Testbericht

Sony Ericsson W960i

Das Topmodell der Walkman-Serie überzeugt mit guten Laborwerten und rundem Ausstattungspaket. Jedoch zeigt das W960i Schwächen bei der Menüführung.

  1. Sony Ericsson W960i
  2. Datenblatt
Sony Ericsson W960i

© Archiv

Sony Ericsson W960i

Topmodelle werden von den Handyfans immer sehnlichst erwartet,  da bildet das W960i aus dem Hause Sony Ericsson keine Ausnahme. Die neue Speerspitze aus der beliebten Walkman-Serie der schwedisch-japanischen Allianz tritt direkt die Nachfolge des mittlerweile in die Jahre gekommene, aber immer noch verfügbaren W950i an. Aber das W960i soll nicht nur die Pole Position bei den Musikmodellen übernehmen, sondern auch ganz nebenbei den schwierigen Spagat schaffen, sowohl die Entertainment-Fraktion als auch die Hardcore-Businessuser anzusprechen. Um dieses schwierige Ziel zu erreichen, haben die Sony-Ericsson-Ingenieure so ziemlich alles in das W960i gepackt, was gut und teuer ist. Das schlägt sich denn auch im Verkaufspreis nieder: 699 Euro sind kein Pappenstiel.

Duales Bedienkonzept

Bedienkonzept

© Archiv

Zusätzlich zum Touchcreen lässt sich das W960i auch über ein Dreh-Drückrad an der Seite steuern.

Dafür bekommt der User einiges geboten. Dies beginnt schon bei der durchweg professionellen Verarbeitung des UMTS-Triband-Handys. Da sitzt und passt einfach alles und die Softtouch-Lackierung auf der Rückseite sorgt dafür, dass das gute Stück sicher in der Hand liegt. Etwas rutschig ist dagegen die Zifferntastatur - hier kann man schon mal auf die nächstgelegene Taste abdriften, ansonsten ist das Keypad aber frei von Kritik und reagiert mit soliden Druckpunkten. Überzeugen kann vor allem das duale Bedienkonzept des Symbian-Geräts mit UIQ-Oberfläche. So lassen sich alle Funktionen entweder direkt über den 2,6 Zoll großen Touchscreen oder alternativ über ein Dreh-Drückrad an der Geräteseite anwählen. Letzteres ersetzt auch die ansonsten übliche Fünf-Wege-Steuerung. Was zum kompletten Glück fehlt, ist ein "Zurück"-Button direkt unterhalb des Drehrades; ein solcher ist nur auf der Front zu finden - wer am Rad dreht und eine Ebene zurück will, muss also jedes Mal umgreifen. Außerdem stellt sich die Frage, ob die drei Sensortasten unterhalb des Displays, die ausschließlich beim Einsatz des Musicplayers sichtbar werden und die Skip- sowie Start/Stopp-Funktionen übernehmen, nicht zu viel des Guten sind.

Bedienzeiten nerven im Alltag

Kamera

© Archiv

Die 3,1 Megapixel-Kamera schießt ordentliche Bilder.

Während das Bedienkonzept an sich zu überzeugen weiß, muss sich das W960i Kritik bei dessen Umsetzung gefallen lassen. Dies beginnt bei den teils enormen Wartezeiten: So zieht beim Einschalten knapp eine Minute ins Land, bis das Handy bereit ist. Auch beim Aufrufen einzelner Menüpunkte benötigt das Sony Ericsson schon mal ein bis zwei Sekunden - das hört sich nicht dramatisch an, nervt beim täglichen Umgang aber doch. Die einzelnen Menüs sind recht übersichtlich gestaltet, bieten auf Grund der immensen Ausstattung und der zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten aber teils sehr viele Einträge und Ebenen. Da trifft es sich gut, dass das W960i auf der Standby-Anzeige ein Schnellmenü mit den wichtigsten Funktionen bereithält, das der Nutzer nach eigenen Vorlieben bestücken kann. Hier hat man auch die Wahl zwischen einer Walkman- und einer Business-Variante. Bei der Darstellung der Menüs kann man zwischen einer Anzeige mit großen, aber leider unbeschrifteten Icons und einer Listenanordnung mit allerdings sehr kleiner Schriftgröße wählen. Während sich die erste Variante für Touchscreen-Fans empfiehlt, kommt die zweite vorzugsweise beim Bedienen über das Dreh-Drückrad zum Einsatz.

