Menü
Testbericht

Sony Xperia S im Test

Sony Xperia S
Labortest
67 %
Zuletzt aktualisiert: 31.10.2014
Sony Xperia S
Smartphones
Pro
Contra
Fazit

Anzeige
Sony ohne Ericsson: Das erste Modell nach dem Ende des Joint Ventures heißt Xperia S, setzt optisch Akzente und verspricht „alles in HD-Qualität“. Wir haben das Smartphone getestet.

An der transparenten Leiste werdet ihr sie erkennen: Sony hat für seine neue Xperia-Generation ein ganz besonderes Design entwickelt. Damit hebt sich das Xperia S samt seiner kleinen Brüder und Schwestern wunderbar von der Touchscreen-Konkurrenz ab. Am auffälligsten ist die transparente Leiste, die die Trennung zwischen Gehäuse und Antennenteil markiert. Auch die markante, von Mineralglas geschützte Front und die leicht gewölbte, in mattem Schwarz gehaltene Rückseite haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Das Sony-Ericsson-Erbe

Letztlich ist das Design Geschmacksache, doch uns gefällt der Neustart unter Sony-Flagge gut. Das Xperia S würde zwar auch als Sony-Ericsson-Modell durchgehen, hebt sich aber noch etwas deutlicher von der Android-Armada ab. Sony scheint also gewillt, an den Stärken von Sony Ericsson festzuhalten und gleichzeitig die eigene Identität seiner Smartphones zu betonen.

Das Xperia S zeigt im E-Mail-Postfach links die Übersicht und rechts den Inhalt der markierten Mail.
Das Xperia S zeigt im E-Mail-Postfach links die Übersicht und rechts den Inhalt der markierten Mail. ©

Dieses Motiv zeigt sich auch an anderen Stellen: Sony hält an Android als derzeit einziger Plattform fest, will aber aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und schnelle Updates auf die neueste Version zeitnah bereitstellen. Unser Testgerät arbeitet also im Moment mit Android 2.3, doch bis spätestens Mitte Mai soll ein Update auf die Version 4.0, Ice Cream Sandwich genannt, zum kostenlosen Download bereit stehen.

In der Schärfe liegt die Kraft

Um das Profil der eigenen Android-Geräte zu schärfen, hat der Sony-Konzern ja einiges zu bieten.Der Produzent von Fernsehern und Filmen versucht das beim Xperia S unter dem Slogan: Alles in HD-Qualität. Das beginnt beim Display, das mit 720 x 1280 Pixeln auflöst. Das Ergebnis: Trotz einer Diagonalen von 4,3 Zoll sind die einzelnen Bildpunkte der Anzeige mit bloßem Auge nicht zu erkennen und selbst kleine Schriften wirken gestochen scharf. In der aktuellen

connect-Bestenliste bietet lediglich das Samsung Galaxy Note eine höhere Auflösung – und das kommt mit einem 5,3-Zoll-Touchscreen daher.

Links sieht man das Hauptmenü, rechts Sonys Musikdienst Music unlimited.
Links sieht man das Hauptmenü, rechts Sonys Musikdienst Music unlimited. ©

Bei der multitouchfähigen Anzeige, die zudem mit kräftigen Farben und starkem Kontrast überzeugt, hat Sony also nicht zu viel versprochen. Zumal hier wieder die hauseigene Mobile Bravia Engine für eine kräftige und dennoch natürliche Darstellung sorgt. Die Anzeige ist auch in hellem Tageslicht gut ablesbar und selbst aus schrägem Blickwinkel sind die Displayinhalte problemlos zu erkennen.

HD-Kamera, auch auf der Front

So könnte man sich also durchaus zu dritt um den Touchscreen scharen, um sich zum Beispiel gemeinsam einen Film anzuschauen – zumal das Xperia S das Full-HD-Format (1080p) unterstützt. Bequemer wird das Ganze freilich, wenn man das Smartphone über den HDMI-Anschluss mit einem Fernseher verbindet. Auch der eigenen Kreativität kann man mit dem Sony frönen: Die Kamera auf der Rückseite zeichnet Full-HD-Videos auf, die Frontkamera schafft immerhin HD-Auflösung (720p). Dabei bekommt die Kamera beim Filmen wie beim Fotografieren (Rückkamera bis 12 Megapixel) auch bei schlechten Lichtverhältnissen detailreiche und farbtreue Aufnahmen hin. Die unscheinbar wirkende LED reicht im Dustern fast zwei Meter weit.

