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Kabelloser Kopfhörer

Teufel Real Blue im Test

Der Teufel Real Blue bietet erstaunlich viele Funktionen für 170 Euro. Überzeugt auch der Klang des kabellosen Kopfhörers im Test?

Teufel Real Blu seitlich Kopfhörer Noise Cancelling

© Teufel

Der Teufel Real Blue erkennt Wischbewegungen auf der rechten Seite.

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EUR 205,99

Pro

  • toller Klang
  • bequemer Sitz
  • Bluetooth-Funktion
  • moderater Preis

Contra

  • Gehäuse fast komplett aus Kunststoff

Fazit

stereoplay Testurteil: gut (67 Punkte); Klang: Spitzenklasse (47 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut
Gut

Einhundertsiebzig Euro für einen ausgewachsenen Kopfhörer mit Bluetooth-Funktion, Freisprecheinrichtung, Touch- sowie Sprachsteuerung über Siri und OK Google, das ist eine Ansage! Und zugegeben, da kommt schonmal der Gedanke auf, dass es dann ja klanglich vermutlich nicht ganz so weit her ist mit einem solchen Gerät. Aber so viel vorweg: Genau das Gegenteil ist der Fall.

Familientreffen

Zur "Real"-Familie gehört eine ganze Reihe von Teufel-Kopfhörern, mit und ohne Bluetooth, mit und ohne Noise Cancelling, halb-offen oder geschlossen, aber immer: ohrumschließend. Diese Bauweise ist die am weitesten verbreitete. Nicht nur bei längeren Einsätzen ist sie die bequemste Variante, sie bietet auch am meisten Platz für Technik, also insbesondere für große Treiber. 

Linear-HD-Treiber meets akustische Abstimmplatte 

Der Kopfhörer setzt auf Teufels "Linear-HD-Treiber", die eine sehr leichte Membran haben und auf eine belüftete Rückraumkammer spielen. Dies soll Klirr reduzieren und für einen offenen, präzisen Klang sorgen. 

Um eine hohe Impulstreue zu ermöglichen, setzen die Entwickler auf verkupferte Aluminiumschwingspulen und eine "akustische Abstimmplatte", die hinter den Treibern sitzt und den Frequenzgang begradigen und somit für ausgewogenen Klang sorgen soll. Angetrieben werden die HD-Treiber von kräftigen Neodym-Magneten. 

Die Entwickler versprechen Verzerrungsfreiheit ebenso wie Präzision und "fette Bässe". Dass es sich hier um ein sehr modernes Produkt handelt, zeigt auch die Freisprecheinrichtung für kabelloses Telefonieren oder das tägliche Skypen mit der Oma, sowie die Touch-Steuerung: Das rechte Kopfhörergehäuse reagiert auf Wischbewegungen. 

Wischt man von unten nach oben, wird die Musik lauter, wischt man nach unten, leiser. Horizontale Bewegungen ersetzen Skip-Tasten und ein Druck auf die Mitte des Logos pausiert und startet die Stücke. Das alles funktionierte im Test vorbildlich. Der Teufel Real Blue zeigte mal wieder nachdrücklich, was für eine tolle Sache Bluetooth doch ist! 

Teufel Real Blu vorne Kopfhörer Noise Cancelling

© Teufel

Gut gepolstert: Kopfbügel und Gehäuse sind mit einem als "Proteinleder" bezeichneten Kunstleder bezogen. Das entpuppte sich im Test als sehr angenehm, weich und nicht zu warm.

Man fühlt sich ohne Kabel einfach freier und beweglicher. HiRes-Stücke in der Playlist des FiiO X3 Mk III übersprang der Player zwar, aber für die meisten Anwender dürfte die BT-Übertragung mit CD-Qualität wohl ausreichen. Wenn man schon so viel Technik in den Kopfhörer packt, warum dann nicht auch noch eine Noise-Cancelling-Funktion, könnte man fragen. 

