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Testbericht Sony Ericsson C702

von Jan Spoenle
Testbericht Sony Ericsson C702
Seit Siemens’ legendärem ME45 sind staub- und spritzwassergeschützte Handys ein wenig aus der Mode gekommen – seit fünf Jahren gab es in diesem Segment kaum ernstzunehmende Nachfolger. Diese Lücke will Sony Ericsson mit dem kompakten C702 füllen, das sogar einen integrierten GPS-Chip mitbringt (also navigieren kann) und damit das teurere Topmodell C902 düpiert.

Doch trotz des hehren Anspruchs ist hier nicht alles Gold, respektive Silber, was glänzt. So hat es Sony Ericsson mit dem staub- und spritzwassergeschützten Gehäuse etwas zu gut gemeint: Der gummierte Akkudeckel schließt zwar dicht, sollte sich jedoch nach dem Drehen der kleinen Schraube problemlos öffnen lassen. Beim Testgerät war jedoch oft der Griff zu einem Werkzeug nötig, um ihn vom Gerät zu lösen – für Nutzer, die häufig die SIM-Karte wechseln, kann man das C702 daher kaum empfehlen.

Der Name ist Programm: Das Cybershot ist Outdoor-Allrounder und Fotospezialist
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Und die Tastatur bleibt nicht nur einen eindeutigen Druckpunkt schuldig: Die beiden Tasten zum Annehmen und Beenden von Gesprächen messen nur mickrige zehn Quadratmillimeter. So wird das Abheben im Alltagsstress oder gerade im Kontext aktiver Nutzung beim Sport wahrlich zum Glücksspiel. Noch dazu verhindert die unüblich erhabene Umrandung der 5-Wege-Taste das sichere Quittieren im Menü.

Starker Multimedia-Auftritt

Doch genug gemeckert: Wen diese Äußerlichkeiten nicht stören, der bekommt ein gut verarbeitetes Telefon, das mit inneren Reizen nicht geizt. So empfiehlt sich das C702 als Ersatz für eine kompakte Digicam – ein Job, den es als Cybershot-Modell beherrschen muss.

Die seitliche Ansicht
Die seitliche Ansicht

Zwar verliert die Bildqualität des 3,2-Megapixel-Sensors das interne Duell gegen den 5-Megapixel-Boliden C902, der fotografische Unterschied ist aber deutlich kleiner als die Lücke zwischen den empfohlenen Verkaufspreisen. Zudem bietet das C702 nicht nur eine Gesichtserkennung, die das Fokussieren von Porträts und Gruppenfotos übernimmt, sondern auch noch Geotagging – letzteres hat es dem C902 sogar voraus.

Dabei werden Bilder automatisch mit den geografischen Daten des Aufnahmestandorts versehen, sodass die Fotos nach dem Upload etwa zu Flickr oder Picasa automatisch auf einer Karte des jeweiligen Anbieters platziert werden. Daneben legt das Outdoor-Gerät mit einem kräftigen Lautsprecher, Radio-, MP3- und Videoplayer sowie diversen Tools zum Bearbeiten von Fotos und Schneiden von Videos eine beeindruckende Multimedia-Performance hin.

Wissen, wo’s lang geht

Multimedia auf einen Blick: Das Medienmenü des C702
Multimedia auf einen Blick: Das Medienmenü des C702

Einen eigenen Hauptmenüpunkt widmet Sony Ericsson dem GPS-Empfänger. Darin findet sich unter anderem eine drei  Monate gültige Testversion des leistungsfähigen Navi-Programms Wayfinder Navigator, das beliebte Google Maps und ein Tracking-Programm, das wertvolle Daten zum Lauftraining liefert und sich neben verbrauchten Kalorien auch Ihre bevorzugten Routen merkt – eine der Killerapplikationen des Jahres 2008, wenn man den Trendforschern Glauben schenken darf.

Doch trotz all der Austattungs-Highlights – im connect-Test entscheiden auch die Grunddisziplinen über das Wohl oder Wehe in Sachen Testurteil. Während die Akustik des UMTS-Handys zu überzeugen weiß, schwächelt der Empfang etwas – wenig überzeugend für ein Outdoor-Gerät, das ja auch im Wald und auf weiter Flur zum Einsatz kommen soll.

Neu bei SE: Das GPS-Menü
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Dafür hält der Akku auch bei längeren Touren zu Fuß oder per Fahrrad problemlos durch: 273 Stunden Standby-Zeit im D-Netz beziehungsweise 286 Stunden im E-Netz sind ordentlich, fünf respektive über sechs Stunden Gesprächszeit ebenfalls – auch wenn der Duellant aus dem eigenen Hause etwas mehr an Leistung aus demselben Akku herauskitzelt.

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