Testbericht Sonim XP3 Enduro
- Testbericht
- Datenblatt
Sonim XP3 Enduro
- Hersteller
- Sonim
- UVP
- 499 €
- Wertung
- 330.0 Punkte
- Testverfahren
- 0.9
In welchem Metier die Klientel zu finden ist, zeigt auch die im Dezember 2008 bekannt gegebene Partnerschaft mit der Mutter aller Geländewagenhersteller Land Rover. Bereits mit dem Erstling XP1 ("XP" steht für "xtreme performance") konnte sich Sonim eine treue Fangemeinde und einen guten Ruf erarbeiten.
© Fotos: Hersteller
Im Internet wird der UVP allerdings deutlich unterboten, etwa vom Berliner Online-Shop Acode, bei dem das XP3 für rund 290 Euro zu haben ist; bei Amazon ist es derzeit für 320 Euro gelistet. Ein Blick auf das 162 Gramm schwere, massive Gehäuse aus Hartgummi und robustem Kunststoff zeigt denn auch, dass das Geld gut angelegt ist.
Der Akkudeckel ist verschraubt und mit einem Dichtungsring gegen Immissionen geschützt, auch ist das XP3 Enduro nach der US-Militärnorm MIL-810F und nach IP-57 zertifiziert, also gegen Einflüsse von Wasser, Staub, Schmutz und Salz resistent, zudem soll es Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 60 Grad locker wegstecken. Zu haben ist das Raubein in komplett schwarzem Gehäuse oder in der abgebildeten gelbschwarzen Variante, die wohl nicht zufällig an die Bagger und Baumaschinen von Caterpillar erinnert.
Problemlose Bedienung der alten Schule
Allerdings sind die Bezeichnungen der einzelnen Menüpunkte oft sehr lang und scrollen im Schneckentempo über das Display. Auf Eingaben reagiert das Sonim dagegen erfreulich schnell: So kann man ohne Gedenkpausen durchs Menü zappen. Zur bequemen Bedienung tragen auch die gut voneinander abgegrenzten, mit sauberem Druckpunkt reagierenden Tasten bei.
An den Rand eines Herzinfarkts kann einen die dreistufig einstellbare Lautstärke bringen, mit der sich das XP3 Enduro bei eingehenden Nachrichten oder Telefonaten Gehör verschafft. Da darf nach Herzenslust gehämmert oder gebohrt werden – das Sonim hört man immer. Fünf Klingeltöne stehen zur Auswahl, darunter der satte Sound einer Kettensäge.
Display kratzempfindlich, Ausstattung fehlt
Lediglich beim eher profanen Schlüsseltest an der Displayabdeckung enttäuschte das Sonim: Der Hersteller verspricht zwar, dass das Display absolut kratzfest sei, doch der Screen zeigte schon schon nach leichten Berührungen mit dem Schlüsselbart unschöne Kratzer; in diesem Punkt war der Testkandidat von Samsung deutlich robuster.
Doch ansonsten ist es schon sehr beeindruckend, wie das XP3 Enduro Fußtritte und Würfe ohne Macken an Gehäuse und Funktionstüchtigkeit übersteht. Weitaus weniger imponiert ein Blick auf die Ausstattungsliste: Neben den Standard-Telefoniefunktionen und SMS herrscht hier gähnende Leere.
Über einen Monat Empfang
In einer ganz eigenen Liga spielte das XP3 Enduro bei den Ausdauermessungen im Labor der Testfactory. Hier blieb das Sonim sowohl im D- als auch im E-Netz fast unglaubliche 34 Tage auf Empfang – und ist damit mit Abstand neuer Rekordhalter.
Nicht weniger beeindruckend fallen die weiteren Ausdauerwerte aus: So lassen sich rund zehnstündige Telefonate führen, um Unklarheiten auf dem Bau zu beseitigen oder den Kumpels den gerade bewältigten Aufstieg zur Eiger-Nordwand im Detail zu schildern. Auch das Display ist kein Stromfresser: Bis zu 18 Stunden versorgt die helle Anzeige den Enduro-Besitzer im Dauerbetrieb mit Informationen, bevor die Lichter ausgehen.
Nicht ganz so rosig fielen die restlichen Messergebnisse aus: Beim Telefonieren stört die recht dunkle und leicht rauschende Akustik. Auch die Sende- und Empfangqualität könnte besser sein, wenngleich sie im Praxistest selbst im ländlichen Bereich nur wenig Probleme machte. Trotzdem kann es bei schwachem Netz zu Beeinträchtigungen kommen.
Alle Daten und Testergebnisse zum Sonim XP3 Enduro