Die HiFi-Welt von AUDIO und stereoplay
Testbericht

Tannoy Mercury F1 Custom

Tannoy sorgt für die preiswerteste Box in diesem Wettbewerb: Bescheidene 240 Euro wünschen die Schotten vom Käufer. Da vermutet man ein Missverständnis und fragt offen: für das Stück? Nein, für das Paar, entgegnet der deutsche Vertrieb. Schließlich wolle man das Vorgängermodell nicht zu sehr übertrumpfen.

  1. Tannoy Mercury F1 Custom
  2. Datenblatt
image.jpg

© Archiv

Damals, beim Wachwechsel vor rund einem Jahr, lag das Paar bei 200 Euro, nun schmückt die neue Tannoy Mercury F1 ein zweiter Nachname. Die "Custom"-Ausgabe wurde in allen unsichtbaren Punkten aufgestockt: neue Kondensatoren in der Weiche, neue Versteifung des Gehäuses. Nur die Chassis blieben bewährt und unangetastet: Seide in der Höhe trifft auf eine beschichtete Papiermembran in der Tiefe. Eigentlich müsste sich gerade ein so finanzsensibles Volk wie die Schotten diese hochwertigen Bausteine deutlich teurer bezahlen lassen.

image.jpg

© H.Härle

Schottische Basisarbeit: Die Mercury F1 ist auf der Insel ein Superseller, die Ingredenzien sind dabei "very straight" und bewährt - eine Gewebekalotte mit Neodymantrieb, ein Bass mit beschichteter Papiermembran, beide magnetisch abgeschirmt.

Wir haben nachgefragt und die deutschen Tannoys ausgelauscht: Die große Kauflust macht den kleinen Preis. Auf der Insel ist die Mercury F1 ein Superseller in hoher Auflage. Das mag man zwar dem Nationalstolz der Inselvölker zurechnen - oder, zweite Möglichkeit: Die F1 Custom ist tatsächlich der ultimative Einsteiger-Geheimtipp.

Mit entsprechenden Vorbehalten gingen wir in den Hörraum - staunten aber fix und baten für das Vorurteil stumm um Verzeihung. Wer Stimmen liebt, wird kaum eine bessere Investition in dieser Preisgruppe finden. Die Tannoy nahm Leontyne Price als Tosca (Karajan, Decca) ebenso präzise ins Visier wie sie David Bowie in "Let's Dance" (EMI) festnagelte. Dabei umtost beide Stimmen ein Sturm an Orchesterinstrumenten und eine hochkomplexe Abmischung. Diesen Fokus zu halten, gehört zu den größten Herausforderungen gehobener Lautsprecher. Die Mercury F1 schwitzte nicht einmal dabei. Ein auf Präsenz getrimmter, sehr ehrlicher Lautsprecher. Der Bass war druckvoll, aber nicht so punktgenau wie etwa bei der Canton GLE 420. Was uns wiederum vielleicht die Kollegen von "What HiFi" als Nationalstolz auslegen. Womit wir allerdings leicht und freudig leben können.

Tannoy Mercury F1 Custom

HerstellerTannoy
Preis240.00 €
Wertung62.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr zum Thema

image.jpg
Testbericht

Brandneu im Tannoy-Portfolio ist die Definition-Serie, die im Gegensatz zur markanten Prestige-Linie technisch und optisch kompromisslos auf Moderne…
Tannoy Precision 6.1
Kompaktbox

Trotz ihrer kompakten Maße klingt die Tannoy Precision 6.1 fast wie eine ausgewachsene Standbox.
Tannoy Revolution DC4
Kompaktbox

Die Revolution DC4 ist die kleinste und günstigste Koax-Box von Tannoy. Wie macht sich die Kompaktbox im Hörtest?
Quadral Rondo
Stereo-Sets mit Bluetooth

Das Quadral Rondo kann Bluetooth ebenso wie Musik vom PC per USB-Audio-Interface. Das Stereo-Set überzeugt mit neutralen Klangfarben und knackigem…
Focal Sopra
Kompaktbox

Auch das Konzept der Zwei-Wege-Box kann man weiterentwickeln. Die Sopra 1 ist eine der wohlklingendsten Kompaktboxen. Wie schlägt sie sich im Test?
Alle Testberichte
Toyota C-HR
Navigation und Infotainment
Mit dem C-HR bringt Toyota ein cool designtes Crossover-Modell auf den Markt. Wir haben das Auto samt Navigations- und Infotainment-System getestet.
Dual CS-550
Plattenspieler
Mit dem CS 550 vertreibt der Traditionshersteller Dual einen soliden Plattenspieler. Wie er klingt, lesen Sie im Test.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.