Streaming-Komplettanlage

Sonos Playbar im Test

Geformt wie ein typischer Riegel, oft in der Nähe eines Fernsehers zu finden und mit insgesamt neun Chassis bestückt: Der Playbar von Sonos könnte fast als stinknormaler Soundbar durchgehen. Wenn er nicht so viel mehr könnte.

Sonos Playbar

© Hersteller/Archiv

Sonos Playbar
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EUR 729,00

Pro

  • flexibel in Aufstellung und Erweiterbarkeit
  • Sonos-Intelligenz
  • Streaming

Contra

  • ohne Sub etwas wenig Tiefbass
  • nur Dolby Digital
Gut

So praktisch und schick Soundbars sind, sie können klanglich selten eine ausgewachsene Stereo-Anlage oder den diskreten Mehrkanal-Aufbau ersetzen. Und manche wollen das auch gar nicht.

Sonos, die Multiroom-Netzwerk-Pioniere aus Kalifornien, sind da pragmatisch. Sie machen Produkte für "Musiclovers", so formuliert es Co-Chef Tim Cullen, nicht für Audiophile. Highres-Auflösungen jenseits der 48kHz/16bit-Schwelle, egal ob HD-Formate von Blu-ray-Disc oder aus dem Netzwerk, weiß also auch das neueste Sonos-Projekt Playbar genauso wenig zu verarbeiten wie seine Geschwister. Aber: Alle anderen Tugenden der Sonos-Familie, von der Netzwerk-Intelligenz mit Gapless-Streaming und schnellem Vorlauf über die perfekte Funk-Synchronität und -Stabilität bis zur Einbindung aller denkbaren Internet-Musikabo-Dienste, sind natürlich inklusive.

Sonos Playbar

© Hersteller/Archiv

Im Gehäuse des Sonos Playbar stecken neun Chassis: Sechs Mitteltief- und drei Hochtöner gruppieren sich zu insgesamt drei Kanälen.

Sonos Playbar: Anschlüsse

Der Playbar ist denn auch kein typischer TV-Soundbar, er ist eher ein typischer Sonos-Streaming-Lautsprecher, der nebenbei auch noch Fernsehton wiedergeben kann. Dieser trifft über die - neben den zwei Ethernet-Anschlüssen - einzige weitere Schnittstelle ein, dem optischen Toslink-Eingang, vorzugsweise vom Fernseher direkt. Was voraussetzt, dass das TV-Gerät seinerseits von sämtlichen externen Zuspielern (Sat-Receiver, Spielekonsole, DVD-Player) den Ton wiederum erst digital (beispielsweise per HDMI) serviert bekommt, um ihn anschließend als Mehrkanal-Bitstream (nur Dolby Digital) oder als PCM-Downmix weiter zu reichen.

Kaufberatung: Die besten One-Box-Systeme bis 600 Euro

Einrichtung und Bedienung des Playbar läuft ganz Sonos-like mit der hervorragenden Controller-App vom Smartphone, Tablet oder Computer. Bei Standardbefehlen wie "Lauter", "Leiser" oder "Mute" lernt er zudem gehorsam auf eine bereits vorhandene TV-Fernbedienung zu reagieren.

Sonos Playbar

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Der Sonos Sub und ein Pärchen Play:3 können mühe- und kabellos den Playbar zu einem vollwertigen 5.1-Surround-Set erweitern.

Sonos Playbar: Aufbau

Für die adequate Umsetzung der Fernsehunterhaltung stecken im langgestreckten Gehäuse gleich neun eigenkonstruierten Chassis: sechs Mitteltief- und drei Hochtöner gruppieren sich zu insgesamt drei Kanälen. Ein Lagesensor und der alles regulierende DSP erlauben die flexible Positionierung des Playbar - entweder direkt an der Wand oder aber liegend auf dem Sideboard. Beim Hörtest zogen die Redakteure die steile Aufstellung der liegenden übrigens leicht vor. Der potente Signalprozessor überwacht stets die eintreffenden TV-Digitalsignale und drosselt zu laute Passagen, bevor es zu größerem Schaden kommt. Das ist einerseits durchaus vernünftig, macht sich andererseits aber auch mal nervend bemerkbar. Der Sonos-Soundbar spielt Fernsehton übrigens nicht nur ab, er stellt diesen ganz im Sinne des Multi-Room-Gedankens auch allen anderen Sonos-Zonen zur Verfügung - die Lösung, wenn man Torjubel auch auf der Toilette nicht verpassen will.

Praxis: Musik überall - Das Sonos-System

Mit drei Kanälen ist Surround-Sound nur andeutungsweise möglich. Aber per eigens entwickeltem Funkprotokoll kann der Playbar nicht nur den zurecht gelobten Sonus Sub mühelos in das Geschehen einbinden (der dem Klang eine eindrucksvolle Tiefe verleiht), sondern auch noch kabellos ein Pärchen Play:3 (600 Euro) als Rear-Speaker mit den zeitrichtigen Surround-Signalen versorgen. Dann legt ein vollwertiges 5.1-Set los. Einmal eingerichtet, lassen sich Sub und Play:3 über die App-Steuerung beliebig ein- und ausschalten - je nachdem, ob Movie-Entertainment oder Musik-Abend angesagt ist.

Sonos Playbar

© Hersteller/Archiv

Der im Präsenzbereich leicht unruhige Frequenzgangverlauf des Playbar (links) ist für Soundbars nicht untypisch - oft stecken Basisverbreiterungsmechanismen dahinter. Bei der Klirramplitudenmessung (rechts) zeigt sich der etwas verhaltene Tiefbass und ab 100dB zunehmender Kompression ab 2 kHz. Die Maximallautstärke liegt bei 90dB, was auch für ein größeres Wohnzimmer locker ausreicht. In den oberen Frequenzen kann das Gehäuse etwas nachschwingen. Ermittelte Standby-Leistung (im Netzwerk-Betrieb) liegt bei 5,8 Watt.

Sonos Playbar: Hörtest

Der Sub könnte auch stets mitlaufen. Wenn dem Playbar im Hörtest etwas fehlte, war es Tiefbass. Die Mitteltieftöner schufen ein solides Grundtonfundament und auch der Oberbass wummerte erstaunlich saftig. Dazu formte sich eine durch die Bauweise geförderte weite, aber nicht zu künstliche Bühne, mit schöner Räumlichkeit und feiner Stimmpositionierung. Im Vergleich mit einem Play:3-Stereo-Pärchen war die Darbietung sogar eine Nuance exakter. Gesellte sich noch der Sub hinzu, wurde daraus eine runde Vorführung.

Fazit

Der Playbar ist ein cleverer Schachzug. Er erweitert den Sonos-Kosmos nun bis zum Allerheiligsten - dem Fernseher. Wer sich ein Sonos-Produkt ins Haus holt, will erfahrungsgemäß bald auch die genialen Multiroom-Möglichkeiten nutzen - und braucht weitere Sonos-Bundles. Für den TV-Abend ist der Playbar allemal ein Gewinn und als Zweit-Anlage ebenso.

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