Testbericht

Subwoofer Velodyne DD 12+ im Test

Der neue Velodyne DD 12 Plus (4000 Euro) ist ein präziser, unglaublich tiefer und musikalischer Woofer mit überragender Ausstattung und Einmessung.

  1. Subwoofer Velodyne DD 12+ im Test
  2. Raum-Einmessung und Messlabor
  3. Datenblatt
Velodyne DD 12+

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Velodyne DD 12+

Dass Velodyne der führende Hersteller weltweit ist, der sich nur auf Subwoofer konzentriert, ist kein Zufall. Der technologische Vorsprung der US-Amerikaner bei Chassis und Endstufen im Kilowatt-Bereich äußerte sich schon darin, dass man auf Bassreflex-Konstruktionen im hochwertigen Bereich verzichtete und auch für Heimkinozwecke nur geschlossene Gehäuse anbot.

Velodyne DD 12+

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Das zwölf Zoll große Chassis bietet eine schier unglaublich große ¬Sicke für die Hubbewegungen um im kleinen geschlossenen Gehäuse hohe Pegel zu erzeugen

Auch im Bereich der Subwoofer-Einmessungen und parametrischer Filter war Velodyne der Pionier, allerdings drohte die Konkurrenz jüngst mit PC-gesteuerten Woofern und allerlei Einmesstricks am Branchenprimus vorbeizuziehen.

Mit der DD-Plus-Serie beginnt nun bei Velodyne ein neues Zeitalter: Neben der klassischen Steuerung des Woofers per Fernbedienung und Fernseher lassen sich alle Funktionen nun auch per USB-Kabel mit einem PC bequem vom Hörplatz aus steuern, tunen und natürlich auch speichern. Die ohnehin schon reiche Funktionsvielfalt der alten DD-Serie hat man fast zu einem Zustand gesteigert, den man bei Autos als "Vollausstattung" bezeichnen würde.

Velodyne DD 12+

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Signale gehen auch symmetrisch per XLR ein und aus beim Velodyne. Ungefilterten Output stellt er parallel zum Hochpass-Signal zur Verfügung.

So akzeptiert der Velodyne DD 12+ nicht nur XLR und Cinch (neben Hochpegel), er gibt sie auch über getrennte Buchsen gleichzeitig gefiltert und ungefiltert aus. Somit können parallel eine Endstufe für die Hauptlautsprecher und ein weiterer Sub gesteuert werden; neben den Trennfrequenzen lassen sich auch die Pegel einzeln regulieren. Für den professionellen Installer-Einsatz steht neben einer RS232-Buchse auch noch ein Ethernet-Anschluss und ein USB zur Verfügung.

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Die Schwingspule des DD-Plus-Chassis wird außen wie innen um den Träger gewickelt. Magnetische Feldstärke und optimale Wärmeableitung lassen sich so gemeinsam realisieren.

Wer die volle Funktionswelt des Velodyne DD 12+ nutzen will, muss sich ein wenig einarbeiten. Dann beherrscht man von der Trennfrequenz über die Flankensteilheit bis zur Phasenlage und den verschiedenen Stufen der automatischen Einmessung eigentlich alles. Die Pegelregelung und Anwahl einer der sechs Presets funktioniert dagegen intuitiv per Fernbedienung und kleinem Display auf der Front. Ebenso sorgt ein kleiner Druck auf die "Night"-Taste für einen Nachtmodus mit aktiviertem Expander/Limiter.

In Vergessenheit geraten sollte trotz aller Tricks nicht die klassische Basseinheit: Ein zwölf Zoll großes Chassis mit einer in sechs Lagen gewickelten Schwingspule bietet eine schier unglaublich große Sicke für Hubbewegungen jenseits von Gut und Böse. Das ist einerseits nötig, um im kleinen geschlossenen Gehäuse hohe Pegel zu erzeugen, zum anderen mobilisiert die Schaltendstufe nicht weniger als 1250 Watt Sinus (!) und bis 3 Kilowatt für Pegelspitzen.

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Dank vieler Anschlüsse und Hochpass lässt sich der DD12+ in jede Heimkino- und fast jede Stereoanlage integrieren. Zur Steuerung dockt ein PC oder ein Fernseher und Mikro an.

Doch von einem Überfluss an Kraft konnte nicht die Rede sein: Der Velodyne empfahl sich als präziser und trockener, unglaublich tiefreichender Woofer mit einer sehr dosierten und musikalisch bestens eingebundenen Performance. Das konnten wuchtige Orgeltöne sein (Petr Eben, Symphonia Gregoriana), harte Beats (Joe Satriani; "Engines of Creation") oder intime Akustik-Sets (Grönemeyer; "Unplugged") - der DD12+ traf stets den richtigen Ton, fügte sich nahtlos in den Rhythmus ein, anstatt nachzuhinken oder die Musiker vor sich her zu treiben.

Besonderen Applaus verdiente er sich mit seinem Tiefgang: Kein einziges Hertz von Madonnas "Power Of Goodbye" verschenkte er, trennte dabei die synthetischen, langgehaltenen Basstöne perfekt von den trockenen Bassdrumschlägen, ohne dass sein Tiefton je streng oder überregelt geklungen hätte.

Dabei waren ihm auch brachiale Töne nicht fremd, bei Science-Fiction a la "Star Wars Episode II" ließ er den Hörraum standesgemäß erbeben und lehrte mit seinen auf den Punkt getimeten Explosionen die Zuhörer das Fürchten. Allenfalls pegelhungrige Heimcineasten mit entsprechend großen Räumen werden das letzte Quentchen Vibration in der Magengrube vermissen. Aber der Trost ist nicht weit: Es gibt in der DD+ noch eine 15- und eine 18-Zoll-Version.

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