Testbericht

TomTom One IQ-Routes Edition

Mit den Topmodellen Go 740 Live und Go 940 Live hat TomTom sei- ne IQ-Routes-Technologie auf die Straße gebracht. Dass diese Routen tatsächlich intelligent, sind, haben Tests inzwischen bewiesen (siehe naviconnect 01/2009). Jetzt bekommen auch die kleineren TomTömmer intelligente Routen verpasst: Auch das One (159 Euro, ohne TMC) gibt's nun als IQ-Routes Edition.

  1. TomTom One IQ-Routes Edition
  2. Datenblatt
  3. Wertung
TomTom One IQ-Routes Edition

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TomTom One IQ-Routes Edition

Was aber macht IQ-Routes so intelligent? In den vergangenen Jahren haben die auf unseren Straßen fahrenden TomTom-Navis aufgezeichnet, wie schnell sie zu welcher Tageszeit und an welchem Wochentag unterwegs waren. Und das für nahezu jede Straße hierzulande. Diese Daten wurden bei jeder Synchronisation anonymisiert gesammelt - das Ergebnis ist eine gigantische Datenbank.

Damit haben die niederländischen Lotsen eine gute Vorstellung davon, wo es sich zu welcher Uhrzeit nicht zu fahren lohnt, weil etwa die Hauptstraße mit Berufsverkehr verstopft ist. Auch der Faktor Ampelstopps ist weit besser einberechnet, da innerstädtische Ampel-Stop-and-go-Strecken nicht mit Tempo 50 gewertet werden, sondern mit dem tatsächlich realistischen Tempo.

Verbessertes Routing

TomTom One IQ-Routes Edition

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Sehr übersichtliches Menü: Nur hinter "Einstellungen ändern" tut sich ein Füllhorn an Optionen auf

Im Vergleich zum Vorgänger One ohne IQ-Routes zeigen die beiden neuen TomTom-Navis jetzt tatsächlich ein besseres Routing. Während man mit ihren Vorgängern schon mal durch eine 30er-Zone zuckelte, ist man mit den beiden Neuen meist auf empfehlenswerten Routen unterwegs.

Interessanterweise neigt IQ-Routes zu Schlenkern, die einem Ortskundigen nicht immer eingefallen wären. So wählten die Navis im Innenstadt-Test teils scheinbare Abwege, die sich dann meist als durchaus sinnvoll erwiesen.

So fragt man sich, warum man mit sei nem TomTom parallel zur Hauptstraße unterwegs ist. Die Antwort könnte sein: Weil dort weniger Ampeln stehen - 20 Sekunden gespart. So etwas summiert sich. Auf Hauptstraßen ist das Gefühl richtig zu sein, jedenfalls ausgeprägter. Dennoch und bei allem Gemoser im Detail: IQ-Routes wetzt die Routing-Scharte aus, die den kleinen TomToms anhing. 

Vieles richtig gut gemacht

Hat TomTom damit sein Ziel, richtig gute Navis zu bauen, auch in den unteren Preisklassen erreicht? Nur fast. Außer mit der nun guten Routenwahl glänzen die Niederländer weiterhin mit dem sehr flüssigen und gut bedienbaren Menü.

Bei den hier getesteten "kleinen" Navis ist das zudem sehr ubersichtlich, da es nicht allzu viele Funktionen auf erster Ebene gibt. Lediglich im Einstellungsmenü kann man sich einige Zeit tummeln. Dort findet man auch einen Button, um das schon überschaubare Menü um ein paar Einträge zu entschlacken.

Optisch alles wie gehabt

TomTom One IQ-Routes Edition

© Fotos: Hersteller

Wählt kluge Routen: das TomTom One IQ-Routes Edition

TomTom hat es nahezu geschafft, zum Synonym für mobile Navigationssysteme zu werden. Mit diesem Erfolg verbinden viele auch das typische TomTom-Design mit der blau-weißen Infoleiste. Die ist auch aller Ehren wert, da sie die wichtigen Informationen vorbildlich gut ablesbar anzeigt.

Die richtigen Spuren bei Autobahnausfahrten werden adrett mit grün blinkenden Pfeilen kenntlich gemacht, und wer schon einmal ein TomTom hatte, der kommt auch mit den neuen sofort zurecht.

Das bedeutet aber auch, dass die recht simple TomTom-Kartendarstellung unverändert geblieben ist. Auf ihr findet man sich zwar zurecht, aber allen voran Navigon zeigt, dass so etwas auch deutlich hübscher aussehen kann.

Baustelle Sprachausgabe

Ebenfalls seit langem eine Baustelle ist die Sprachausgabe der TomToms. "Im Kreisverkehr links abbiegen, links abbiegen" und Befehle wie "Fahren Sie rechts" sind zwar inhaltlich nachvollziehbar und weisen den Weg, aber nett und eloquent ist das nicht.

Vor allem im Direktvergleich mit dem ausneh mend höflich und wortgewandt moderierenden Navi RNS 310 im neuenVW Golf VI fällt dieses Manko auf. Der Zielführung an sich tut natürlich keinen Abbruch, da die Anssagen ja inhaltlich meist eindeutig sind.

Schon bei den Vorgängermodellen fiel auf, dass sich die Karte im Stand zu drehen anfing, beispielsweise an einer Ampel. Diese Unart besitzen auch unsere beiden Testkandidaten. Hinzu kommt beim One ein bei ungünstigen Bedingungen nicht immer zuverlässiger GPS-Empfang - inklusive des daraus resultierenden Verspringens in Nebenstraßen.

Die Fahrt durch längere Tunnel quittiert das neue One mit dem Abbruch der Navigation. Das ist zwar ehrlich, aber die Konkurrenz und auch TomTom im Go 940 zeigen, dass das nicht sein muss. 

Fazit: Wenn es ein günstiges TomTom sein soll, dann ist der One für 159 Euro erste Wahl. Er ist klein (3,5 Zoll), schick, leicht und für 20 Euro mehr sogar mit TMC-Empfänger zu haben.

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