Tesbericht

Test: Blu-ray-Player Marantz UD 7006

Der neue Marantz-Player UD 7006 (1000 Euro) tanzt auf vielen Hochzeiten, will analog und digital ein guter Lieferant sein - und das für CD, DVD, DVD-Audio, SACD und Blu-ray.

  1. Test: Blu-ray-Player Marantz UD 7006
  2. Datenblatt
Marantz UD 7006

© Archiv

Marantz UD 7006

Schon seit vielen Jahren gehört Marantz nun zu den wichtigen Spielmachern auf dem Heimkino-Markt - wenn auch zu den weniger lauten, auffälligen. Wie selbstverständlich hält sich die kleine, edle Schmiede feiner Stereogeräte auch im AV-Segment vorne. Spätestens mit der Wuchtbrumme Marantz UD 9004 stellten die Nachkommen von Saul Marantz klar, dass sie audiophile Klangeigenschaften in den neuen Medien ebenfalls ernst nehmen.

Marantz UD 7006

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Der Player lässt sich mannigfach fernsteuern. Verbindet man ihn über das RC5-Kabel mit einem Marantz-Verstärker, lässt er sich auch per iPod lenken. Das aufwendig konstruierte Analog-Board bietet neben dem Stereoausgang bis zu 7.1 Kanäle mit vollständigem Bassmanagement, auch für SACD.

Mit einer durch die Naturkatastrophe in Nippon verursachten Verzögerung erscheint nun der große Bruder des in stereoplay getesteten Marantz UD 5005 : der Marantz UD 7006. Verbessert haben die Japaner seither die Firmware; die Wiedergabe von 3D-Filmen funktioniert nun (dank Update auch beim 5005), und das Laufwerk ist signifikant leiser sowie einen Tick flotter geworden. Hinzu kommen beim UD 7006 eine weitergehende und aufwendigere Videosignalverarbeitung mit einem ABT-2015-Chipsatz (der als einer der besten De-Interlacer und Scaler gilt) sowie ein sehr großzügiges D/A-Wandler- und Analog-Board mit 32-Bit-Wandlern für 7.1 plus Stereo.

Marantz UD 7006

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2x Mode: 1. Mit der HDMI-Mode-Taste lässt sich die 24-Hertz-Wiedergabe ein- oder ausschalten. 2. Die "Mode"-Taste öffnet ein On-Screen-Menü zur tiefergehenden Kontrolle über Blu-ray-Wiedergabe.

Man darf sich also nicht davon täuschen lassen, dass die beiden Geschwister sich von vorne bis auf den Namenszug gleichen wie eineiige Zwillinge. Die inneren Werte differieren an entscheidenden Stellen erheblich. Die Fernbedienung teilen sich die zwei dann wieder. Die Rückseite des Players macht schließlich deutlich, dass der Marantz UD 7006 das große Modell darstellt. Wo der Einsteiger-Spieler zwei einfache Audiobuchsen plus die analogen Videoausgänge mit dem On-Board-Wandler des Decoder-Chips beschickt, bietet das neue Modell immerhin zehn ausgewachsene Ausgangskanäle.

Marantz UD 7006

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Die Konfiguration des Marantz geriet einfach dank übersichtlicher Strukturen, wie hier bei der Auswahl der Videosignal-Arten.

Die Wandler- und Ausgangs-Platine, die sich hinter den Buchsen verbirgt, nimmt fast ein Drittel des Gehäuses für sich in Anspruch. Wieder etwa ein Drittel des Boards füllt die Spannungsversorgung für die nachfolgenden Bauteile. PCM-1795-Modelle von Burr-Brown aus dem Hause Texas Instruments übersetzen die digitale Musik in analoge - und das mit bis zu hochpräzisen 32 Bit Wortbreite. Vorteil dieser Wandler neben ihrer grundsätzlichen Präzision: Sie verstehen auch das DSD-Signal von der SACD direkt und ohne vorherige Umrechnung in PCM.

