Navigation und Infotainment

Toyota C-HR im Praxistest

Mit dem C-HR bringt Toyota ein cool designtes Crossover-Modell auf den Markt, das optisch und in puncto Antrieb aus der Masse herausstechen will. Was der flotte Feger sonst noch zu bieten hat, konnte connect bei der Präsentation in Madrid prüfen.

Toyota C-HR

© Toyota

In der schicken Zweifarb-Lackierung der Style-Ausstattung sieht der Toyota C-HR besonders cool aus. Ein bequemer Einstieg ist inklusive.

Pro

  • mutiges Design
  • hochwertiger Innenraum
  • großzügiger Kofferraum
  • modernes Infotainment mit großem Touchscreen
  • tolles Soundsystem

Contra

  • wenige Ablagen
  • winzige Fenster im Fond
  • hoher Preis für Hybrid-Version

Fazit

Motor: 3 Sterne; Fahrwerk: 4 Sterne; Fahrerassistenz: 4 Sterne; Infotainment: 4 Sterne
Gut

Der japanische Autoriese Toyota ist bis auf wenige Ausnahmen wie den Sportler GT86 nicht unbedingt dafür bekannt, besonders emotionale Autos auf die Straßen zu schicken. Während zuverlässige Technik und Sicherheit ganz oben im Lastenheft stehen, fällt die gefühlsbetonte Komponente oft sehr dürftig aus. Mit dem fünftürigen C-HR (Coupe High-Rider; ab 21.990 Euro) zeigt Toyota nun aber auch Ecken und Kanten – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die machen aus dem Karosseriekleid des 4,36 Meter langen Mix aus Kompakt-SUV und Coupe einen schnittigen Hingucker.

Die scharfe Optik gefällt innen wie außen

Der C-HR ist modern gezeichnet und dürfte in der anvisierten Zielgruppe der Großstädter und Trendsetter seine Käufer finden, zumal Toyota zahlreiche optionale Möglichkeiten für den individuellen Look des C-HR anbietet. Egal, ob knallige Farbelemente, Anbauteile im SUV-Look oder sportliche Schürzen, die Aufpreisliste bietet für jeden Geschmack interessante Optionen.

Dies gilt auch für den Innenraum, der alles andere als Langeweile verbreitet. So erwarten den C-HR-Fahrer nicht nur hochwertige Oberflächen, sondern auch optische Akzente. In den Ausstattungsvarianten „Style“ und „Lounge“ ist der Innenraum in auffallendem Violett-Blau oder elegant zurückhaltendem Braun-Mattsilber gestaltet, was eine schöne Alternative zu den oft tristen schwarzen und grauen Interieurs darstellt. Als eine Art Spange zieht sich ein entsprechendes Farbband von der Fahrertür über das Armaturenbrett bis hin zur Beifahrertür. Die Türverkleidungen wie auch die Sitzflächen sind mit einem Diamantmuster versehen. Beides steht dem C-HR unserer Meinung nach richtig gut zu Gesicht.

Toyota C-HR - Heck

© Toyota

Die Sicht nach hinten ist durch die kleinen Seiten- und Heckscheiben bescheiden. Da freut man sich über die Rückfahrkamera.

Hybrid-Antrieb und starke Assistenzsysteme

Wie bei Toyota fast schon üblich, ist auch der C-HR als umweltfreundliches Hybrid-Modell mit Frontantrieb erhältlich (ab 27.390 Euro). Die Technik stammt vom Prius und bietet eine Systemleistung aus Elektro- und Benzinmotor von 122 PS, die an ein stufenloses Automatikgetriebe weitergeleitet wird. Den Einstieg bildet ein 1,2 Liter großer Turbo-Benziner mit 112 PS und manuellem 6-Gang-Getriebe, der auch als Allradversion erhältlich ist (ab 27.690 Euro). Dank dem relativ niedrigen Gewicht von 1320 Kilogramm fällt auch der Benzindurst mit 5,9 bis 6,3 Litern recht verträglich aus. Die mindestens 1420 Kilogramm schwere Hybrid-Version soll sich sogar mit 3,9 Litern begnügen.

Auch die Sicherheitsausstattung sowie die Assistenzsysteme können sich sehen lassen. Frontkollisionswarner, Notbremsassistent samt autonomer Bremsfunktion sowie Fußgängererkennung gehören zum Serienumfang. Auch der im Test gut funktionierende Spurhalteassistent mit aktiver Lenkunterstützung ist von Haus aus implementiert. Optional oder je nach Ausstattung sind zudem ein Fernlichtassistent, eine Verkehrsschilderkennung, ein intelligenter Parkassistent sowie ein Toter-Winkel-Warner und Rückfahrassistent verfügbar.

