Smartphone

Sony Xperia X Performance im Test

Neben dem Flaggschiff Xperia X hat Sony auch das Schwestermodell X Performance in den Handel gebracht. Das hat die bessere Ausstattung – aber ist es auch das bessere Smartphone? Das zeigt der Test.

Sony Xperia X Performance

© Sony

Sony Xperia X Performance
EUR 699,00

Pro

  • Premium-Design und Haptik
  • Display mit sehr guter Darstellungsqualität
  • sehr gute Audioausstattung
  • schlankes Android- System mit schnellen Updates
  • wasser- und staubdicht nach IP68

Contra

  • relativ groß und schwer
  • kein UKW-Radio mehr
  • echte Alleinstellungsmerkmale fehlen

Fazit

Connect-Urteil: gut (424 von 500 Punkten)
84,8%

Bereits bei der Vorstellung der neuen X-Serie im Februar 2016 sorgte Sonys Modellpolitik für Stirnrunzeln unter Beobachtern. Kaum jemand konnte verstehen, warum die Japaner das Xperia X (Test) als Spitzenmodell und Zugpferd positionierten, es aber gleichzeitig schwächten, indem sie ihm mit dem X Performance eine technisch stärkere Schwester an die Seite stellten. In der Pressemitteilung wurde das Xperia X als "Top-Modell" bezeichnet und das X Performance als "Premium- Modell" geadelt.

In Deutschland wollte man das exquisite Smartphone ursprünglich gar nicht in den Handel bringen, erst im Juni 2016 kündigte Sony den Marktstart hierzulande an. So ist das X Performance erst seit wenigen Wochen erhältlich - im Gegensatz zum X, das bei jedem Netzbetreiber im Regal steht, sind die Vertriebskanäle aber überschaubar, sodass man gar nicht so einfach rankommt: Das edle Teil ist nur im Sony-eigenen Shop und bei Amazon erhältlich, in Weiß, Schwarz, Lime-Gold und Rosé-Gold. Die beiden letzteren Farben gibt es sogar nur bei Amazon. Egal in welcher Nuance, der Preis liegt immer bei 699 Euro - 100 Euro mehr, als man für das normale X bezahlt.

Sony Xperia X Performance

© Sony

Der Autofokus kann die Bewegungen von schnellen Objekten vorausberechnen und so die Bewegungsunschärfe minimieren.

Leistung ohne Ende

Der Zusatz "Performance" macht bereits deutlich, wo die Veränderungen liegen. Das Smartphone ist mit Qualcomms Spitzenmodell Snapdragon 820 bestückt, das deutlich mehr Leistung liefert als der Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 617 im Xperia X. Was sich auf dem Papier gigantisch anhört, schrumpft in der Realität freilich zu einer Fußnote zusammen, denn dieser Leistungsschub wird eigentlich nur sichtbar, wenn man Benchmark-Apps durchlaufen lässt.

Im Alltag bekommt der Nutzer davon nichts mit, weil die Prozessoren auch in der Mittelklasse ein Niveau erreicht haben, das völlig ausreicht, um ein Android-System flüssig am Laufen zu halten und jederzeit ein hohes Bedientempo zu gewährleisten. Selbst bei anspruchsvollen Anwendungen wie 3D-Spielen sind die Unterschiede marginal. Die Apps starten auf dem X Performance einen Tick schneller, aber das war es auch schon.

Der Arbeitsspeicher hat bei beiden Smartphones mit 3 GB eine angemessene Größe. Der starke Prozessor sorgt Stand heute also nicht für spürbare Unterschiede, macht das Telefon aber zukunftssicher: Neben den besseren Benchmark-Ergebnissen ist das X Performance auch besser für kommende Android-Versionen und Apps gerüstet, die erfahrungsgemäß immer anspruchsvoller werden.

Sony Xperia X Performance

© Screenshot WEKA / Connect

links: Spezielle Energiesparmodi verlängern die Ausdauer. Dabei werden jedoch viele wichtige Funktionen deaktiviert. rechts: Bei keinem Hersteller harmoniert die Software-Oberfläche so gut mit dem Gehäusedesign. Über eine App kann man den Look anpassen.

Dicker und schwerer

Die Veränderungen beim Gehäuse wirken sich dagegen viel stärker auf den Alltag aus, denn beide Smartphones sehen nur auf den ersten Blick aus wie eineiige Zwillinge. Sony kann die schlanke Linie (7,6 Millimeter Bauhöhe) nicht halten und schlägt fast einen ganzen Millimeter drauf. Auch bei der Höhe und der Breite legt das X Performance etwa einen Millimeter zu. Das klingt vernachlässigbar, sorgt in der Summe aber für einen voluminöseren Auftritt. Zumal das Gewicht von 152 auf 165 Gramm zugelegt hat. Von der handlichen und leichten Formensprache, die das Schwestermodell auszeichnet, bleibt beim X Performance nicht mehr viel. Im Gegenzug wirkt der 5-Zöller, gerade weil er so viel auf die Waage bringt, noch einen Tick wertiger und stabiler, zumal das Aluminium auf der Rückseite nicht glatt ist wie beim X, sondern gebürstet wurde.

Die Rückseite hat uns auch deshalb sehr gut gefallen, weil die Kameralinse nicht mehr hervorsteht, sondern plan mit dem Gehäuse abschließt. Der entscheidende Vorteil ist aber die robuste Bauweise: Im Gegensatz zum Xperia X ist das Performance wasserdicht nach IP68, übersteht also maximal 30 Minuten in bis zu 1,50 Meter tiefem Süßwasser. In die Badewanne kann man dieses Smartphone ohne Bedenken mitnehmen.

Nicht ganz auf einer Linie

Die Kapazität des Akkus ist zwar gewachsen (von 2620 auf 2700 mAh), Sony schafft es aber nicht, diesen Zugewinn in eine längere Laufzeit umzumünzen. Im genormten connect-Nutzungsmix schafft das X Performance 7:02 Stunden und positioniert sich im guten Mittelfeld. Mit 7:32 Stunden hält das Xperia X zwar länger durch, die Werte liegen aber recht nahe beieinander. Der Blick auf die detaillierten Messergebnisse zeigt dann auch, dass es ganz darauf ankommt, was man macht: Mit dem X Performance kann man länger telefonieren, der Stromverbrauch mit eingeschaltetem Display ist dagegen höher. Vernachlässigbar sind die Unterschiede bei der Sprachqualität. Das X Performance bietet eine minimal bessere Akustik in Senderichtung, ansonsten ist das Niveau gleich gut.

Überraschend deutlich fallen die Unterschiede bei den Funkeigenschaften aus: Das Performance ist durch die Bank schlechter und erreicht im UMTS-Netz nur die Gesamtnote "gut", während das günstigere Schwestermodell sich hier überragend präsentiert und die volle Punktezahl abräumt.

Fazit

Das Gesamturteil fällt aber nicht nur deshalb deutlich aus: Das X Performance ist zwar wasserdicht und bietet mehr Leistung, es ist aber auch größer, schwerer und vor allem teurer als das X. Für die meisten Kunden ist das "normale" Modell daher ganz klar der bessere Deal.

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