Smartphone

Sony Xperia X im Test

Sonys 2016er Flaggschiff Xperia X gefällt im Test mit einem eleganten Aluminiumgehäuse und besonderen Musikfunktionen. Echte Alleinstellungsmerkmale, die die Konkurrenz auf Abstand halten, sucht man allerdings vergeblich. Reicht das im Jahr 2016 noch zum Top-Smartphone?

Sony Xperia X

© Sony

Sony Xperia X

EUR 470,00

Pro

  • Premium-Design und -Haptik
  • kompakte Bauweise, liegt sehr gut in der Hand
  • Display mit sehr guter Darstellungsqualität
  • sehr gute Audio-Ausstattung
  • schlankes Android-System mit schnellen Updates
  • sehr gute Funkeigenschaften
  • lange Akkulaufzeit

Contra

  • nicht mehr wasserdicht
  • Prozessor-Performance hinter anderen Topmodellen angesiedelt
  • echte Alleinstellungsmerkmale fehlen

Fazit

connect Testurteil: sehr gut (433 von 500 Punkten)
86,6%

Der Vergleich mit dem Vorgänger Xperia Z5 zeigt ein kleineres Display, das von 5,2 auf 5 Zoll geschrumpft ist. Dabei bleibt die Auflösung unverändert bei 1920 x 1080 Pixeln. Die Qualität des LCD ist Sony-typisch sehr gut. Erstmals setzen die Japaner auf eine Glasfront, die an den Rändern gerundet ist - sogenanntes 2,5-D-Glas, das den Übergang zum Metallrahmen angenehm weich gestaltet. Aufgrund des kleineren Displays ist auch das Gehäuse relativ kompakt: Mit 143 x 72 x 7,9 Millimeter liegt das Xperia X etwas besser in der Hand als der Vorgänger (146 x 72 x 7,3 Millimeter). Die Rückseite besteht nicht mehr aus Glas, sondern aus Aluminium, das genauso wie das Glas auf der Front zu den Rändern hin leicht abfällt.

Haptischer Leckerbissen

Das runde Design und der großzügige Einsatz von Aluminium machen das Xperia X zu einem haptischen Leckerbissen, der sich der Hand ergonomisch perfekt anschmiegt. Im direkten Vergleich mit dem Z5 fallen außerdem kleine Detailveränderungen auf: Die Kameralinse steht nun ganz leicht aus dem Gehäuse hervor, der Deckel für Nano-SIM und Micro-SD ist kleiner. Die Verarbeitung beider Modelle ist exzellent, beim Xperia X verzichtet Sony allerdings auf eine IP-Zertifizierung, das Smartphone ist also nicht mehr wasserdicht. Das ist ein Nachteil gegenüber der Konkurrenz wie Samsungs Galaxy S7.

Sony Xperia X

© Sony

Sony Xperia X Rückseite.

Als Prozessor dient das Mittelklasse-SoC Snapdragon 650 (SoC steht für System-on-a-Chip), das Anfang 2015 vorgestellt wurde und bisher kaum in Smartphones verbaut ist. Der 6-Kerner erreicht unter Last eine Performance, die mit dem letztjährigen Spitzenmodell Snapdragon 810 vergleichbar ist. In Kombination mit 3 GB Arbeitsspeicher und einem leistungsfähigen Grafikprozessor (Adreno 510) ist ein flüssiges Benutzererlebnis auch bei grafisch anspruchsvollen Anwendungen garantiert.

Die Performance kann allerdings mit anderen Flaggschiffen wie dem iPhone 6s Plus (Apple A9), dem HTC 10 (Snapdragon 820) und dem Galaxy S7 (Exynos 8890) nicht mithalten. Die Leistungsunterschiede werden zwar momentan nur in Benchmarks sichtbar, aber vielleicht machen sie sich in einem halben Jahr, mit einer neuen Android-Version und anspruchsvolleren Apps, auch im Alltag bemerkbar. In jedem Fall bleibt festzuhalten, dass andere Oberklasse-Smartphones mehr zu bieten haben.

Viele musikalische Extras

Für Musikliebhaber war Sony schon immer eine gute Adresse, und das Xperia X macht hier keine Ausnahme. Neben dem sehr guten Sound überzeugen auch die vielen Extras, von Klangverbesserungen wie Clear Audio+ (automatische Optimierung der Soundeinstellungen) und DSEE HX (optimiert den Klang von MP3- und AAC-Dateien) bis zum Abspielen verlustfreier Audioformate wie FLAC und einer Klinkenbuchse, die Kopfhörer mit digitaler Geräuschunterdrückung unterstützt. Diese gehören allerdings nicht zum Lieferumfang, beigelegt sind normale In-Ears, die eine klassenübliche Qualität bieten.

Neu hinzugekommen beim Xperia X ist ein individuelles Klangprofil, das automatisch auf die angeschlossenen Kopfhörer und die Hörgewohnheiten des Nutzers abgestimmt wird. Spürbare Auswirkungen haben wir allerdings nicht feststellen können, der Ansatz von HTC und Samsung, die ein solches Profil mithilfe eines einfachen Hörtests erstellen, erscheint vielversprechender.

Sony Xperia X Apps

© Sony

Ein Assistent erleichtert den Start und transferiert bei Bedarf auch Daten vom alten Telefon. Ärgerlich: Promo-Apps wie die von Sky lassen sich nur deaktivieren, nicht deinstallieren.

