Testbericht

Test: Standlautsprecher Paradigm Signature S8

Die Signature S8 vom kanadischen Hersteller Paradigm (7200 Europro Paar) beschenkt uns mit großartiger Klangkraft zum fairen Preis.

  1. Test: Standlautsprecher Paradigm Signature S8
  2. Datenblatt
Paradigm Signature S8

© Julian Bauer

Paradigm Signature S8
Paradigm Signature S8

© Archiv

Etwas rechts von der Bildmitte sieht man die Rückseite der Beryllium-Membran und die Schwingspule, weiter links zwei Ringmagnete.

Mit wenig bekannten Marken ist der Umgang nicht einfach. Grundsätzlich interessieren sich viele HiFi-Fans für sie, manche sehen sich Produkte mit exotisch klingenden Namen auch mal tatsächlich aus der Nähe an, hören mal rein. Doch gekauft werden am Ende meist die Marktführer.

Dieses Phänomen trifft jeden, der neu in einem fremden Markt startet. Auch den kanadischen Boxenhersteller Paradigm. Doch der Status des Seltenen und Besonderen gilt im Grunde nur für Westeuropa. International sind die Kanadier im HiFi-Geschäft längst ein sogenannter "Big Player".

Paradigm Signature S8

© Archiv

Eine Haube aus Guss-Aluminium (links) bestimmt das Luftvolumen für den Mitteltöner. Das gelbe Element ist die Zentrierspinne.

Dass ein sattes Vierteljahrhundert Erfahrung in den Produkten steckt, spürt man bei der Signature S8, dem Topmodell der gleichnamigen Baureihe, auf Schritt und Tritt. Die Chassis sind allesamt Eigenentwicklungen, die es so nirgendwo sonst zu kaufen gibt.

Die Treiber entstammen aufwendigen Simulationen, bei denen bereits im Vorfeld einer Entwicklung, noch bevor der erste Prototyp gebaut wird, alle Komponenten bis ins kleinste Detail "ausprobiert" und optimiert werden.

Das Wörtchen "alle" ist dabei der Schlüssel zum Erfolg, weil die teilweise käuflichen, teilweise selbst ausgeheckten Programme Unmengen von Variablen millionenfach durchspielen, so wie es selbst der geschickteste Tüftler nie könnte, weil seine Lebensspanne dazu nicht ausreichen würde.

Paradigm Signature S8

© stereoplay

Frequenzgang: Schön ausgewogen mit kräftigem, tiefreichendem Bass und tadellosem Abstrahlverhalten; Impedanzmin. 3,5 Ohm

Erkennungszeichen der Baureihe sind die vielfach gezackten Randaufhängungen der Tief- und Mitteltöner, die Resonan-zen hochwirksam dämpfen, die Membranbewegung aber nur wenig bremsen.

Ein technologisches Highlight der besonderen Art ist der Hochtöner mit seiner Membran aus Beryllium. Das Metall besitzt neben Diamant die höchste Steifigkeit, ist aber um ein Vielfaches leichter als Titan oder Aluminium. Der Frequenzgang läuft linear bis an die Messgrenze bei 40 Kilohertz, ohne die bei gewöhnlichen Metallkalotten üblichen Spitzen. Ähnlich perfekt zeigt sich das Rundstrahlverhalten, fast wie bei einem sehr guten Koaxialsystem.

Paradigm Signature S8

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Pegel- & Klirrverlauf: Relativ geringer Klirr, speziell im Bass; keine Kompression.

Der Hochtonbereich zeigte im Hörtest eine Reinheit, wie sie besser kaum sein könnte. Es gab kein Drücken und Fiepen, nichts zischelte, und selbst laut gespielte S-Laute (für mittelprächtige Hochtöner eine große Hürde) klangen überaus selbstverständlich.Am anderen Ende des Spektrums, unterhalb der temperamentvoll aufspielenden mittleren Lagen, zauberten die vier Tieftöner ein enorm sattes und lebensechtes Bassfundament, was in der Gesamtschau eine klassenunübliche Klangfülle und Autorität ergab.

Messtechnisch waren es beachtliche 29 Hertz, die bei -3 dB erreicht wurden, klanglich wirkte die objektiv gar nicht kleine Box, als stünde noch mal wesentlich mehr Membranfläche zur Verfügung.

Ähnlich spannend gestaltet sich der Blick auf zwei konstruktiv vergleichbare Modelle der hiesigen Platzhirsche. Die B&W 804 Diamond (7/2010) kostet 200 Euro weniger und verfügt über einen noch etwas delikateren Mittelhochtonbereich. Aber schon mit der ebenfalls überragenden Monitor Audio PL 300 konnte die S 8 mit ihrer klangrein-sonoren Art problemlos mithalten. Willkommen im Club, liebe Kanadier.

Paradigm Signature S8

HerstellerParadigm
Preis7200.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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