Testbericht

T-Mobile Sidekick 3

Ein Statussymbol ist der Sidekick nicht, als Kommunikationsmaschine zeigt er aber Stärken.

T-Mobile Sidekick 3

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T-Mobile Sidekick 3
Tastatur

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Schreib mal wieder: Mit der Tastatur des Sidekick 3 lässt es sich unterwegs recht bequem tippen.

Als ideale Mailmaschine beschrieb  in connect 6/2005 der damalige Tester den Sidekick 2. Aufs MP3- und Megapixel-UMTS-Handy wollte er aber nicht verzichten und trug folglich zwei Geräte in diversen Taschen bei sich. Ob der neue Sidekick 3 - in der Version von T-Mobile getestet - hier Besserung bringt? Teilweise: Der MP3-Player ist nun eingebaut, selbst einen Mini-SD-Card-Slot zur Aufnahme größerer Musiksammlungen kann der neue Sidekick vorweisen. Der Steckplatz liegt zwar unter dem Akkudeckel, lässt sich aber ohne Entfernen des Stromspenders mit Karten bestücken. Der Akkudeckel ist dabei eine weitere Premiere: Beim Sidekick 2 war der Energielieferant noch fest eingebaut, zum Wechsel musste das Gerät eingeschickt werden. Auch optisch hat der Sidekick aufgerüstet und kann nun immerhin eine 1,3-Megapixel-Kamera anstelle der bisherigen VGA-Knipse vorweisen.

Kameratechnik steht aber nicht im Mittelpunkt des Interesses beim typischen Sidekick-Käufer, mobile Kommunikation dafür umso mehr. Und hier spielt der neue Dreier seine Stärken aus: Nach einmaliger Konfiguration findet die elektronische Post wie von selbst den Weg aufs Gerät - und das an jedem Ort Deutschlands, der mit GSM versorgt ist. Im Ausland sollte man Push-E-Mail-Dienste allerdings nur nach genauem Studium der Risiken und Nebenwirkungen des abgeschlossenen Vertrages in Anspruch nehmen, sonst laufen die Kosten schnell aus dem Ruder.

E-Mail top, Anhänge flop

Akku

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Update: Früheren Versionen hat der Sidekick 3 den wechselbaren Akku voraus. Groß ist der Strom-spender noch dazu.

Nicht nur der E-Mail-Empfang lief im Test reibungslos. Das aufgeschnappte Display gibt eine Tastatur frei, die zum Antworten förmlich einlädt. Hier ist schnell eine Nachricht in guter äußerer Form beantwortet, zumal man das Gerät aufgeklappt vor sich auf den Tisch stellen kann. Auch die Navigation mit Scrollball, Menübutton und Tasten zum Zurückspringen und zum Beenden von Anwendungen klappt intuitiv.

Rudimentärer gestaltet sich indes der Umgang mit Anhängen: Word- und PDF-Dateien werden zum reinen Text gewandelt auf das Gerät geschickt. Abspeichern, Weiterbearbeiten und Zurückschicken? Diese Vorhaben kann man allesamt vergessen. Damit handelt sich der Sidekick 3 herben Punktabzug beim Office-Handling ein. Zu diesem gesellt sich eine vermeidbare Schwäche beim Personal Information Management. Zwar sind die Basis-Funktionen für Adressbuch, Aufgabenliste und Notizverwaltung gut implementiert, doch zum Synchronisieren dieser Daten mit Outlook auf dem PC ist keine Applikation vorhanden - die wird auf der Konfigurationsseite für die E-Mail-Accounts zum Preis von zehn Euro angeboten. Für Sidekick-User ist das sicherlich eine lohnende Investition, doch bisher ist connect noch kein anderes PDA-Phone untergekommen, bei dem man für den Datenabgleich extra zahlen musste. Wer auf Outlook verzichten möchte, kann seine persönlichen Daten alternativ auch per Webinterface auf dem PC verwalten.

Dreh- und Klappmechanismus

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Stabil: Für den Dreh- und Klappmechanismus ist eine solide -Metallplatte in das Kunstoff-Gehäuse geschraubt.

Weit hinter dem Standard üblicher PDAs und PDA-Phones bleibt auch das Display zurück. Es ist zwar groß, was Punkte bringt, wirkt aber in der Farbdarstellung flau und auch in der Auflösung mit 240 x 160 Pixeln recht grobkörnig. Internetseiten machen so keinen Spaß, und auf WAP-Seiten versteht sich der Sidekick noch schlechter - die zeigt er nur als Quelltext an.

Mit diesen Voraussetzungen ist es auch nicht weiter tragisch, dass der Sidekick 3 weder UMTS noch WLAN beherrscht; für Push-E-Mail tut's schließlich auch GPRS und mit Bluetooth ist zumindest ein Funkstandard für den Einsatz einer Freisprecheinrichtung an Bord. Der Sidekick ist eine überaus stattliche Erscheinung. Besonders die Bauhöhe von 24 Millimetern verschließt ihm manchen Platz in normaler Kleidung.

Gute Laborperformance

schwenkbares Display

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Multimedial: Mit MP3-Player und eingebauter Kamera kommt ein wenig Unterhaltung in den Sidekick.

Im Labor machte der Sidekick 3 dagegen eine gute Figur, besonders die Ausdauer von neun Stunden im normalen Einsatz kann sich sehen lassen. Doch auch hier gilt: Wer einen Sidekick besitzt, nutzt ihn in der Regel intensiver als andere PDA-Phones, sodass die Ausdauer im Alltag eher etwas kürzer ausfällt  als bei herkömmlichen Geräten. In den Funk- und Akustikeigenschaften erreichte T-Mobiles Sidekick ein befriedigendes Niveau, was im PDA-Phone-Umfeld schon überdurchschnittlich ist.

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