Muss es mal ganz schnell gehen, lässt sich mit einem langen Druck auf die Kamerataste selbst bei gesperrtem Display fotografieren. Ansonsten wird mit der kleinen Kamerataste der schnelle Autofokus sicher gesteuert. Wer Spaß am Fotografieren und Filmen hat, bekommt hier eine wirklich praxistaugliches Werkzeug an die Hand, das sich nicht mit Pixelprotzerei begnügt, sondern den wichtigsten Herausforderungen des Alltags gerecht wird: schlechten Lichtverhältnissen und Motiven, die nicht stillhalten. Der Automatikmodus brachte im Test gute Ergebnisse, Experimentierfreudige können sich aber auch an detaillierten Kameraeinstellungen austoben. Ein Beispiel: Die „3D-Kamera“ genannte Funktion fertigt Panorama-Aufnahmen.

Muss es mal ganz schnell gehen, lässt sich mit einem langen Druck auf die Kamerataste selbst bei gesperrtem Display fotografieren. Ansonsten wird mit der kleinen Kamerataste der schnelle Autofokus sicher gesteuert. Wer Spaß am Fotografieren und Filmen hat, bekommt hier eine wirklich praxistaugliches Werkzeug an die Hand, das sich nicht mit Pixelprotzerei begnügt, sondern den wichtigsten Herausforderungen des Alltags gerecht wird: schlechten Lichtverhältnissen und Motiven, die nicht stillhalten. Der Automatikmodus brachte im Test gute Ergebnisse, Experimentierfreudige können sich aber auch an detaillierten Kameraeinstellungen austoben. Ein Beispiel: Die „3D-Kamera“ genannte Funktion fertigt Panorama-Aufnahmen.

Das Xperia S bringt Neuigkeiten von Facebook, Twitter und weiteren Diensten aufs Display.
Das Xperia S bringt Neuigkeiten von Facebook, Twitter und weiteren Diensten aufs Display. ©

Spürbar viel Power

Ein weiterer Grund für das gute Handling: Das Smartphone arbeitet jederzeit flott und setzt Eingaben unmittelbar um. Verantwortlich dafür ist unter anderem der Dualcore-Prozessor von Qualcomm mit 1,5 Gigahertz Taktfrequenz. Der Grafikprozessor, ein Adreno 220, ebenfalls von Qualcomm, dürfte an der guten Perfomance aber noch einen größeren Anteil haben. Im Quadrant-Benchmarktest schafft unser Testgerät über 3000 Punkte. Zum Vergleich: Das Galaxy Nexus kommt über 2000 Punkte nicht hinaus.

Sony/Sony Ericsson - Alle Smartphones-Test im Überblick

Die aufwendig gestaltete, mit Animationen gespickte Benutzeroberfläche läuft also rund und ohne Hänger. Die Optik ist natürlich Geschmacksache, wirkt auf uns aber eleganter und teilweise auch aufgeräumter als Googles Originalversion von Gingerbread (2.3). Für die Anpassung an die eigenen Nutzungsgewohnheiten stehen fünf Startbildschirme zur Verfügung, die sich mit häufig verwendeten Anwendungen, Widgets und Ordnern bestücken lassen.

NFC für den Hausgebrauch

Die sehr gute Kamera haben wir erwähnt, und auch sonst bietet die Ausstattung das, was wir von einem Flaggschiff-Produkt erwarten. Also schnelles Internet per HSPA und WLAN, GPS, das im Test in weniger als zehn Sekunden die genaue Position erfasste, sowie jede Menge Sensorik – vom Helligkeitsfühler bis zum Kompass.

