Testbericht

Test: T+A Music Receiver

Der Music Receiver (2690 Euro) aus der E-Serie von T+A ist ein echtes Multitalent mit High-Resolution-Appeal. Er hat Server, CD-Player, Internetradio, D/A-Wandler, Preamp sowie einen UKW-Tuner unter der Haube.

  1. Test: T+A Music Receiver
  2. Datenblatt
T+A Music Receiver

© Julian Bauer

T+A Music Receiver

Pro

  • Gapless-Play
  • atmosphärischer Sound

Contra

Das Husarenstück ließ die HiFi-Welt aufhorchen: 2007, als sich Netzwerk-Player überwiegend noch im Computer-Milieu tummelten, bereicherten die Entwickler der westfälischen Manufaktur T+A die High-End-Szene um einen Music Player, zu dessen herausragenden Fertigkeiten das Daten-Streaming zählte.

Das zentrale Gerät aus der damals ins Leben gerufenen E-Serie vermählte einen Nonplusultra-CD-Spieler mit einem Netzwerk-Clienten. Beim aktuellen Music Receiver der E-Klasse stehen iPod, Streaming und Internetradio im Vordergrund. Der CD-Player ist nur noch Zugabe.

T+A Music Receiver

© Julian Bauer

Bestens bestückt: Der T+A spiegelt via USB sogar die Inhalte eines iPod auf sein Display, holt sich die Digitaldaten und wandelt sie. Da fehlt eigentlich nur noch ein Phono-Eingang.

Die anfänglichen Schwächen beim Streaming merzte T+A gründlich aus. Live-Konzerte, durch Titelnummern unterteilt, spielt der Music Receiver jetzt unterbrechungsfrei (Fachbegriff: gapless). Und die über seine USB- oder LAN-(für Local Area Network-) Buchsen zugespielten Musikdateien dürfen einen Umfang von 192 kHz und 24 Bit aufweisen.

Kaufberatung: Empfehlenswerte Lautsprecher unter 700 Euro

T+A Music Receiver

© Julian Bauer

Der Netz-Umspanner, ein schwingend gelagerter Ringkerntrafo (links oben), sitzt in sicherer Entfernung von der übrigen Elektronik. Unter der grünen Preamp-Platine (links) befinden sich die Schaltendstufen. Über dem Mainboard mit der digitalen Quellenwahl hat T+A den Streaming-Client der Schweizer Marke BridgeCo platziert.

Ob so viel Gepränge beim Umgang mit den Daten musste der CD-Player etwas kürzer treten: Der Plastiklade fehlt die solide Schubstangenführung des Vorgängers. Doch letztlich profitiert auch der CD-Part von den Hochbit-Künsten des Receivers: Sämtliche Daten - ob vom Netzwerk, vom Player oder seinen fünf Digitaleingängen - münden in zwei erlesene 192-kHz/24-Bit-Stereo-Konverter (PCM 1795) der amerikanischen Chip-Manufaktur Burr-Brown.

T+A Music Receiver

© stereoplay

Frequenzgänge: Schaltverstärkerfilter-bedingter Verlauf ab 5 kHz, an 4-Ohm-Last optimal

Bei der analogen Vorverstärkerstufe ließ T+A ebenfalls nichts anbrennen. Der Pre-Out zielt auf Aktivlautsprecher; an drei Eingängen dürfen sich analoge Mitspieler anmelden. Ein Bassmanagement nebst Wooferausgang befreit kleine Lautsprecher vom Tiefton-Ballast unterhalb 100 Hertz.

Praxis: Bi- und Tri-Amping

T+A Music Receiver

© stereoplay

Klirr-Analyse: Sehr geringer Klirr mit dominanter, perfekt verlaufender Komponente k2

Bei den Poweramps gingen die Herforder in die Vollen: Kräftige Schaltendstufen mit hohem Wirkungsgrad, die ihren Strom aus einem konventionellen Netzteil schöpfen, befeuern 4-Ohm-Lautsprecher mit maximal 170 Watt. Die "Power-Plants" getauften Digitalverstärker (stereoplay 2/07) kaufte T+A nicht etwa zu, sondern ließ sie im eigenen Labor keimen. Mit akribischer Pflege schafften es die Westfalen, dass der von stereoplay gemessene Klirrverlauf und die Verteilung der Oberwellen den Resultaten von Top-Verstärkern ähnelten. Apropos Messwerte: Dickes Lob erntete der Music Receiver für seine breitbandigen, bis 100 kHz reichenden Frequenzgänge über die Analog-, Netzwerk-, USB- und Digitaleingänge.

T+A Music Receiver

© stereoplay

stereoplay Leistungsprofil: Sehr hohes, stabiles Musikleistungsniveau bis 276 Watt an 2 Ohm

Im Hörraum notierten die Tester respektvoll, dass der Music Receiver sofort erkannte, welche Festplatteninhalte oder iPod-Musikverzeichnisse an USB anlagen, welche Titellisten der stereoplay-RIPNAS-Server über den Netzwerkanschluss anbot und welche Internetradio-Stationen der V-Tuner lieferte.

Beim Stochern in den Kollektionen runzelten die Tester doch etwas die Stirn. Das Scrollen durch die Verzeichnisse, das Stöbern in den Titellisten geriet anstrengend über das bescheidene Display. Als Alternative bietet T+A eine Luxus-Funkfernbedienung für 780 Euro an. Warum nicht eine App, dank derer Tablet-PCs wie das iPad beim Navigieren dienlich einspringen könnten? Die hätte der Music Receiver verdient.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Denn im Hörtest bot er dem einzigen preislich vergleichbaren Konkurrenten Linn Majik DS I (stereoplay 4/10) Paroli. Breitete der Schotte 192-kHz-Downloads räumlich und atmosphärisch aus, arbeitet der Westfale den Korpus der Instrumente, das markerschütternde Schwingen von Bass-Drums noch nachdrücklicher heraus. Unglaublich, welche Kraft die Endstufen entfachen konnten, wenn beispielsweise E-Bass oder Orgel aufspielten. Aber der T+A knüppelte nicht bloß unbarmherzig los. Er bewahrte auch die musikalischen Strukturen, unterschlug kein noch so nebensächliches Detail. Im Vergleich dazu musizierte der Linn Majik DS I strukturierter und "analoger".

Aber der Music Receiver  kann ja noch mehr, hat noch USB-Eingänge und ein CD-Laufwerk an Bord. Auch wenn's über beide nicht ganz so straff und präzise klang, wie wenn die Musikbeispiele vom Server kamen, so sind es doch genau diese Features, die den T+A zum absoluten Universalisten adeln.

Fazit

Einfach top! Hinsichtlich der Anschlüsse, des CD-Laufwerks und der überaus kräftigen Endstufen steht der Music Receiver aus Westfalen konkurrenzlos da. Was die Navigation anbelangt, täte ihm allerdings noch ein wenig Nachhilfe gut.

T+A Music Receiver

HerstellerT+A
Preis2690.00 €
Wertung50.0 Punkte
Testverfahren1.0

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