Standboxen

Elac FS 407 im Test

Die FS 407 von Elac ist eher zierlich gebaut. Wirkt sich das auf den Klang aus? Wir haben die Standbox getestet.

Elac FS 407

© Julian Bauer, MPS, Archiv

Elac FS 407
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EUR 2.188,65

Pro

  • neutraler, unangestrengter Klang mit enormer Spielfreude
  • feinster Artikulation

Contra

Hervorragend

Der kommerziell erfolgreichste Hersteller von HiFi-Boxen mit Air-Motion-Transformern dürfte die Firma Elac aus dem schleswig-holsteinischen Kiel sein. Der Jet-Emission-Tweeter, kurz: JET, wie ihn die Nordlichter nennen, ist nach 20 Jahren Bauzeit längst zu einem Markenzeichen gereift.

Das aufwendig in Deutschland gefertige Chassis arbeitet in unterschiedlichen Gütestufen in zahlreichen Elac-Boxen. Lediglich zwei Baureihen für preissensible Einsteiger müssen mit herkömmlichen, konstruktiv und fertigungstechnisch einfacheren Kalottenhochtönern Vorlieb nehmen.

Seit geraumer Zeit gibt es vom JET sogar koaxiale Versionen, in Kombination mit einem ringförmigen Flachmembran-Mitteltöner in konventioneller, dynamischer Bauweise, mit gewickelter Schwingspule und konzentrischem Magnetsystem. Das jüngste Highlight der Kieler ist eine Version des JET-Koax mit mechanisch verstellbarem Abstrahlwinkel zur Anpassung an verschiedene Raumakustiken und Hörabstände. Die so ausgestattete FS 509 (14.000 Euro) hatte AUDIO bereits im Februar 2012 im Hörraum.

Elac FS 407: Aufbau

Mit einem Koax kann die FS 407 nicht aufwarten, doch sie ist eine der ersten Boxen mit der neuesten Version des JET, die hausintern als fünfte Generation gilt. Die Weiterentwicklung gibt sich mit einer neu gestalteten Frontplatte zu erkennen, die über vier etwas größere Austrittsöffnungen verfügt anstelle von bisher fünf. Feinarbeit an Folienmembran und ihrer Bedämpfung vergrößert den nutzbaren Übertragungsbereich und wirkt klirrmindernd. Damit lässt sich das Chassis tiefer ankoppeln als seine Vorgänger und benötigt weniger Bauteile in der Frequenzweiche.

Ratgeber: Lautsprecher richtig aufstellen und einwinkeln

Das von Dr. Oskar Heil vor mehr als 40 Jahren entwickelte Arbeitsprinzip wurde natürlich nicht angetastet. Die lamellenartige Faltung verhilft dem Treiber zu wesentlich mehr Membranfläche, als es die äußeren Abmessungen und das (angenehm) breite Abstrahlverhalten vermuten lassen. Im Chassis-Inneren wiederum bewirken bereits kleinste Auslenkungen eine hochintensive Anregung der Luft, die dann durch die großflächigen Schlitze ungehindert ausströmen kann. Der sehr gute Wirkungsgrad reduziert die elektrische Belastung und erlaubt hohe, unverzerrte Spitzenpegel sowie eine kompressionsfreie Darstellung auch bei ungewöhnlich kräftigen Impulsen.

Ratgeber: Welcher Lautsprecher passt wann?

Damit die übrigen Bereiche nicht nachhängen, sind in der 407 zwei moderne Konus-Chassis verbaut, die über besonders verzerrungsarme Magnetsysteme verfügen. Die Treiber sind extrem langhubig und sehr hoch belastbar. Ihre Membranen kombinieren klangneutralen Zellstoff und hochfestes Aluminium, mit dem Ziel einer kolbenförmigen Bewegung ohne Resonanzen. Die Frequenzweiche nutzt ausschließlich Luftspulen, die auch bei hohen Strömen keine Sättigung zeigen.

Elac FS 407: Hörtest

Klangeigenschaften wie Aggressivität oder schwindende Feinzeichnung, die mt einer Überforderung von Weichenbauteilen oder Chassis einhergehen, schien die FS 407 nicht zu kennen. AUDIO hat in dieser Klasse selten eine Box erlebt, deren Spielfreude so wenig nachlässt, wenn Signale komplexer werden und Pegel steigen. Viele Boxen beginnen im Präsenzbereich erst leicht und dann stärker zu nerven, wenn es ihnen zu viel wird, doch dieses stetige Abgleiten in Richtung Überlastung war bei der Elac nicht auszumachen. Man konnte mit ihr völlig entspannt arbeiten, ohne Druck auf den Ohren, ohne Gezerre im Diskant, ohne Wummern im Bass.

Kaufberatung: Drei Standlautsprecher im Test

Umso mehr genossen die Tester den authentischen Klang. Die französische Sängerin Zaz interpretiert auf ihrem Debüt-Album (Sony) den Edith-Piaf-Klassiker "Dans Ma Rue" mit viel Temperament und nur von einem Pianisten begleitet. Man muss kein Fan der Gattung Chanson sein, um zu spüren, dass in dieser unprätentiösen Aufnahme enorm viel Leidenschaft steckt. Die Elac ließ den beiden Akteuren größte dynamische Freiräume, es klang machtvoll, vielschichtig und herrlich brillant, aber nie aufgesetzt. Keine Frage, die FS 407 hat das Zeug zu einer großen Karriere.

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