Testbericht

Surround Lautsprecherset B&W 686 / ASW 608

Stereofon sichern die 686 von B&W (1600 Euro das Paar) die audiophile Grundversorgung. Mehrkanalig sind sie die ideale Basis für ein klangstarkes Heimkino.

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Surround Lautsprecherset B&W 686 / ASW 608

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Surround Lautsprecherset B&W 686 / ASW 608

Bei jeder Boxenserie gibt es ein Einstiegsmodell mit dem Charme der geringsten Abmessungen und dem günstigsten Preis. Bei der 600er-Serie des britischen Vorzeigeunternehmens B&W ist dies die 686.

Die kaum 5 Kilo schwere, ausgeprochen handliche Box rangiert unter der 685, deren Test in Heft 6/2007 nachzulesen wäre. Die knapperen Abmessungen kosten etwas Bassfülle und Grobdynamik, weltbewegend sind die Unterschiede nicht. Das größere Modell lohnt sich nur, wenn der Betreiber die deftigeren Pegel auch tatsächlich nutzt und die Boxen eher frei als wandnah aufstellen möchte.

Bei Multichannel, wo sich die Last der Raumanregung auf fünf oder mehr Schallquellen verteilt und so jede einzelne weniger gefordert wird, bringt die 685 kaum Vorteile, denn ihre untere Grenzfrequenz liegt kaum tiefer und die geringfügig höheren Dynamikreserven sind eher nebensächlich. Zumal wenn der Bassbereich, der letztlich die Maximalpegel diktiert, receiverseitig an einen Subwoofer weitergereicht wird. Preis- und optikbewusste Mehrkanaler fassen daher besser die kleinere 686 ins Auge und stecken die Ersparnis (bei fünf Exemplaren immerhin rund 350 Euro) besser in einen oder gar zwei Basserzeuger.

Im Speaker-Management des Surround-Receivers wäre dann der Small-Modus zu wählen, der die solcherart zu Satelliten umfunktionierten Boxen durch ein Hochpassfilter entlastet. Je nach Raum und Boxenaufstellung sollten die Trennfrequenzen etwas differieren, beispielsweise 50 Hertz für den Woofer und 80 Hertz für die übrigen Kanäle. Das ergibt mit etwas Geschick einen perfekt ausbalancierten Bass und eine enorme Dynamik trotz sehr kleiner Boxen.

Um die übrigen Klangtalente muss sich der Anwender keine Sorgen machen, denn die 686 besitzt alles, was die 600er-Serie reizvoll macht: Einen sensationell guten Hochtöner, einen ausgefuchsten Kevlar-Tiefmitteltöner mit aufwendig belüftetem Korb und ein ebenso wertig wie zeitlos gestaltetes Gehäuse in wahlweise vier Farben, sogar mit serienmäßigen Haken für eine leichtere Montage an der Wand.

Das gesparte Geld ist im ASW 608 hervorragend angelegt, denn der nur 26 Zentimeter breite, nahezu würfelförmige Kraftzwerg erzielt eine Tieftonqualität, die auch allerbeste Kompakte ohne fremde Hilfe nicht ansatzweise erreichen.

Kenner der 600er-Baureihe werden spätestens jetzt einwerfen, warum an dieser Stelle kein Wort über die beiden Center der Baureihe steht. Die Antwort ist einfach: Beide sind deutlich teurer als eine 686 und passen mit ihrer Doppelbestückung (zwei Konuschassis) besser zu den Standboxen der Serie.

Wie also klingt die 686 Zunächst hieß es antreten in der normalen Stereokonfiguration, sprich zwei Exemplare brav und klassisch auf soliden Boxenständern, wie es sie auch im Zubehörprogramm von B&W gibt. Ausgesprochen fein und kultiviert gingen die kleinen Boxen zu Werke, das Klanggeschehen löste sich bestens und ließ den moderaten Preis schnell vergessen.

Andererseits erinnerten unfeine Ploppgeräusche unvorsichtige Kollegen an die Tatsache, dass hier zwei sehr kleine Boxen zu Werke gingen, die nicht zur Beschallung von Partykellern entwickelt wurden. Nach dem Wechsel auf fünf Kanäle waren die 686 kräftemäßig kaum wiederzuerkennen. Durch die Filterung im Receiver mit drastisch erhöhten Reserven gesegnet, kam der zartherbe Charakter der kleinen Klangkünstler nun ungebremst zur Geltung.

Als hochgradig souverän entpuppte sich der ebenso tiefschürfend wie ultrasauber aufspielende Woofer, der dem Set eine akustische Größe verlieh, die im krassesten Widerspruch zu seinen Abmessungen stand. Klein, preiswert und überraschend klangstark - mit der 686 macht Multichannel einen Riesenspaß.

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