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