Wie aus einem Guss

Das Xperia X läuft mit der aktuellen Android-Version 6.0.1, eine Aktualisierung auf die kommende Android-Version N, die im Herbst 2016 erwartet wird, ist so gut wie sicher, denn Sony ist für einen besonders guten Software-Support bekannt. Das liegt auch daran, dass die Japaner die Benutzeroberfläche nur noch behutsam anpassen und sich stattdessen stark am nativen Android-Design orientieren. So hält sich der Programmieraufwand in Grenzen, wenn Google eine neue Version veröffentlicht.

Die wenigen Extras, die Sony implementiert, sind eine echte Bereicherung für das Android-System. Ein Einführungsassistent macht es Sony- oder Android-Einsteigern leicht, die spezifischen Besonderheiten des Systems und des Smartphones kennenzulernen. Darüber hinaus hält eine gut gemachte Nachrichten-App über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden. Dabei ist die Oberfläche perfekt auf das Design und die Farbe des Smartphones abgestimmt, was für ein harmonisches Benutzererlebnis sorgt - keinem anderen Hersteller gelingt das so gut wie Sony.

Weniger gefallen haben uns die vielen vorinstallierten Apps, unter anderem Amazon Shopping und Sky Go. Sie lassen sich leider nicht deinstallieren, nur deaktivieren. Obwohl von den 32 GB nur knapp 19 GB verfügbar sind, bringt einen dieser Umstand nicht in Speichernöte, weil man per Micro-SD problemlos nachrüsten kann.

Sony Xperia X Kamera

© Sony

Sony Xperia X Kamera: Der Autofokus wurdeverbessert. Er kann die Bewegung von schnellen Objekten vorausberechnen und so die Bewegungsunschärfe minimieren.

Kamera aus dem Z5 bekannt

Sony setzt wie beim Vorgänger Xperia Z5 auf den 23-Megapixel-Sensor IMX230, der von einer weitwinkeligen 24-Millimeter-Brennweite und einer f2.0-Blende flankiert wird. Die Bildqualität ist im Prinzip mit dem Z5 identisch, was bedeutet: An die Spitzengruppe um das Samsung Galaxy S7 und iPhone 6s reicht das X-Modell nicht ganz heran. Vor allem bei Aufnahmen mit wenig Licht ist der Rauschanteil wesentlich höher als bei den genannten Konkurrenten. Im Automatikmodus hat man die Wahl zwischen 23 und 8 Megapixeln, Letzteres ist bei Lowlight-Aufnahmen empfehlenswert, weil dann der Rauschanteil niedriger ist. Auch bei einem hohen Kontrastumfang stößt die Kamera an Grenzen: Helle Flächen brennen vergleichsweise früh aus - wenn man etwa eine Person mit weißem Hemd in der Sonne fotografiert, hat das Textil fast keine Zeichnung mehr.

Bei weniger problematischen Lichtbedingungen gelingen dagegen tolle Bilder. Hier kann die Kamera ihre große Stärke - die hohe Auflösung - voll ausspielen und stellt auch feine Strukturen gut dar. Ebenfalls hervorzuheben: Autofokus und Auslöser reagieren ohne Verzögerung.

Gut gefallen haben uns auch die Sony-typische Extra-Taste für die Kamera, die die Bedienung in die Nähe eines richtigen Fotoapparats rückt, und die lichtstarke 13-Megapixel-Frontkamera, mit der Selfies in sehr guter Qualität gelingen. Neu ist der viel beworbene prädiktive Autofokus, der bei actionreichen Szenen ins Spiel kommt: Er berechnet die Bahn eines sich schnell bewegenden Motivs voraus und reduziert so die Bewegungsunschärfe - allerdings nur, wenn das Motiv sehr schnell und relativ nah an der Kamera ist, zum Beispiel, wenn ein Hund direkt auf den Fotografen zuläuft.

Die Vorgänger im Test

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Ausdauer und Messwerte

Der Auftritt im Testlab war durch die Bank überzeugend. Die Funkeigenschaften sind im UMTS- und LTE-Netz herausragend, die typische Ausdauer von 7:39 Stunden liegt ebenfalls über dem Durchschnitt - ein Tag ohne Steckdose ist für das Xperia X kein Problem, unter Umständen sind sogar anderthalb Tage drin. Leider verzichtet Sony auf eine Schnellladefunktion, es dauert etwa 2:15 Stunden, bis der 2620 mAh starke Akku vollgetankt ist. Dafür integrieren die Japaner eine spezielle Software von Qnovo, die den Ladeprozess so schonend steuert, dass der natürliche Alterungsprozess des Akkus verzögert wird.

Das ist ein Mehrwert, denn der Akku ist fest eingebaut und kann nicht einfach ausgetauscht werden. Ein Alleinstellungsmerkmal, das die Konkurrenz auf Abstand hält, ist es aber nicht.

Fazit

Und so bleibt trotz der sehr guten Testergebnisse ein schaler Beigeschmack: Im Vergleich mit dem Vorgänger ist kaum eine Weiterentwicklung zu erkennen. Wer sich daran nicht stört, der bekommt mit dem X ein überdurchschnittlich gutes und schickes Smartphone.

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