Testbericht

Test: Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

Der neue Symphonoc Line RG10 MK IV Reference 2011 (6800 Euro / Chrom-Ausführung 7500 Euro) ist ein dynamikfreudiger, drahtig-straff abgestimmter Temperamentbolzen mit hervorragendem Phonoteil.

  1. Test: Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011
  2. Datenblatt
Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

© Herbert Härle

Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011
Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

© Herbert Härle

Der Trafo trägt eine MU-Metall-Tarnkappe, die ihn magnetisch praktisch unsichtbar macht. Die blauen Elkos sind Spezialanfertigungen aus Deutschland und zeichnen sich durch niedrigen Innenwiderstand, enge Toleranzen und höhere Lebenserwartung aus.

Die Symphonische Linie ist in Wirklichkeit ein Kreis. Rolf Gemein dreht mit seinem Klassiker, der einst schlicht als RG 10 begann, unermüdlich eine Tuning-Runde nach der anderen. Mit dem Erfolg, dass der Gerätename demnächst nicht mehr in die Bestenlisten-Spalte passt. Was schade wäre, denn dort wandelt der Duisburger Vollverstärker seit Jahren in den höchsten Sphären - das "Reference" ist also, zumindest im Hinblick auf AUDIO, durchaus wörtlich zu nehmen.

Technisch besagt das Namens-Additiv, dass die Vorstufen-Abteilung des Amps aus einem separaten Netzteil gespeist wird, das geradezu kolossal überdimensioniert ist und ebenso kolossale Auswirkungen auf die Dynamik zeitigen soll - der Autor kennt den RG10 nur in dieser Version und muss daher den Schilderungen von AUDIO-Kollegen glauben, die mit beiden Ausbaustufen vertraut sind.

Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

© Herbert Härle

Der serienmäßige Phonozweig ist liebevoll aus Einzeltransistoren komponiert und klingt genau so offen und natürlich, wie man sich Vinylwiedergabe im Idealfall vorstellt.

Der Referenz-Status, aber auch die jüngste Versionsnummer Mk IV sowie die ergänzende Jahrgangsbezeichnung - alles steht für Stationen in einer schier endlosen Evolutionskette, und alles ist für ältere Modelle mit eher überschaubarem Finanzaufwand nachrüstbar - eine vorbildliche Kundenorientierung, die aber nur deshalb so gut funktioniert, weil sich der Verstärker in den Grundsätzen seiner Schaltung seit Jahrzehnten nicht verändert hat.

Dafür entstammt jedes Bauteil, und sei es noch so unscheinbar, einem akribischen, gehörmäßigen Auswahlprozess, der mitunter zu sehr teuren, gelegentlich aber auch zu verblüffend einfachen Tuningmaßnahmen führt. In letztere Kategorie gehören sicher die selbstklebenden Bitumenmatten, die sich an strategischen Stellen befinden, um Bau- oder Gehäuseteile am Mitschwingen zu hindern - entscheidend ist das "Wo".

Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

© AUDIO

Mit über 100 Watt an 8 Ohm und 176W an 4Ω (AK: stramme 68) hat der Symphonic Line genügend Leistung und Stabilität für jeden erdenklichen Lautsprecher

Eindeutig teuer ist dagegen der maßgefertigte, auf mehrfach geglühten Kernblechen gewickelte Netztrafo, der zur Serie 2011 nochmals verbessert wurde. Wobei Rolf Gemein sich den Luxus leistet, das gute Stück in einem hermetisch abgedichteten Abschirmtopf aus MU-Metall unterzubringen - das Material hat die einzigartige Eigenschaft, magnetische Felder abzuschirmen, ist aber in der benötigten Größe schwer zu beschaffen und erschreckend teuer.

Auch der esoterische "C37-Lack" kostet eine Stange Geld, der Duisburger Elektronik-Künstler pinselt ihn aber augenscheinlich nur tupfenweise auf Platinen und Kondensatoren - als Teil seiner "Resonanzmuster-Abstimmung". Eine andere Neuerung zum Jahrgang 2011 kostet "nur" zusätzliche Zeit am Lötkolben: ausgesuchte Platinenbahnen in der Endstufe verstärkt Gemein mit Kabelbrücken.

Symphonic Line RG 10 Mk IV Reference 2011

© AUDIO

Das Klirrverhalten zeigt nur noch minimale Abweichungen vom Ideal.

Dramatisch verändert hat sich der Symphonic Line RG10 durch den jüngsten Feinschliff nicht mehr - er scheint jetzt sein Niveau größtmöglicher Reife erreicht zu haben, das sich ohne grundlegendere Änderungen kaum noch weiter optimieren lässt. Der 2011er-Jahrgang klingt SL-typisch knackig und direkt, lässt Sänger greifbar nah und mit physischer Präsenz vor die Boxenebene treten, fächert dafür das Geschehen nicht ganz so breit auf wie der Musical Fidelity AMS 35i .

Auffallend deutlich differenziert der RG10 MK IV Ref. 2011 die Qualität unterschiedlicher Quellen: Selten war etwa die Überlegenheit des Linn Klimax DS gegenüber seinem günstigeren, heller und unverbindlicher klingenden Bruder Linn Majik DS so auf Anhieb nachvollziehbar. Die liebste Quelle des Symphonic Line RG10 scheint aber ein Plattenspieler zu sein: Jochen Räkes Rondino , angeschlossen an den exzellenten, serienmäßigen MC-Eingang, befreite den selbst mit edelsten Digitalquellen noch minimal verdichteten Obertonbereich schlagartig und bildete mit dem Symphonic Line ein deutsches Traum-Team.

Symphonic Line RG10 MKIV Reference 2011

HerstellerSymphonic Line
Preis7500.00 €
Wertung125.0 Punkte
Testverfahren1.0

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