Testbericht

Sony Ericsson X10 mini

Sony Ericsson stellt mit einem 88-Gramm-Leichtgewicht einmal mehr die Flexibilität von Googles Android-Plattform unter Beweis.

  1. Sony Ericsson X10 mini
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Sony Ericsson X10 mini

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Das 88-Gramm-Leichtgewicht Sony Ericsson X10 mini.

Pro

  • beachtliche Ausstattung
  • ordentlicher Klang

Contra

  • Texteingabe kniffelig
  • Kleiner Akku
0,0%

Ob P800, P1 oder das G700: Sony Ericsson hatte schon immer eine Schwäche für kleine Smartphones. Manches war zu klein, wie etwa das G700 - dennoch waren alle Bonsai-Modelle deutlich größer als das X10 mini. 88 Gramm wiegt der Knirps, ist kaum größer als eine Streichholzschachtel und doch besser zu bedienen als seine kompakten Vorgänger.

Sony Ericsson X10 mini

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Unterm Rückendeckel: Der Akku ist fest integriert, links sieht man den Platz für die Speicherkarte.

Die Rückseite ist, wie bei neuen Sony-Ericsson-Modellen üblich, sanft gewölbt; das X10 mini liegt damit gut in der Hand. Die Verarbeitung ist tadellos, für eine edle Anmutung wurde aber zu viel Kunststoff verbaut. Dafür lagen dem Testgerät gleich sechs Rückendeckel in verschiedenen Farben bei.

Bei den Schnittstellen setzt endlich auch Sony Ericsson auf übliche Standards: Eine Micro-USB-Buchse nimmt Daten- und Ladekabel auf, die 3,5-mm-Klinkenbuchse unten am Gehäuse bietet als Extra die Möglichkeit, mithilfe eines speziellen Steckers beispielsweise aktive Lautsprecher mit Strom aus dem Handyakku zu versorgen. Sony Ericsson bietet das passende Zubehör an.

Auch beim erweiterbaren Speicher setzt der Hersteller nun endlich auf das gängige Format MicroSD, eine 2 Gigabyte große Karte liegt bei. Einziger Schwachpunkt: Man kann sich vom iPhone ja sehr viel abschauen, der hier wie dort fest eingebaute Akku gehört aber nicht unbedingt dazu.

Das Sony Ericsson X10 mini verschwindet also bequem in der Hosentasche, aber macht so ein kleines Smartphone wirklich Sinn? Zumal hier das fürs Internet optimierte Google-Betriebssystem Android zum Einsatz kommt. Für Webseiten und sonstige Inhalte stehen gerade mal 38 x 51 Millimeter an Displayfläche zur Verfügung, die Auflösung beträgt nur 240 x 320 Pixel. Im Klartext: Das X10 mini bringt auf seinem berührungsempfindlichen Touchscreen längst nicht so viele Informationen unter, wie sonst bei Smartphones üblich; das Motorola Milestone wartet beispielsweise mit einer Auflösung von 480 x 854 Pixeln auf.

Android für die Hosentasche

Ein Surftablet ist das X10 mini definitiv nicht. Android auf das kleine Format zu bringen funktioniert dagegen erstaunlich gut. Da auf dem Startbildschirm wenig Platz ist für direkte Links zu häufig verwendeten Funktionen, packt Sony Ericsson die allerwichtigsten in die vier Ecken der Ausgangsanzeige: Die Telefonfunktion, das Adressbuch, das Nachrichtenmenü für SMS und MMS sowie der Musicplayer sind so bequem zu erreichen.

Das Hauptmenü, bei Android sonst eine lange Liste, verteilt sich auf horizontal angelegte Reiter, durch die man mit einem Wischer übers Display wechselt. Das funktioniert gut, zumal das X10 mini beim Navigieren durchs Menü flüssig reagiert. Ein prall gefülltes Adressbuch mit knapp 1000 Kontakten erscheint allerdings erst mit ein paar Sekunden Verzögerung auf dem Display.

Wirklich kniffelig wird's bei der Texteingabe: Eine virtuelle Schreibmaschinen-Tastatur passt nicht auf die kleine Anzeige, und so steht nur eine eingeblendete Handytastatur inklusive Texteingabehilfe zum Tippen zu Verfügung, die auch nicht besonders groß ausfällt. Wer mit dem Smartphone oft schreiben will, sollte sich ein anderes Gerät ausgucken - oder auf das X10 mini pro warten: Das wird wie das Vivaz pro eine mechanische Qwertz-Tastatur bieten.

