Testbericht

Sonics Argenta Aktiv

Die neue Argenta ist die perfekte Box für Nahfeld- und Leisehörer.

  1. Sonics Argenta Aktiv
  2. Datenblatt
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Was Aktiv heißt, muss nicht immer vollaktiv sein; bei der Argenta Aktiv handelt es sich streng genommen um eine passive Box mit eingebautem Bi-Amping-Verstärker. Wobei "eingebaut" hier die falsche Bezeichnung ist, die Zweikanal-Endstufe der deutschen High-End-Schmiede Lehmann Audio sitzt eher huckepack auf der Boxenrückseite, mittels Gummidämpfern und Schrauben von der Wand entkoppelt.

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© H.Härle

Digital vom Feinsten: Die Stereo-Verstärkereinheit von Lehmann Audio läuft im Bi-Amping-Betrieb

Lediglich je 20 Watt treiben Tiefmitteltöner und Hochtöner - was laut Entwickler Gerhardt völlig ausreicht angesichts des guten Wirkungsgrades der Chassis, die ansonsten mit der klassischen Passivversion identisch sind. Da die Seidenkalotte, die bei 2,3 Kilohertz eingeblendet wird, pro Watt noch mehr Schalldruck mobilisiert als die mit Speziallack handbeschichtete Papiermembran des 17-Zentimeter-Konus, wird der für sie zuständige Endstufen-Kanal kurzerhand um etwa 5 dB abgesenkt. Lohn der Mühen ist ein brettgerader Frequenzgang - bei aktiven Boxenkonzepten wie beim Bi-Amping lassen sich solche Pegeldifferenzen, die bei passiven Konstruktionen umfangreiche Filternetzwerke benötigen würden, besonders leicht und genau kalibrieren.

Das mit verklebten Keramikplatten bedämpfte Gehäuse stammt ohne Änderungen von der passiven Argenta, allerdings darf die Box im Gegensatz zur Urversion ihre Treiberbestückung hinter einer speziell geformten Frontplatte verbergen. Die matt lackierten Furniere fangen die kantige Formgebung geschickt auf - die edle Anmutung der glänzenden Quad erreichen sie indes nicht. 

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© H.Härle

Nicht vollaktiv: Die eigentliche Trennung übernimmt eine Passivweiche, für Hoch- und Tieftöner separat.

Alleskönner?

Etwas komisch kamen sich die versammelten Redakteure im Hörtest vor: Argenta gegen Argenta hieß das Duell, bei dem die beiden Kandidaten von vorne nicht zu unterscheiden waren. Klanglich ging das mit dem "Agnus Dei" aus Mozarts Requiem (Davis, LSO) dafür umso schneller. Tonal orientierte sich die neue, selbstverstärkende Sonics eher an dem etwas sanfteren Sondermodell Edition (AUDIO 6/07). Mit der Bi-Amping-Technik ist es Sonics gelungen, die monitorhafte Genauigkeit des klassischen Modells (AUDIO 2/06) mit einer etwas angenehmeren und damit eher ermüdungsarmen Tonalität zu verbinden. Doch nicht nur das: Auch die Positionierung der einzelnen Musiker des London Symphony Orchestra und des Chores schien an Akkuratesse zugenommen zu haben, als hätte ein Hörer mit leichter akustischer "Kurzsichtigkeit" im Konzert seine Brille wieder aufgesetzt.

Der Durchmarsch der Neuen mit klassischer Musik wurde dann im Rockkonzert etwas eingebremst: Die verzerrte Hammond-Orgel von Deep Purples "Lazy" ("Machine Head") tönte über die passive Sonics und den Referenz-Amp Accuphase E-450 etwas druckvoller, mit einer direkteren dynamischen Ansprache und genaueren Darstellung der von Organist Jon Lord gesteuerten Verzerrer. Setzten schließlich Schlagzeug und Bass ein, geriet die Bi-Amping-Box dynamisch noch deutlicher ins Hintertreffen.

Einen drauf setzte die B&W 805 S (AUDIO 4/05), die auch im Bass den Groove-Turbo zündete - und die frei und mit sanften Höhen auch passionierte Livepegel-Hörer zufriedenstellte. Die Grenzen der kleinen Lehmann-Endstufe waren da längst erreicht, die neue Argenta ist eher die perfekte Box für Nahfeld- und Leisehörer.  

Sonics Argenta Aktiv

HerstellerSonics
Preis2600.00 €
Wertung84.0 Punkte
Testverfahren1.0

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