Testbericht

System Audio Mantra 30 im Test

Die Boxen von System Audio sind bewusst schmal gehalten. So auch die Mantra 30. Wir haben die Standbox getestet.

System Audio Mantra 30

© Hersteller / Archiv

System Audio Mantra 30

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Weiträumig-realistische Abbildung
  • Sanfte Höhen und hohe Transparenz

Contra

Die 1980er Jahre gingen in die HiFi-Geschichte ein als die Zeit der XXL-Boxen: je größer die Bässe, je mehr Chassis auf der Schallwand, desto besser. Der Däne Ole Witthoft gründetete seine Lautsprechermanufaktur System Audio 1984 als bewussten Kontrapunkt zum damaligen Zeitgeist.

Nicht nur, dass er schlanken Boxen und minimalistischem skandinavischem Design den Vorzug vor dem damaligen Technik-Look gab. Er konnte auch handfeste akustische Gründe vorweisen, warum seine Konzepte trotz offenkundig weniger Membranfläche homogener und schneller klangen.

System Audio Mantra 30: Aufbau

So folgt heute auch die Mantra 30 der damaligen Philosophie. Sie ist als 2,5-Wege-System mit nur zwei Bässen im 11-Zentimeter-Format ausgestattet. Um dennoch vollen Tiefgang und passable Pegelwerte zu erreichen, wurden die Chassis mit einer stark versteiften Polypropylen-Membran, einer bis zu einem Zentimeter in jede Richtung linear arbeitenden Sicke sowie einem extrem starken Magnetantrieb ausgestattet.

Verstrebungen des Blechkorbs

© Hersteller / Archiv

Dank Verstrebungen ist der Blechkorb sehr stabil, die Hinterlüftung vermeidet Kompression. Die große Sicke gestattet entsprechende Hübe.

Beide Tiefmitteltöner arbeiten auf ein Volumen, das nicht das gesamte Gehäuse füllt - im unteren Bereich lässt sich eine Kammer zur Stabilisierung mit Sand befüllen. Die Übergabe an die Hochtonkalotte erfolgt bei 3 kHz, was angesichts des kleinen Tefmitteltöners ein optimales Rundstrahl- und Klirrverhalten ermöglicht.

System Audio Mantra 30: Hörtest

System Audio empfiehlt seine Boxen gewöhnlich für wandnahe Aufstellung, entsprechend erwarteten die Tester freistehend einen etwas zu dünnen Bass. Doch nichts da, die Mantra verfügte beim Live-Konzert der Triband über ein erstaunlich knackiges, recht tiefes und sattes Fundament. Zwar fehlte den Synthie-Bässen in Yellos "Oh Yeah" das letzte Quäntchen Sub-Bass, wahre Druckwellen waren ebenso wenig ihre Sache wie hohe Pegel. Sie entschädigte aber mit ihrem herausragend transparenten Klangbild und einer schön weit über die Stereobasis hinausreichenden Bühnendarstellung.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Besonders mit feinem Folk und klein besetzter Klassik, hier Brahms 1. Klaviertrio (Storioni Trio), aber auch mit Jazz spielte sie ausgesprochen natürlich, räumlich und differenziert. Da kamen keinerlei Wünsche nach einem breiteren Speaker auf.

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