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Motorrad-Navi

Tomtom Rider im Test

TomTom Rider im Einsatz
Glücklicherweise mussten wir nicht auf Sonne und 35 Grad in Deutschland warten, um einen ersten Blick auf den neuen Rider werfen zu können: Tomtom lud freundlicherweise zu einem Trip nach Italien – auf leckeren Suzuki-Reisesportlern mit vormontierten Rider-Navis.

Tomtom Rider

  • +sehr praktische Halterung
  • +robustes, wasserfestes Gehäuse
  • +gute Ablesbarkeit in der Sonne
  • -kleine Schwächen bei der Zielführung
  • -alternative Routen nur umständlich wählbar

Auf den sonnigen, kurvenreichen Straßen Südtirols lässt es sich halt am besten testen. Damit die Navis auch Gehör finden – sie funken ihre Ansagen per Bluetooth – steuerte Schuberth den High-End-Helm C3 Pro mit integriertem Stereo-Bluetooth-HeadsetSRC-System“ bei.

Der aktuelle Rider (UVP: 400 Euro) markiert die fünfte Generation der Serie seit 2006. Mit seinem 4,3-Zoll-Display rückt er zum Größenstandard im Auto auf – die Vorgänger mussten mit 3,5 Zoll auskommen. Der Zuwachs verbessert Bedienung und Ablesbarkeit, sorgt aber auf dem einen oder anderen Motorrad für Platzprobleme.

Eine Sonnenblende schützt vor Lichteinfall. Das Display ist generell und auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar – das haben wir bei anderen Motorrad-Navis schon ganz anders erlebt.

Die beigepackte RAM-Mount-Halterung ist stabil und lässt sich so anbringen, dass es passt. Die Arretierung für das Navi funktioniert mit Kontakten und einem speziellen Verschlussmechanismus: Man kann den Rider also leicht abnehmen und wieder aufstecken.

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Stabile Halterung

Zu guter Letzt gibt es ein Stromkabel, das permanent mit der Halterung verbunden ist und direkt an den Stromkreislauf angeschlossen wird. Hier ist etwas Bastelei gefragt– oder man konsultiert die Werkstatt seines Vertrauens.

Ein USB-Ladegerät für zu Hause ist an Bord. Wer den Rider auch im Auto einsetzen will, braucht das „Premium Pack“ mit Halterung, Ladegerät, Diebstahlschloss und Tasche – das kostet dann rund 500 Euro (UVP). Für ein Bluetooth-Headset sollte man auch Geld beiseitelegen, denn einen normalen Klinkenanschluss für Standardkopfhörer besitzt der Rider genauso wenig wie einen Lautsprecher.

Quicklink: Der Schnellzugriffsbildschirm ist frei belegbar. Mit zwei Berührungen findet man den Weg zur nächsten Tankstelle oder ruft Hilfe.
Quicklink: Der Schnellzugriffsbildschirm ist frei belegbar. Mit zwei Berührungen findet man den Weg zur nächsten Tankstelle oder ruft Hilfe. ©

Längere und sehr individuelle Strecken plant man am besten gemütlich zu Hause am Rechner mit der Software „Tyre“ und überträgt sie dann aufs Navi. Wer sein Ziel auf dem Rider eingibt, muss mit der erstbesten Route leben oder Geduld mitbringen, denn das Navi zeigt leider keinen Schnellüberblick über alle möglichen und sinnvollen Routen. Stattdessen muss man den Rider jede Routenalternative separat berechnen lassen – das kann dauern. Und auch dann zeigt er nur die gerade berechnete Route an. Wer schließlich wieder zu einer vorher berechneten Route zurückkehren möchte, der muss sich in Gelassenheit üben.

Geschlängel: Die „Kurvenreiche Route“ garantiert Fahrspaß für alle, die gerne sportlich agil unterwegs sind.
Geschlängel: Die „Kurvenreiche Route“ garantiert Fahrspaß für alle, die gerne sportlich agil unterwegs sind. ©

Biker, die vor allem auf Kurvenspaß aus sind, haben’s besser: Sie wählen das Routenprofil „Kurvenreichste Route“ und lassen die Knie über den Asphalt schleifen.

Gut hörbare Ansagen

Auf unserer Testfahrt wählte der Rider eine sinnvolle Route von Deutschland nach Italien und warnte brav vor Mautstraßen. Vor Ort gab’s dann ein paar Überraschungen – etwa einen Abstecher zu einer nicht vorhandenen Tankstelle oder den Vorschlag, einen Feldweg statt einer Asphaltstraße zu nehmen. Auch in Ausnahmefällen zu spät erteilte Ansagen und dadurch verpasste Abzweigungen trübten das gute Bild ein bisschen. Die Routenneuberechnung könnte ebenfalls schneller gehen.

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Doch insgesamt erlebten wir die von Tomtom gewohnt hohe Qualität: Klare Anzeigen – auch mit Spurassistent – und deutliche Ansagen. Letztere waren gut hörbar in Stereo über den Schuberth C3 Pro, der zusammen mit dem Tomtom auch als vollwertige Freisprechanlage dient. Sehr praktisch: Sonderziele oder Hilfeservices (Notruf, Abschleppdienst) kann man ganz leicht über den Rider anrufen.

Regen? Kein Problem!

Der Tomtom Rider ist wasserdicht nach IPX-7-Standard. Strömender Regen? Kein Problem für den Rider, wie wir dieses Jahr ausführlich feststellen durften.

Cockpit: Für die Reise wichtige Daten sortiert Tomtom unten in drei Kästchen ein. Darüber bleibt viel Platz für die übersichtliche Karte.
Cockpit: Für die Reise wichtige Daten sortiert Tomtom unten in drei Kästchen ein. Darüber bleibt viel Platz für die übersichtliche Karte. ©

Der Rider ist grundsätzlich für die Bedienung mit Handschuhen ausgelegt, und fast alles funktioniert dann auch prima – selbst während der Fahrt. Zum Beispiel die Lautstärkeregelung oder das Aufrufen des Schnellwahlmenüs, das frei belegbar ist. Es bietet Zugriff auf Sonderziele wie die nächstgelegene Tankstelle oder auf die Routenplanung. Die Zieleingabe über die Tastatur funktioniert soweit gut, sollte aber nur im Stand bedient werden.

Zu erwähnen sind auch die „Free Lifetime Maps“, wobei „Lifetime“ die Lebensdauer des Gerätes meint und nicht etwa die des Besitzers. Allerdings unterstützt Tomtom seine Geräte eine wirklich lange Zeit – Tomtoms erster Go aus dem Jahr 2004 wird zum Beispiel immer noch mit neuer Software und Karten versorgt.

Eine Robustheit, die es wert ist

Für Robustheit und Motorradtauglichkeit zahlt man etwas mehr als für ein Autonavi – klar. Das Plus an Komfort, das man nun auch auf dem Motorrad genießen kann, ist es aber wert. In der von Tomtom gelieferten Qualität erst recht!

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