Auf der digitalen Audio-Seite unterscheiden sich die zwei Player praktisch nicht. In der Signalfolge für die Videoausgabe hingegen bedient sich der große Player der Technik von Anchor Bay Technologies, die ein flexibleres und geringfügig stabileres De-Interlacing anbieten. Das führt vor allem bei exotischen Kadenzen - also vom Standard abweichenden Halbbildfolgen, wie sie beispielsweise bei unglücklichen Schnitten oder Szenenübergängen vorkommen können - zu geringeren Bildfehlern.

Achtung: Auch bei Blu-ray-Discs benötigt man heute noch einen guten De-Interlacer - und nicht nur für die alten DVDs, weil gerade Musik-Blu-rays oft mit Aufnahmen vom Fernsehen produziert werden und dann das dort übliche 1080i-Format verwenden, mit dem "i" für Interlaced. Hat man erst einmal ein progressives Bild, gilt es in vielen Fällen, die Zahl der Pixel zu mehren oder zu schrumpfen, was der sehr feinfühlige und clevere ABT-Scaler erledigt; mit seiner Diagonal-Interpolation bügelt er gegebenenfalls noch letzte Treppchenartefakte aus. Derart aufbereitet, machen selbst auf großer Heimkinoleinwand gängige DVDs wieder Spaß; sie sehen im ersten Moment wie HD-Aufnahmen aus.

Marantz UD 7006

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Frequenzgang: Stets sehr ausgewogen und breitbandig.

Wer sein Audiosignal auch mit der HDMI-Strippe weiterreicht, dem stehen abhängig von den Fähigkeiten seines angeschlossenen Verstärkers alle Signalarten offen. Denn der Marantz kann alle erlaubten Formate selbst zu PCM-Audio-Rohdaten dekodieren - und das verstehen auch die ältesten HDMI-Amps. Neben den üblichen Formaten von DVD und Blu-ray gilt dies ebenso für die alten High-Definition-Audiostandards DVD-Audio und SACD. Das SACD-Signal kann der MediaTek-Chipsatz quasi verlustfrei auf PCM mit 88,2 kHz / 24 Bit umrechnen. So kommt auch SACD in den Genuss von Bassmanagement, Raumkorrektur et cetera.

Marantz UD 7006

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Klirrspektrum DVD 96/24: Geringer Klirr mit gutmütigem Spektrum, extrem niedriger Rauschgrund

Neben diesen audio- und videophilen Tricks offeriert der Marantz einen ordentlichen Streamingclient für Videos und Stereo-Audio. Bei ihm vermisst man einzig einen FLAC-Decoder. Für Blu-ray-Onlineinhalte von BD-Live bietet der UD 7006 internen Speicherplatz, erweiterbar mit einem Speicherstick im frontseitigen USB-Anschluss. Die Discs, die der stolze Besitzer in die samtig beschichtete, flott fahrende Lade schiebt, beginnen zügig zu spielen: Bereits nach 16 Sekunden zeigen Blu-rays ein Bild. Zu CD-Text und Titelinformationen von SACDs schwieg die zum Test gelieferte Firmware leider noch.

Mit dem Projektor des Hörraums hielt der Marantz, was er verspricht: kristallklare Bilder von jeder Quelle. Auch der Klang via digitale Übertragung demonstrierte Qualität, egal ob mit interner oder externer Dekodierung. Allerdings offenbarte der Marantz UD 7006 im Vergleich mit dem Hörraum-Arbeitstier Cambridge Azur 650 BD eher einen nüchternen Charakter; der Cambridge schien stets leicht spritziger aufzuspielen. Trotz dieser unterschiedlichen Ausrichtung der Kontrahenten einigten sich die Tester auf Punktegleichstand.

Analog bot sich ein ähnliches Bild; hier allerdings muss sich der Japaner ein Pünktchen hinter dem Engländer einordnen - er transportierte etwas weniger Raum. Dann verglich stereoplay noch die Zwei- und Mehrkanal-Analogausgänge: Bei Stereo klang's eine Spur aufgeräumter. In der Summe ist der Marantz UD 7006 ein super Universal-Player.

Weitere Informationen:

Blu-ray-Player-Bestenliste

Marantz UD 7006

  
HerstellerMarantz
Preis1000.00 €
Wertung107.0 Punkte
Testverfahren1.0

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