Testbericht

TomTom Rider

Es zuckt im Handgelenk, der Schaltfuss wippt schon ungeduldig: Mitten in der Motorrad-Saison gibt's von TomTom eine Neuauflage des Rider, die bikern beim Cruisen komfortabel den Weg weisen will.

  1. TomTom Rider
  2. Datenblatt
  3. Wertung
TomTom Rider

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TomTom Rider

Als passionierter Biker wartete der Verfasser dieser Zeilen besonders ungeduldig auf das Eintreffen des TomTom Rider. Denn Abenteuer hin oder her - wenn der Magen knurrt oder die Benzinnadel gen "E" wandert, muss schnell Abhilfe geschaffen werden. Und da Straßenkarten die unliebsame Eigenschaft besitzen, uns die Positionen von Gaststätten und Tankstellen nicht immer zu verraten, ist man mit einem Navi deutlich besser bedient.

Naviansagen bei schnellem Tempo schwer verständlich

Halterung

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Die Halterung des TomTom Rider ist sehr stabil. Die Bedienung gelingt auch mit Handschuhen gut.

Das Konzept des Rider ist so einfach wie konsequent: Man nehme einen TomTom Go, tausche das Gehäuse gegen eines der Marke "Ultra Robust" und lege der Verpackung eine stabile Halterung sowie ein Bluetooth-Headset für den Helm bei. Und das Rezept geht auf: Das Gehäuse ist wasserdicht und macht einen extrem stabilen Eindruck - dass wir keinen Unfall zum Testen seiner Widerstandsfähigkeit provoziert haben, nehmen Sie uns bitte nicht übel. Die Halterung ist binnen weniger Minuten am Lenker montiert und hält bombenfest. Mehr Aufwand braucht es für die Montage der Stromversorgung - da muss eventuell der Fachmann ran. Die Befestigung des Headsets ist ebenfalls etwas trickreich. Wichtig für die Audioqualität ist die Platzierung des Lautsprechers: Das etwa 2-Euro-Münzen große Teil wird per Klettverschuss im Helm befestigt und stört den Tragekomfort nicht. Trotzdem ist der Kopfhörer die Archillesferse des Systems. Bei schneller Fahrt und entsprechend hohen Windgeräuschen ist man versucht, die Lautstärke auf 100 Prozent zu drehen. Allerdings ist damit die Dynamik des Lautsprechers überfordert und aus "Bitte links abbiegen" wird ein akustischer Brei aus Vokalen. Bei einer Lautstärke von 85 Prozent und gemäßigtem Tempo, etwa in der Stadt, ist die Verständlichkeit ausreichend gut. Anders verhält es sich mit der Freisprechfunktion: Hier ist die Sprachqualität und Lautstärke in beide Richtungen überraschend gut. Ebenfalls positiv: Über das TomTom kann man auch mit Handschuhen eine Telefonnummer am Display wählen, einen Anruf annehmen, im Telefonbuch stöbern oder Sonderziele (Points of Interest, POIs) wie Restaurants oder Hotels direkt anrufen.

Übersichtliches Menü, schnelle Routenberechnung

Kartenansicht

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Bewährt: Die Kartenansicht des TomTom Rider ist vorbildlich übersichtlich. Der Balken am unteren Displayrand informiert über Zeit und Distanz zum Ziel, über die aktuelle Geschwindigkeit und den nächsten Abbiegepunkt.

Auf dem Display erkennt man bei direkter Sonneneinstrahlung leider kaum mehr etwas. Reitet man dem Sonnenuntergang entgegen, schaut's schon besser aus und die Ablesbarkeit gerät deutlich kontrastreicher. Während der Fahrt sind nur die Hauptfunktionien wie die Navigation zu vordefinierten Zielen, Routen oder POIs möglich - eine Route planen kann und sollte man nur im Stand, denn das Eingeben der Buchstaben gelingt mit Handschuhen nicht gut und lenkt auch zu sehr vom Verkehrsgeschehen ab. Über die Reiseroutenfunktion gibt man sämtliche Zwischenziele an, die man auf der Fahrt zum Endziel bereisen möchte. Eine komfortable Planung am heimischen PC ist mit der mitgelieferten TomTom-Software nicht möglich. Weiterer Wermutstropfen: Um den TomTom Rider auch mal im Auto benutzen zu können, muss man sich erst das 80 Euro teure Car-Mounting-Kit mit integriertem Lautsprecher anschaffen. Einen TMC-Empfänger kann man nicht nachrüsten, Verkehrsinfos holt sich der Rider über die meist kostenpflichtigen Plus-Services auf der TomTom-Homepage.

Der Rest ist bewährte Qualität

Hauptmenü

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Simpel: Im Stand bekommt man dieses Hauptmenü zu Gesicht. Zwar ist es umfangreich und erstreckt sich über drei Hauptseiten, trotzdem lässt es sich dank klarer Beschriftung und guter Illustrationen intuitiv bedienen.

Die Menüstruktur ist übersichtlich, gut bebildert wie beschriftet und kommt mit Tipps und Hilfen Einsteigern entgegen. Der 380-MHz-Prozessor hilft der Performance mächtig auf die Sprünge: Weder im Menü noch bei der Zieleingabe gibt es irgendwelche Verzögerungen, die Vorselektion der Orte wird blitzschnell  angezeigt. Als echter Sporttourer entpuppt sich der Rider in Sachen Routenberechnungsgeschwindigkeit: Die Strecke Stuttgart-Hamburg stand in sieben Sekunden - Respekt! Auch das Rerouting, also die Neuberechnung der Strecke nach Falschfahrten, liegt auf gutem Leistungsniveau.

Flüssige Kartendarstellung

Zieleingabe

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Handschuhfeind: Die Zieleingabe gelingt wegen der relativ kleinen Buchstabenfelder mit Handschuhen nicht gut - hier heißt es anhalten und die Fingerkuppen freilegen.

Natürlich musste sich der Rider auch auf der Navi-Teststrecke beweisen.  Und schlug sich gut: Die sehr flüssige und stets übersichtliche Kartendarstellung überzeugte. Und wenn sich der idyllischen Route durchs Land einmal eine Stadt in den Weg stellen sollte, kann man sicher sein, auf dem schnellsten Wege und ohne Umweg durch 30er Zonen hindurchgelotst zu werden. Dass man keine Abbiegung verpasst, garantiert die Sprachansage, die auf den Punkt mit ausführlichen Befehlen den Weg vorgibt. Schade ist, dass die Option "Schönste Route" fehlt und man nicht gleichzeitig "kürzeste Route" und "Autobahnen meiden" auswählen kann - das sind Vorgaben, die gerade auf dem Zweirad Sinn machen. TomTom-Plus-Services wie den Wetterdienst oder die Option "Buddies", die die Position der Biker-Kollegen ermittelt, falls sich die Kolonnenfahrer aus den Augen verloren haben, sind dafür interessante Möglichkeiten. 

Bleibt festzuhalten: Die bewährte TomTom-Technik funktioniert mit kleinen Abstrichen auch auf dem Motorrrad bestens und macht den neuen Rider zum optimalen Reisebegleiter.

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