Laufwerk-Wandler-Kombi

Shanling M3.1 & H1.1 im Test

Die Bedienung des Streaming-Players M3.1 von Shanling ist zum Teil gewöhnungsbedürftig. Doch wie klingt der Streamer im Zusammenspiel mit dem D/A-Wandler H1.1? Wir haben getestet.

Shanling M3.1 / H1.1

© J. Bauer, MPS

Shanling M3.1 / H1.1

Pro

  • knackig-dynamischer, weiträumiger Klang
  • sehr sauber

Contra

  • Navigation in langen Listen könnte noch komfortabler werden

Shanling hatte unter eigenem Namen zuletzt mit kühn designten, röhrenbestückten CD-Playern auf sich aufmerksam gemacht. Dann wurde es um die Marke zumindest auf dem deutschen Markt etwas ruhiger. Was nicht heißt, dass sich die Chinesischen Entwickler und Fertigungsarbeiter auf die faule Haut gelegt hätten - als OEM-Werkbank dient das Unternehmen so manchem hoch elitären High-End-Label, dessen genaue Identität freilich unter dem Siegel der Diskretion bleibt. Auch nach der Kombi aus Streaming-Laufwerk M3.1 und D/A-Wandler H1.1 würde sich mancher Mitbewerber die Finger lecken, aber diese Komponenten gibt's zunächst mal nur als Originale, auf denen stolz das Schanling-S prangt. 

Shanling H1.1: D/A-Wandler

Eindrucksvoll ist an den beiden Komponenten schon mal das Verhältnis aus Preis und rein mechanischem Gegenwert: Wandler wie Laufwerk stecken in dicken, sauber geschnittenen Aluprofilen und liebevolle Detaillösungen wie den perfekt spielfrei und präzise gelagerten Lautstärkeknopf des H1.1 vermisst man mitunter auch bei drastisch teureren Geräten. Schade eigentlich, dass das darüber bewegte, gekapselte ALPS-Poti nur auf den Kopfhörerausgang wirkt, die Line-Ausgänge - erhältlich in Cinch- und symmetrischem XLR-Format - also nur Festpegel ausgeben.

Wandlerseitig geben sich die Chinesen mit einem Burr-Brown PCM1795 betont modern, als Ausgangsstufe stehen OPA2134 des gleichen Herstellers bereit - auch nicht die schlechteste Wahl. Eingangsseitig fehlt der AES/EBU-Eingang, was als bestmögliche Verbindung zum Laufwerk nur Koax übrig lässt - nicht ganz konsequent, da am M3.1 der AES-Ausgang vorhanden ist. Computer nehmen dagegen ohnehin über USB mit dem H1.1 Kontakt auf, der im jitterarmen Asynchron-Betrieb Auflösungen bis 192kHz/24bit schluckt.

Bildergalerie

Shanling M3.1 / H1.1
Galerie

Harte Schale, reicher Kern: Unter der Aluhülle sitzt eine sauber gelayoutete, gut bestückte Schaltung, die messtechnisch wie klanglich nichts…

Shanling M3.1: Streaming-Player

Der M3.1 basiert auf dem Stream700-Modul des österreichischen Herstellers Stream Unlimited, das momentan an allen Ecken der HiFi-Welt auftaucht. Pro-Ject, Atoll, Audio Research, Musical Fidelity - fast jeder, dem die Programmierung eines eigenen Netzwerkteils zu umständlich ist, greift bei den Wienern zu. Und damit auch nicht daneben, denn das auf BridgeCo-Chips basierende Stream-Board funktioniert tadellos, versteht HD-Dateien der 192/24-Königsklasse, gibt ineinander übergehende Songs korrekt unterbrechungsfrei wieder und widmet sich neben Netzwerk-Musikservern auch direkt angesteckten USB-Sticks und -Festplatten geschmeidig und hakelfrei.

Ein Wunsch bleibt beim Shanling aber ebenso offen wie bei vielen anderen Stream700-Playern: Stöbert man via Frontdisplay in größeren Sammlungen, fehlt die Möglichkeit, in langen Listen per Buchstabentaste an die gewünschte Stelle zu springen. Wer einen Server mit beispielsweise 2.000 Alben vor sich hat und nun etwa nach der neuen Soundgarden sucht, massiert minutenlang die Abwärtspfeil-Taste in die Fernbedienung - und fragt sich, wozu die Chinesen dann die vollwertige SMS-Tastatur auf dem Infrarot-Geber vorgesehen haben. Für die Internetradio-Sendersuche, lautet die vorläufige Antwort, und es bleibt die Hoffnung auf ein Software-Update, das die Tasten auch für die Server-Auswahl nutzbar macht - wie es zum Beispiel der Atoll ST200 vorexerziert.

Hörtest

Klanglich konnte der edle Franzose dem Kollegen aus Shenzhen dagegen nichts vormachen. Im Grundcharakter gar nicht unähnlich, nämlich kräftig, breitbandig und mit anmachender Lebendigkeit, zeigte die Kombi weder vor dem Atoll noch vor dem Hörraum-Stammgast Linn Sneaky DS den geringsten Respekt. Um sich richtig deutlich von den integrierten Kollegen abzusetzen, hätte die Streamer-Wandler-Kombi lediglich noch etwas mehr Ruhe und Ordnung ins Klangbild bringen müssen - hier behielt der Linn trotz deutlich weniger spektakulärem Auftritt immer noch die Oberhand. Die Ruhe kam dann ins Spiel, wenn ein Mac mit Player-Programm Decibel als Datenquelle diente. Doch auch, wenn man M3.1 und H1.1 als zweiteiligen Netzwerkplayer mit zusätzlichen Digitaleingängen betrachtet, sind die Komponenten ihren Preis mehr als wert.

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