Dafür gibt es zum einen den großen Bruder Real Blue NC und zum anderen schirmt das Gehäuse Außengeräusche auch ohne NC schon sehr gut ab. Und à propos Gehäuse: Hier zeigt sich dann auch, an welcher Stelle die Entwickler gespart haben. 

Äußerlich und haptisch ist der Real Blue nämlich nicht so wunderbar "fancy" wie der B&W PX​, sondern besteht fast komplett aus Kunststoff. Lediglich die Schienen in den Bügeln sind aus Alu, und die Kopf- und Ohrpolster sind natürlich auch nicht aus Kunststoff, sondern aus einem als "Proteinleder" bezeichneten angenehm weichen Kunstleder.

Some Song, some Mysterious Song 

Das sorgt aber natürlich auch dafür, dass das Gewicht niedrig bleibt. Mit seinen 250 Gramm ist der Teufel angenehm zu tragen, zudem ist der Anpressdruck sehr gut: Auch nach längerer Zeit wird der Kopfhörer nicht aufdringlich und dennoch sitzt er so fest, dass man vermutlich sogar mit ihm joggen gehen kann.

 Dass Teufel "fette Bässe" verspricht, lässt einen untenrum kräftig aufspielenden Kopfhörer erwarten. Und den bekommt man auch. Warm und voll klingt das Joni-Mitchell-Cover "Edith and The Kingpin" vom Herbie-Hancock-Album "River". Tina Turners Stimme wird in dem wunderbaren Stück aber nicht eingedickt. Und auch bei Teodross Averys swingendem und groovendem "My Generation" (von seinem gleichnamigen Album) mit seiner coolen Bassline stört die Bassbetonung nicht. 

Ja, der Real Blue klingt eher warm und kräftig. Diese Abstimmung dürfte aber viele Liebhaber finden, sorgt sie doch für eine Extraportion Spaß in Form von Druck und Schub (und ist in lauten Umgebungen zudem sinnvoll). Zu viel des Guten wurde es nur bei im Bass recht kräftigen Aufnahmen, wie etwa Magnus Öströms "Searching For Jupiter" oder Miles Davis’ "Bitches Brew".

Details präsentiert der Teufel nicht auf einem silbrig-glänzenden Tablett, er verschluckt sie aber auch keinesfalls. Sie sind eher unaufdringlich in den Gesamtklang eingebunden – auch das ist gut, wenn man über längere Zeit Musik hören möchte. Toll ist auch, wie dynamisch der Real Blue spielen kann, wenn die Aufnahme Dynamik hergibt. 

Teufel Real Blu Lautsprecher Kopfhörer Noise Cancelling

© Teufel

Das rechte Kopfhörergehäuse dient der Steuerung des Players durch Wischen (lauter/leiser und vor/zurück) und Antippen (starten/ pausieren). Das klappte im Test sehr zuverlässig.

Fazit: Ernster Musiker 

Unterm Strich eignet sich der Teufel wohl am besten für Pop-, Rock- und insbesondere Metal-Hörer, da gerade Alben dieser Genres von der Extraportion Bass profitieren können. Hier ist es also sinnvoll, die eigenen musikalischen Präferenzen zu prüfen, bevor man den Real Blue kauft.

 Andererseits macht es Teufel dem potenziellen Kunden aber einfach und gewährt eine Rückgabe innerhalb von acht Wochen. Lieferung und Rücksendung sind dabei kostenfrei. Man hat also nichts zu verlieren. Und wer weiß, vielleicht entpuppt sich der Real Blue als genau der Zweitkopfhörer für all jene, die ihre wertvollen High-End-Hörer nicht mit in die Bahn nehmen wollen. 

Und Dank einer großzügigen Akkuleistung können sie Musik per Bluetooth knapp 30 Stunden genießen. Damit sind sie selbst für extreme Verspätungen gewappnet. Auch wenn das in einer solchen Situation nur ein schwacher Trost wäre. Lange Rede kurzer Sinn: Wir sagen "Ja" zum Real Blue.

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