Toyota C-HR - Details

© Toyota

Der moderne Innenraum gefällt ebenso wie die intuitive Bedienung. Den Look in Blau und Violett des Style-Modells muss man aber mögen.

Intuitives Infotainment mit 8-Zoll-Screen

Doch nicht nur bei der Optik setzt Toyota auf neue Ansätze, auch beim Thema Infotainment schlagen die Japaner beim C-HR neue Wege ein – womit wir zu dem für connect besonders interessanten Part kommen. So thront ab der Ausstattungslinie „Flow“ der 8 Zoll große Touchscreen des Infotainmentsystems „Toyota Touch“ im Zentrum des Innenraums und bringt dank Rückfahrkamera zusätzlichen Alltagskomfort mit. Für stabilen Empfang sorgt das Digitalradio DAB+. Durch den recht breiten Displayrahmen wirkt die Einheit allerdings recht wuchtig, wobei der Platz nicht verschwendet wird: Oft genutzte Softkeys, etwa für die Lautstärke, sind in der Umrandung platziert und lassen sich so schnell erreichen. Insgesamt ermöglicht die klare Logik eine intuitive Bedienung und auch der Ausstattungsumfang kann sich sehen lassen.

Zum Aufpreis von 790 Euro ist die Navigationsfunktion „Toyota Touch&Go“ mit Echtzeit-Verkehrsinformationen aus dem Hause Tomtom sowie einer praktischen Spuranzeige erhältlich. Kritik muss sich das System allerdings beim Timining der Navigationsansagen gefallen lassen, denn die kamen schlicht viel zu früh. Ein Update soll dieses Manko der Vorserienmodelle laut Toyota aber beheben.

Einen sehr guten Eindruck konnte auch das optionale Sound-System aus dem Hause JBL hinterlassen (790 Euro). Es besteht aus neun Lautsprechern: einem Drei-Wege-System im Frontbereich, einem Breitband-System in den hinteren Türen sowie einem Subwoofer im Seitenteil des Kofferraums. Angetrieben wird das Ganze von einem Achtkanal-Verstärker mit einer Gesamtleistung von 576 Watt. Mit seiner frischen und dynamischen Spielweise und seinem satten Bassfundament sorgte das JBL Premium-Sound-System für gute Laune und passt perfekt zu diesem Auto. Musikfans sollten hier definitiv zuschlagen.

Toyota C-HR - Innenraum

© Toyota

Über die Zusatzanzeige zwischen den Rundinstrumenten bietet der C-HR viele Infos (im Bild das Lounge-Modell mit Hybrid-Antrieb).

Stadtmobil mit knackigem Fahrwerk

connect konnte bei der Präsentation beide Motorisierungen des C-HR fahren. Hier wie da gehört der neue Toyota sicher nicht zu den Tempomachern, sondern eher zu den Cruisern und Gleitern – vor allem in der Hybrid-Version. Im abendlichen Stop-and-go-Verkehr von Madrid waren die stufenlose Automatik und der nahezu lautlose Vortrieb des Hybrid-Antriebs ein echter Segen. Auch auf der Landstraße und der Autobahn ist man mit dem C-HR entspannt unterwegs. Ab etwa 130 km/h gesellte sich zu den vermehrten Windgeräuschen allerdings ein deutlich vernehmbares Brummen der Vier-Zylinder-Motoren. Auf den kurvigen Landstraßen im Umland der spanischen Hauptstadt konnte sich das Fahrwerk des C-HR positiv in Szene setzen. Überraschend straff, aber weit entfernt von hart, nahmen wir mit dem C-HR auch enge Kehren zügig. In solchen ambitionierten Fahrsituationen hätte sich der Autor lediglich mehr Seitenhalt auf den bequemen Sitzen gewünscht.

Mit dem C-HR ist Toyota auf jeden Fall ein spannendes Crossover-Modell gelungen, das den aktuellen Zeitgeist trifft und sich vor allem im Großstadtdschungel wohlfühlt.

Toyota C -HR - Touch & Go

© Toyota

​Infotainment Toyota Touch&Go

Infotainment Toyota Touch&Go

Für den C-HR ist das Infotainmentsystem „Toyota Touch&Go“ mit einem zentral angeordneten 8-Zoll-Touchscreen erhältlich. Die moderne Navigation gefällt mit schöner Abbiegedarstellung inklusive Spuranzeige und Echtzeit-Navigation von Tomtom. Digitaler Radioempfang über DAB+ ist hier ebenso serienmäßig wie die Möglichkeit, das Smartphone über Bluetooth mit dem C-HR zu koppeln oder den Funktionsumfang mit Apps zu erweitern. Auch der Bordcomputer oder bei der Hybrid-Variante der Energiemonitor werden auf dem scharfen Display dargestellt.

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