Testbericht

Test: Phonovorverstärker Moon 110LP

Neben den 2000-Euro-Schwergewichten musste der Moon eigentlich alt aussehen. Die wichtigste Leistung des von der Platinenbestückung bis hin zur Metallarbeit komplett in Kanada entstehenden 110LP (550 Euro) ist, dass er genau das nicht tut, sondern einen großen Teil der Qualität für einen Bruchteil des Preises ermöglicht.

  1. Test: Phonovorverstärker Moon 110LP
  2. Datenblatt
Moon 110LP

© Archiv

Moon 110LP
Moon 110LP

© MPS

Rauscharme ICs, assistiert durch Einzeltransistoren, erledigen die Verstärkung, WIMA-Folienkondensatoren sorgen für absolut präzisen RIAA-Frequenzgang: Im preiswerten Moon-Entzerrer geht es zu wie bei feinen Leuten.

Ein Blick auf die Platine verrät, wie Moon Entwicklungs- und Herstellungskosten spart, ohne dabei Qualität zu opfern: Abgesehen von einem durch Sollbruchstellen leicht abtrennbaren, nur mit einer Handvoll Hilfsbauteilen bestückten Schaltungsbereich ist das Board des 110LP identisch mit der Einbauplatine für diverse Moon-Vollverstärkermodelle.

Die Schaltung ist für ein Gerät dieser Preisklasse ausgesprochen vornehm aufgebaut und setzt wie die teureren Preamps auf integrierte Instrumentationsverstärker als Haupt-Gainstufen - in diesem Fall INA163 von Burr-Brown. Die für sie notwendige symmetrische Ansteuerung generiert eine vorgeschaltete, über Spindeltrimmer präzise justierbare Symmetrierstufe mit Einzeltransistoren aus dem per Cinch ankommenden Signal.

Moon 110LP

© AUDIO

Der MOON leistet sich einen leichten, aber mit breitbandigen Anlagen hörbaren Tiefbass¬-Rolloff, bedingt durch ein festes, etwas zu gründliches Subsonicfilter. Ansonsten sind seine Frequenzgänge sehr ausgewogen. 76dB Rauschabstand mit MC und 86dB mit MM (bei einem Gain von 60 bzw. 40dB) sind hervorragend, zudem ist der Moon außerordentlich klirrarm. Der Hersteller empfiehlt, den Preamp konstant am Netz zu lassen, was man angesichts des geringen Stromverbrauchs (1,2W) auch ruhig tun kann.

Wer von MM auf MC wechseln will, muss mindestens zwei Jumper auf der Platine umstecken: In der Nähe der INA163 gilt es den Gain von 40 auf 60dB zu erhöhen. Hinzu kommen in der Nähe der Eingänge je Kanal eine Steckbrücke für zusätzliche Kapazität (+100pF, für bestimmte MM-Exoten) sowie Abschlusswiderstand (100Ω und die mit MM nötigen 47kΩ).

Da letzterer nicht wie in vielen anderen Phonostufen fest an die MM-Verstärkung gekoppelt ist, kann der experimentierfreudige Vinylist sein MC auch mit höherem Widerstand (also geringerer Dämpfung) betreiben: Ausgehend von 47kΩ lassen sich niedrigere Werte problemlos durch Parallelschalten passender Widerstände erreichen.

Der Einfluss der Widerstands-Spielerei ist freilich nicht riesig und ändert auch nichts am grundsätzlichen Charakter des Moon-Preamps: Räumlich im Vergleich zu teureren Preamps zwar etwas wackeliger und enger, spielte der Kanadier mit weichem, blumigem Timbre und einem edlen, fast goldglänzenden Hochton.

Ähnlich wie schon beim kleinen Moon-D/A-Wandler 100D wirkte der Klang in sich absolut stimmig, auf dezente Weise detailreich und musikalisch höchst überzeugend - keine Superlative, aber die vermisst man hier auch nicht.

Moon 110LP

HerstellerMoon
Preis550.00 €
Wertung105.0 Punkte
Testverfahren1.0

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