Kompaktboxen

Sonos Faber Chameleon im Test

Die italienische Nobelmarke Sonus Faber startet mit Chameleon eine neue, erschwingliche Boxenserie mit elegantem Lederbezug und aufwendig laminierten Seitenwangen in verschiedensten Farben. Die Kompaktbox klingt weitaus detailreicher und gefühlvoller als in der Einsteigerklasse üblich. Hier unser Test.

Sonus Faber Chameleon

© Sonus Faber

Sonus Faber Chameleon

Pro

  • Kultivierter und vollmundiger Klang von hoher Natürlichkeit
  • große Detailfreude
  • bei aller  Frische nie aufdringlich

Contra

  • -

Dass Sonus Faber optisch wie klanglich hochklassige Boxen fertigen kann, hat sich in den besseren Kreisen längst herumgesprochen. Die Spitzenbaureihen Amati und Guarneri, die mit handwerklich einzigartigen Gehäusen und erlesenen Treibern aufwarten, dringen wie gewohnt in fünfstellige Euro-Bereiche vor, doch mit der 2013 vorgestellten Venere-Serie und darüber hinaus mit der noch taufrischen Chameleon-Reihe wird Sonus Faber mittelschichtkompatibel.

Bis zum Erscheinen der Sonos Faber Chameleon markierte die Kompaktbox Venere 1.5 mit einem Paarpreis von 1.200 Euro den Einstieg. Mit der Chamelon B (B wie Bookshelf) entfallen weitere 200 Euro. Doch weder optisch noch haptisch entsteht der Eindruck, hier hätte der Rotstift regiert. Hinzu kommt: Das raffiniert und aufwendig verarbeitete Schmückstück wird in Italien hergestellt, zu großen Teilen sogar von Hand.

Während das Venere-Design teilweise von Rundungen geprägt wird, sind bei der Sonos Faber Chameleon auschließlich plane Flächen angesagt. Front und Rückwand sind allerdings nicht parallel ausgeführt, was zu einer trapezförmigen Seitenansicht führt. Zudem blicken die Chassis leicht nach oben, weshalb die Box ruhig etwas tiefer parken darf als gewohnt.

Sonus Faber Chameleon

© Sonus Faber

Der Korpus ist stets mit schwarzem Leder bezogen. Mulden an den Seiten bieten Raum für werkzeuglos austauschbare Einleger. Das Reflexrohr steckt im Sockel und zeigt nach unten.

Die Gehäuse sind in feines schwarzes Leder gekleidet und verfügen über seitliche Vertiefungen, die von kontrastfarbenen Seitenwangen ausgefüllt werden. Die lackähnlich laminierten Elemente sind lediglich gesteckt, was über kleine Stifte und Haltebuchsen absolut klapperfrei gelingt. Falls sich Geschmack oder Umgebung ändern, stehen für paarweise 100 Euro zahlreiche Alternativausführungen zur Verfügung. Hübsches Detail: Im Bereich der Griffmulde ist der Markenname eingraviert.

Eventuelle Bedenken, die Italiener hätten an der Technik gespart, widerlegt ein Blick auf das Innenleben. Eine mit 29 Millimeter Durchmesser üppig dimensionierte Textilkalotte und ein 15 Zentimeter großer Konustiefmitteltöner mit strömungsgünstigem Aufbau lassen Freunde klangstarker Boxen aufhorchen.

Anlass zur Freude bot auch das Temperament der Italienerin, denn während viele Einsteigerboxen eher gedeckt auftreten, konnte bei der Chamelon von Blässe keine Rede sein. Natürlichkeit und Detailtreue lagen kompaktboxentypisch auf hohem Niveau, weshalb die Box auch und gerade bei zarteren Klangbeispielen sehr lebendig tönte.

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Dazu besaß die Chameleon einen leicht warmen Grundcharakter und wirkte zu keiner Zeit nervös. Dass kleine Boxen keine Tiefbasswunder vollbringen können, mag Perfektionisten stören, bringt jedoch in kleineren Räumen oder bei wandnaher Aufstellung eher Vorteile, weil so aufstellungsbedingte Bassprobleme elegant umschifft werden. Mit der Chameleon B wird die ganzheitlich-vornehme Philosophie von Sonus Faber faszinierend erschwinglich.

Fazit

Preisgünstigen Boxen sieht man ihre Klassenzugehörigkeit häufig von Weitem an. Meist reichen die Budgets nur für visuell höchstens zweckmäßige Dekorfolien; Lack oder Echtholz bleiben außen vor. Mit dem feinen Lederbezug und den farbigen Wangen befreit sich die Sonos Faber Chameleon elegant aus dieser Zwickmühle. Der Klang passt zur Optik wie die Faust aufs Auge: Detailreich und kultiviert, doch keineswegs müde. Das ist großes Kino in der kleinen Klasse.

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