Gute Ausstattung, nur HSDPA fehlt

Zu bedienen gibt es jedenfalls jede Menge. So kommen Geschäftsleute voll auf ihre Kosten: Dank WLAN kann man an Hotspots günstig im Web surfen, der E-Mail-Client stellt dank Konfigurationsassistent keine Hürden auf und unterstützt Push-Dienste, die Synchronisation mit dem PC gelingt dank mitgeliefertem Datenkabel und beigepackter Software vom Start weg. Keine Selbstverständlichkeit: Beim Abgleich werden auch E-Mails auf das Handy übertragen. Ein Visitenkartenscanner macht Berufstätigen das Leben leichter, Sprachanwahl erleichert die Bedienung nicht nur im Auto,  Videotelefonie macht Geprächspartner anschaulich und die einblendbare QWERTZ-Tastatur oder die Schrifterkennung via Touchscreen helfen beim Texten. Office-Dokumente lassen sich mit Quickoffice direkt auf dem Handy bearbeiten und PDFs zumindest anschauen. Jetzt fehlt nur noch der Datenturbo HSDPA, um den Businessmenschen vollauf glücklich zu machen. Doch damit kann das W960i nicht dienen.

Bedienkonzept

© Archiv

Zusätzlich zum Touchcreen lässt sich das W960i auch über ein Dreh-Drückrad an der Seite steuern.

Das wird den Entertainment-Fan nicht weiter stören, denn der freut sich über den hervorragenden Musicplayer, der über eine Taste auf der Front gestartet wird und eigene Playertasten bietet. Zudem verwöhnt der Musikus mit einem Equalizer, einer Coveranzeige und einer praktischen Schlaf-Funktion. Die Bedienung ist kinderleicht: So kann man etwa besonders komfortabel mit dem Dreh-Drückrad durch sämtliche Titel scrollen. Alles bestens also? Nicht ganz, denn klanglich hat die Redaktion in puncto Soundqualität schon Besseres von Sony Ericsson in den Händen gehalten - sowohl was das etwas dünn klingende In-Ear-Headset als auch das Handy selbst betrifft. Komplettiert wird der Mulimediareigen von zwei Spielen, der Titelsuche TrackID, einem Videoplayer, einem UKW-Radio mit RDS und einer 3,1-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Blitzlicht. Mit dem knapp 8 GB großen Speicher bietet das W960i zudem genügend Platz für zahlreiche Multimediadateien, erweitern kann man diesen nicht.

Dauerläufer mit guter Akustik

Blieb noch die spannende Frage offen, ob das W960i auch im Labor eine gute Figur abgeben würde - zumal man dem Vorgänger in diesen Diszplinen nicht sehr viel vorwerfen konnte. Ganz dieser Tradition verpflichtet zeigte sich auch das W960i bei den Ausdauermessungen von seiner guten Seite. Mit 13 Tagen Standby in allen Netzen und einer GSM-Gesprächszeit von bis zu 6:31 Stunden bietet es eine gute Performance. Dies trifft auch auf die Sende- und Empfangsqualität in den GSM-Netzen zu; im UMTS-Betrieb sackt diese aber ab und zieht so auch das Gesamtergebnis in dieser Disziplin nach unten. Im Zweifel lautet hier der Tipp: UMTS abschalten.

Sony Ericsson W960i

HerstellerSony Ericsson
Preis499.00 €
Wertung397.0 Punkte
Testverfahren0.9

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Sony Ericsson Elm
Testbericht

Mit einer ordentlichen Kamera, nahezu lückenloser Ausstattung und anständiger Laborperformance ist das Elm in dieser Preisklasse nahezu…
Sony Ericsson Hazel
Testbericht

Das Sony Ericsson Hazel gefällt mit seinem großen Display, guter Facebook-Anbindung und einfacher Bedienung. Die Tastatur könnte aber besser sein.
Sony Ericsson Zylo
Testbericht

Mit einem Musik-Wohlfühl-Paket, soliden Messwerten und angedeuteten Allround-Talenten ist das Zylo ein willkommener Alltagsbegleiter.
Sony Ericsson Yendo
Testbericht

Kompaktes Gehäuse und ein Touchscreen statt Tasten: Das Yendo fällt durchs Raster und macht als Telefon dennoch eine ordentliche Figur.
Sony Ericsson Yendo
Testbericht

Kompaktes Gehäuse und ein Touchscreen statt Tasten: Das Yendo fällt durchs Raster und macht als Telefon dennoch eine ordentliche Figur.
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.