Testbericht

T+A Criterion TS300 + TR 450 + TC 500

Statt Leder und Raffinesse setzt die T+A TS300 auf optisches Understatement, nur die geschwungene Form ihrer Seitenflanken ist ein Hingucker. Weder ihr Volumen noch ihre moderat proportionierten 18-Zentimeter-Chassis deuten auf die Bassgewalt im Inneren hin. Doch der T+A-Kenner weiß: Wie schon die klassischen Serien holt eine Transmissionline aus den moderaten Maßen ein klangliches Fundament der Extraklasse. Die Technik, die lediglich mit einer Verzögerung und Umlenkung des in die Box abgestrahlten Tiefenanteils hantiert - im Gegensatz zum eigenen Resonator eines Reflexsystems - ist unter Highendern bekannt für ihre sauberen und tiefen Basseinsätze.

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© Archiv

Um die Vorteile der Technik voll auszunutzen und schädliche Mitteltonresonanzen zu vermeiden, arbeiten die beiden großen Chassis nur im Bass. Der Mitteltöner schwingt in einer geschlossenen Kammer und soll mit der von T+A patentierten, mehrfach geschlitzten und mit speziellem dämpfenden Kleber wieder verschlossenen Membran für eine besonders partialschwingungsfreie Stimmwiedergabe sorgen. Im Hochton ist das T+A-Rezept dem von Sonus verblüffend ähnlich: Ein Ringstrahler mit weicher Gewebemembran verheißt detailreiche Wiedergabe und resonanzfreie Höhen, allerdings verzichten die Deutschen auf den spitzen Phaseplug der Italiener.

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Für klangliche Homogenität innerhalb des Sets bekam die Kompaktbox TR 450, die hier als Rearspeaker arbeitet, den gleichen Ringstrahler und einen ähnlich aufgebauten Tiefmitteltöner spendiert. Theoretisch würde sie auch ohne Bass-unterstützung spielen, doch im Set spendierten die Redakteure ihr eine Entlastung per "Small"-Filter, um das Set bassstärker und dynamischer spielen zu lassen.

Bereits in Stereo punkteten die TS300 neben ihren auflösungstarken, doch nie aufdringlichen Höhen beim Live-Klassiker "Guantanamera" (Weavers Reunion Concert) mit weitem Raum. Bei den perkussiven Basschlägen spielten die Transmissionlines ihre dynamischen Fähigkeiten voll aus und erzeugten ein ums andere Mal regelrechte Tieftonschübe.

Die genügten auch im Mehrkanalteam für so manche Film-DVD: Sicher, für Science-Fiction a la "Star Wars Episode 2" könnte ein Subwoofer noch stärkere Explosionen produzieren, doch bereits die Standboxen klangen satt und voll. Zu ganz großer Form lief das T+A-Set als Quartett mit Musik auf: Mit Center klang die historische Stimme von Ray Charles mit dem modern mehrkanalig swingenden Count Basie Orchestra (Telarc) ortungsgenauer, jedoch sanfter und im Musikfluss homogener. Bei Klassik war die 4.0-Variante sogar klar überlegen, ohne Center gewann Mahlers "klagendes Lied" (Tilson-Thomas) Raumtiefe. Ob Film oder Musik, Stereo oder Surround, ob alt oder neu - das T+A-Set erwies sich als wahrer Künstler im Verbinden verschiedener Welten.

T+A Criterian TS300 + TR450 + TC500 (5.0)

HerstellerT+A
Preis5400.00 €
Testverfahren1.0

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