Testbericht

Standlautsprecher Quadral Vulkan VIII

Ihr feudaler Basstreiber sicherte der Quadral Vulkan VIII (6500 Euro das Paar) großartige Pegelreserven. Die wilden Bass- und Synthie-Spielereien der Schweizer Formation Yello managte die Edelbox lässig.

  1. Standlautsprecher Quadral Vulkan VIII
  2. Datenblatt
Standlautsprecher Quadral Vulkan VIII

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Standlautsprecher Quadral Vulkan VIII
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Die Explosionszeichnung verdeutlicht den Aufbau des Bändchenhochtöners. Die gelbe, mit Leiterbahnen bedampfte Membranfolie ist auf beiden Seiten von starken Magnetstäben (blau) umgeben. Die flache Gehäusekammer ist rückseitig geschlossen.

Hochtöner nach dem Prinzip des Bändchens erfreuen sich in Fan-Kreisen nach wie vor großer Beliebtheit. Ihre Glanzzeit hatte die Bauform in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der Hannoveraner Boxenhersteller Quadral mit den frühen Generationen von Vulkan und Titan einen Testsieg nach dem anderen einfuhr.

Kenner schätzen die Bauform wegen ihrer geringen bewegten Masse, die in Kombination mit starken Antrieben eine enorme Frequenzbandbreite ermöglicht. Belastbarkeit und Serienkonstanz waren seinerzeit nicht unproblematisch.

Durchgebrannte oder ausgeleierte Folien sind heute kaum noch ein Thema. Das in der achten Generation verwendete Chassis ist derart wirkungsgradstark, dass es von der Frequenzweiche um bis zu 10 Dezibel gebremst werden muss. Als Nebeneffekt arbeitet der Treiber fast ständig im Leerlauf.

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Der Mitteltöner (2. Kammer von oben) ist mitsamt Weiche separat montiert. Der diagonal sitzende Bass (Mitte)erlaubt schmale Formen. Das Bassreflexrohr mündet im Bereich des Sockels.

Die Übertragungsbandbreite kann sich auch heute sehen lassen. Dem Diamanthochtöner von B&W nicht unähnlich marschiert das Quadral-Bändchen ohne erkennbare Resonanzen mühelos über die 40-Kilohertz-Grenze. Hier hört stereoplay auf zu messen, weil die eingesetzten Mikrofone dafür nicht ausgelegt sind.

Allerdings erzeugt der Treiber derart hohe Frequenzen nur in einem schmalen Winkelbereich nahe der Hauptachse senkrecht zur Boxenfront. Schon 10 oder 30 Grad entfernt werden nur noch Werte knapp über 10 Kilohertz erreicht.

In Sachen Klirr ist das Bändchen dem Diamanthochtöner klar unterlegen. Zwischen 3 und 4 Kilohertz, also mitten im ohrempfindlichsten Bereich, liegen seine Verzerrungen um ein Vielfaches höher.

Die mittleren Lagen überlässt die Vulkan einem bewährten Konustreiber mit steifer Alumembran und besonders starkem Antrieb. Im Bass kommt ein 12-Zöller zum Einsatz, der aus Platzgründen diagonal im Gehäuse montiert ist und so eine zeitgemäß schlanke Boxenfront ermöglicht. Vor dem Chassis befindet sich eine Art Druckkammer, die im energiezehrenden oberen Bass den Wattbedarf senkt.

Ihr feudaler Basstreiber sicherte der Vulkan großartige Pegelreserven. Die wilden Bass- und Synthie-Spielereien der Schweizer Formation Yello (siehe Heft-CD zur Ausgabe Januar 2010) managte die Edelbox ausgesprochen lässig und druckvoll.

Die Vulkan hat ein Faible für stimmliche Feinheiten

Die fetzigen Schlagzeugeinwürfe tönten hier allerdings weit weniger glockenrein als über die B&W - die lag mit ihrer Transparenz uneinholbar vorne. Im Bass spielte die Quadral machtvoller, die B&W aufgeräumter und genauer.

Ebenfalls ins Hintertreffen geriet die Vulkan bei der Homogenität. Sie konnte zwar stimmliche Feinheiten deutlich herausarbeiten, doch das Zusammenspiel der Teilbereiche gelang der B&W besser. Die Fangemeinde muss das nicht stören. Mit ihrer Neutralität und Pegelsicherheit wird auch die achte Generation zufriedene Abnehmer finden.

Quadral Aurum Vulkan VIII

HerstellerQuadral
Preis6500.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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