Schade: Der Speicher lässt sich nicht erweitern, Immerhin stehen bei unserem Testgerät 25 Gigabyte für die Nutzung zur Verfügung. Auch ein NFC-Chip ist an Bord, der sich mit Hilfe von sogenannten Smart Tags sofort im privaten Umfeld einsetzen lässt. Die kleinen Sticker sind über das Smartphone programmierbar und führen bei Kontakt vorgegebene Operationen durch: Ein Smart Tag kann etwa auf dem Nachttisch liegend automatisch die Weckfunktion aktivieren und WLAN abschalten.

Praktisch aber ungewohnt: Sony hat die Tastatur oben um eine Zeile mit häufig gebrauchten Satz- und Sonderzeichen ergänzt.
Praktisch aber ungewohnt: Sony hat die Tastatur oben um eine Zeile mit häufig gebrauchten Satz- und Sonderzeichen ergänzt. ©

Im Auto aktiviert ein aderes die GPS-Navigation und Bluetooth. Zwei Smart Tags werden mitgeliefert, ein Viererpack kostet 15 Euro. In Sachen Software bringt das Xperia S wichtige Ergänzungen zur Android-Grundausrüstung mit. Wer beispielsweise nicht mit der Google-Navigation und der hier obligatorischen Datenverbindung navigieren will, findet eine Testversion des Wisepilot, die auch offline die Richtung weist. Neben dem von Sony Ericsson bekannten Music- und Spielestore Playnow fand sich auf dem Testgerät auch Sonys Streamingdienst Music Unlimited. Zum reinen Betrachten von Office-Dokumenten ist die Office Suite 5 von Mobisystems aufgespielt, wer unterwegs auch Hand an Dokumente anlegen will, kann auf die kostenpflichtige Vollversion aufrüsten.

Mäßige Ausdauer, guter Klang

Was dem Xperia S ein sehr gutes Testergebnis verhagelt, ist seine Ausdauer. Die typische Laufzeit bei gemischter Nutzung beträgt etwas über vier Stunden. Die Gesprächszeit liegt im GSM-Netz bei 10:30 Stunden, im UMTS-Netz kommt das Gerät auf rund 4:12 Stunden. Bei der intensiven Nutzung während des Tests musste das Xperia S am Abend zwingend an die Steckdose. Einen Ersatzakku zu kaufen, ist auch keine Option, da der Energieriegel fest verbaut ist. Die Rückseite des Smartphones lässt sich zwar öffnen – beim Testgerät hat die Abdeckung gar ein paar Zehntelmillimeter Spiel –, doch darunter findet sich lediglich der Steckplatz für die Micro-SIMKarte.

Alle Handy/Smartphone Tests

Für die Sende- und Empfangsqualität gilt das Gleiche wie für die Ausdauer: Sie ist gut, aber nicht überragend; in beiden Bereichen gibt es bessere Modelle. Nichts zu bemängeln hatten die Labortester dagegen beim Klang: Telefonieren klappt akustisch gesehen hervorragend, die Gesprächspartner klingen auf beiden Seiten sehr natürlich.

Fazit

Das Xperia S setzt sich optisch erfreulich vom Touchscreen-Einerlei ab und kann Sonys Versprechen „alles in HD-Qualität“ locker halten. Das Display ist eine Wucht, ohne effekthascherisch mit übertriebenen Farben zu protzen. Das gilt auch für die Kamera, die nicht zuletzt durch ihre Praxistauglichkeit dafür sorgt, dass nicht nur unter Idealbedingungen gute Aufnahmen gelingen.

Die Ausstattung ist bis auf den nicht erweiterbaren Speicher komplett. Für ein sehr gutes Ergebnis reichen Ausdauer sowie Sende- und Empfangsqualität nicht ganz. Doch wer einen großen Touchscreen zu schätzen weiß, sollte sich das Xperia S auf jeden Fall anschauen. Zumal die Preisempfehlung von rund 500 Euro für das Gebotene günstig ist.

 
comments powered by Disqus
Inhalt
  1. Sony Xperia S im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Anzeige
x