Den Freundeskreis im Blick

Sony Ericsson X10 mini

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In Timescape lässt sich wählen, welche Meldungen auf dem Standby-Schirm gezeigt werden.

Selbst zu tippen ist also mühselig, zu sehen, was andere getippt haben, klappt dagegen gut. Das liegt an einer cleveren Funktion, die wir vom großen X10 kennen: Timescape nennt Sony Ericsson die eigene Weiterentwicklung von Android, die alle Neuigkeiten von Facebook oder Twitter auf den Startbildschirm schickt.

Sony Ericsson X10 mini

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Die Navisoftware Wisepilot ist als Testversion vorinstalliert.

In schicker 3-D-Optik stapeln sich die Updates auf der Anzeige. Wer sich die Mühe machen will, kann auch direkt vom Startbildschirm eigene Status-Updates in die Welt schicken. Neben Facebook- und Twitter-News lassen sich verpasste Anrufe und SMS per Timescape aufs Display bringen. E-Mail-Postfächer oder weitere soziale Netzwerke wie beim X10 kann man dagegen nicht einbinden. So richtet sich Timescape beim Sony Ericsson X10 mini vor allem an Twitter- und Facebook-Nutzer und da eben an die, die unterwegs mitlesen, aber nicht unbedingt selbst tippen wollen. Zugucken geht, wie gesagt - das gilt auch fürs Navigieren, was mit der vorinstallierten Testversion von Wisepilot trotz der kleinen Anzeige erstaunlich gut funktioniert.

Abgespecktes Android

Sony Ericsson X10 mini

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Im Hauptmenü hat Sony Ericssen die Punkte auf neun Einträge verteilt.

Mit Ausnahme der modifizierten Darstellung scheint auf den ersten Blick zwar alles so zu funktionieren, wie von Android-Smartphones gewohnt. Allerdings zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass ein paar Optionen fehlen. So fanden wir keine Möglichkeit, die Kontakte im Adressbuch nach Nachnamen zu sortieren. Zudem offenbarten sich kleinere Bugs, und von der in der Bedienungsanleitung erwähnten Sprachwahl war auf dem Testgerät nichts zu sehen.

Die Ausstattung ist beachtlich, wenn auch nicht komplett: Ein UKW-Radio ist an Bord, dem Musicplayer fehlt jedoch eine Klangregelung. Die 5-Megapixel-Kamera dreht zwar auch Videos in VGA-Auflösung, bietet aber nur vier Aufnahmemodi sowie die Möglichkeit, eine kleine LED als Blitzersatz zu aktivieren - das war's an Einstellmöglichkeiten. Dank GPS-Empfänger kann man Fotos mit Standortinformationen versehen und sie direkt auf dem Sony Ericsson X10 mini auf einer Karte anzeigen lassen.

Das dürfte vielen genügen, in Sachen Multimedia gibt es aber besser ausgestattete Smartphones. Wer Kontakte und Termine mit Google-Diensten verwaltet, ist hier richtig - ein Datenabgleich direkt mit Outlook ist hingegen nicht möglich. Dafür klappt's über einen Exchange-Server, obendrein bietet Sony Ericsson einen eigenen Synchronisationsdienst als Alternative zu Google. Für schnellen Datenempfang sorgen HSPA sowie WLAN.

Kleiner Akku, ordentlicher Klang

Im Labortest zeigten sich die Nachteile der kleinen Bauform: Der Akku ist für eine gute Ausdauer schlicht zu klein. Im Dauerbetrieb ist nach rund 3:45 Stunden Schluss. Auch der Klang könnte etwas natürlicher sein, wobei das X10 mini erstaunlich laut ist und die Verständlichkeit im Test nie gefährdet war. Bei den Messungen der Sende- und Empfangsqualität schnitt das X10 mini durchschnittlich ab, allerdings schwächelt das Handy im D-Netz (900 MHz) ein bisschen.

Die Kombination aus eher durchschnittlichem Laborergebnis, winziger Anzeige und umständlicher Dateneingabe ist für ein gutes Testergebnis denkbar schlecht. Trotzdem könnte das Sony Ericsson X10 mini seine Liebhaber finden: Wer es kompakt mag und sich unterwegs darauf beschränkt, Informationen abzurufen, der kann sich den Knirps getrost mal ansehen.  

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