Vollverstärker

Technics SU C700 im Test

Der Technics SU C700, ein digitaler Schaltverstärker, erweist sich im Test als echtes Schmückstück, bei dem man einen deutlich höheren Preis erwarten würde.

Vollverstärker Technics SU C700 im Test

© Technics

Vollverstärker Technics SU C700 im Test

Erster Eindruck beim Technics SU C700: Falscher Film? So schöne Leistungs-Zeigerinstrumente erwarten wir eigentlich bei einer Endstufe für 10.000 Euro, nicht aber bei einem Vollverstärker für 1300 Euro. Die schön-schlichte Front aus Alu und Acryl sieht auch mehr nach High-End aus. Und erinnert stark an das von uns hochgelobte Technics-Kraftwerk SU R 1, das den Zuspruch nicht nur wegen seinem massiven Auftreten, sondern aufgrund völlig neuartiger Technik gewann.

Im Gewicht - 17 gegenüber rund 8 Kilo - nicht recht vergleichbar, möchte nun der SU C 700 vergleichbare Raffinesse bieten. In puncto Eingangs-Optionen sogar etwas mehr. Neben einem Hochpegel-In, dessen Empfindlichkeit bei Bedarf um 6 Dezibel abgesenkt werden kann, gibt es tatsächlich noch einen Phono-Eingang - mit einer Pre-Pre-Elektronik, die aufwändig in einer Abschirmschatulle untergebracht ist.

Technics SU C 700 Rückseite

© Technics

Drei koaxialen Digitaleingänge nehmen auch Signale mit 32 Bit Dynamik und 192 Kilohertz Takt an. Via USB-B akzeptiert der Technics auch 5,6-MHz-DSD.

Das Hauptaugenmerk legte Technics jedoch auf die Digitaleingänge, auf den optischen, auf sage und schreibe drei koaxiale und auf die USB-Schnittstelle. Nehmen sich letztere praktisch beliebig umfangreicher PCM-Signale-Signalen an, dürfen via USB-B auch die reissendsten DSD-Ströme rein.

Pro

  • relativ lieblicher, heller und nie zu harter oder nerviger Klang

Contra

  • verliert bei lauten und komplexen Passagen ein wenig die Übersicht
Vielversprechend

Und wie auch immer, um jegliche Jitter-Wackeleien zu vermeiden, schenkt ihnen der Technics einen neuen, ultrahochpräzisen Takt. Das Verstärker-Prozessor-Wohnzimmer, in dem alle Daten schließlich ankommen, haben die Ingenieure - sie bezogen außerdem ihre mathematischen Maßnahmen gegen das Rauschen ein - mit dem Namen "Jeno" bedacht (Jitter Elimination and Noise Shaping Optimization).

Schließlich wertet eine komplexe Korrektur stets auch vom Ausgang zurückgeführte Signale aus. So verwunderte es nicht, dass der SU C 700 - mit digitalen wie analogen Quellen - erstaunlich feinzeichnend klang. Stimmen, schnell dahinperlenden Pianoläufen oder dem Gezüngel von Schlagzeugbecken verhilft er zur lichten, blühenden und agilen Lebendigkeit.

Technics SU C 700

© Technics

Die Schalt-Endstufe, die mit den Ausgangsfiltern oben in der Mitte sitzt, hat ein herkömmliches Netzteil mit Großtrafo und dicken Elkos bekommen.

Kommt dazu, dass der kleine Technics wie der große SU R 1 eine Automatik einsetzen kann, die Lastschwankungs-bedingte Frequenzgangfehler ausbügeln kann. Und jawoll, nach entsprechender Aktivierung tönte der SU C 700 an einer Reihe von Boxen noch ziviler, noch ruhiger und sonorer.

Derlei klappte aber nur bis beispielsweise Brad Mehldau und Mark Guiliana mit der CD "Taming the Dragon" elektronisch-unverschämt wurden. Dann wackelte und knirschte der SU C 700 schon. Aber dafür gibt's ja den großen!

Technik-Highlights

Digital-Prozessieren hin, Korrekturen her, der Entwickler von Schaltverstärkern muss sich zu allererst mal bemühen, dass Schaltverzerrungen der Leistungstufe den guten Klang nicht zunichte machen. Geht es bei den recht hohen Strömen und unvermeidlichen Schaltzeitfehlern oft rauhbautzig her, versprechen die ultramodernen Gallium-Nitrid-Transistoren, die Technics einsetzt, eine echte Verbesserung.

Technics Highlights

© Weka/ Archiv

Technics Highlights

Die neuen Halbleiter erlaubten es - während ältere dabei schon ins Schleudern kommen -, die Schaltfrequenz deutlich zu erhöhen, von den üblichen 400 bis 500 Kilohertz auf stramme 768. Weil somit ein größerer Abstand zu den Hörfrequenzen gewonnen wurde, durften die unumgänglichen Ausgangsfilter (sonst agiert der Verstärker nebenbei wie ein Mittelwellensender) sanfter und mithin klangschonender ausgelegt werden.

Technics Highlights

© Weka/ Archiv

Technics Highlights

Zu alledem bietet die neuen Technics-Amps ja noch die LAPC-Funktion (Low Adaptive Phase Calibration). Im Labor trat der SU C 700 prompt den Beweis an, dass die Automatik funktioniert. Der Höhenabfall, der sich sonst bei niedrigen Lastimpedanzen einstellt und den der Kasten auf der Vorseite kritisierte, war tatsächlich verschwunden. Das funktioniert natürlich nur beim sanften, berechenbaren Roll-Offs.

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