Testbericht

Universalplayer Pioneer DV 600 AV

Trotz HD-Video entwickeln japanische Ingenieure die klassischen Player weiter. Pioneer bietet mit dem DV 600 AV für 200 Euro unglaublich preiswert einen grandios ausgestatteten Universalspieler mit angesagtem HDMI 1.3 an.

Pioneer DV 600 AV

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Pioneer DV 600 AV
Stereoplay-Leser erinnern sich gerne: 6/2006 überraschte Pioneer die HiFiisten mit dem DV 696 AV, der von SACD bis DVD-Audio alle gängigen Tonformate analog wiedergab und gerade mal 180 Euro kostete. Der brandneue DV 600 AV (200 Euro) ist ebenfalls ein Alleskönner - verspricht aber neben der Mehrkanal-Analogausgabe von SACD und DVD-A über das neue, vielzitierte Multimedia-Interface HDMI 1.3 auch die Übertragung unkomprimierter digitaler Hochbit-Daten von SACD und DVD-A zu entsprechenden Receivern. Damit sie die breitbandigen Morsezeichen vom Player verstehen, brauchen sie ein HDMI-Interface derselben Version 1.3. Und da kommen nur die aktuellen Mehrkanal-Receiver wie die in stereoplay 8/07 und 9/07 getesteten Pioneer VSX LX 50, Onkyo TX SR 805, Yamaha RX V 1800 sowie Denon AVR 4308 in Frage.

Aber klappt die digitale Übertragung wirklich? stereoplay verbandelte den Pioneer-Player mit dem Onkyo TX SR 805 und erlebte die erste Überraschung: Der Receiver wollte die highendigen Tonformate partout nur in Zweikanal ausgeben. Auf Seite 106 der HDMI-Spezifikationen fand sich ein erster Hinweis: Der Standard schreibt vor, dass breitbandige Tonformate nur zusammen mit breitbandigen Videosignalen übertragen werden. Der Scaler im Player muss das bei SACD nicht vorhandene Bild also mindestens auf 720p hochrechnen. Die zweite Ungereimtheit: Steht im Setup des Receivers "HDMI Audio out" auf "on", schleift er den Mehrkanalton (zum Beamer) durch und zweigt sich selber nur ein bescheidenes Stereosignal ab.

Sind diese Hürden genommen; und wird der Hinweis in der Pioneer-Bedienungsanleitung "eine Ausgabe von SACD oder DVD-Audio über den HDMI-Anschluss dieses Players ist nicht möglich" ignoriert, klappt die Digitalübertragung von DVD-A und SACD zwischen Player und Receiver problemlos. Der Spieler denkt sogar mit: Um Konflikte zwischen dem Lautsprechersetup des Receivers und seinem eigenen zu vermeiden, verwehrt er über HDMI den Zugriff auf seine Boxenkonfigurationsmöglichkeit. Beim SACD-Datentransfer lockt er sich immer auf die Mehrkanalspur ein; nur bei Analogton-Ausgabe lassen sich die zusätzlichen auf der SACD befindlichen Formate (CD-Spur, 2-Kanal-SACD) auswählen.

Downloader müssen sich MP3-, WMA-oder AAC-Dateien nicht erst umständlich auf CD brennen, um sie wiedergeben zu können. Der USB-Port auf der Spielerfront kommuniziert mit MP3-Playern und stellt von einem daran angeschlossenen Kartenleser auch Fotos zu den Videausgängen durch. Allerdings nur bis zu einer Auflösung von 3072 x 2048 Pixel. Der DV 600 ist also mit den ultrahoch aufgelösten Fotos heutiger Digitalkameras überfordert. Schade, denn zur Umwandlung der Videodaten zu analogen Bildsignalen hat er eine feine Halbleiterbestückung: Wie im Vorgänger rechnet ein Alleskönner-Prozessorchip die originäre DVD-Zeilenzahl auf bis zu 1080p um, verrechnet die auf DVD abgespeicherten Halbbilder zu Vollbild-Video und korrigiert auf Wunsch Schärfe, Helligkeit und Farbe, auch über HDMI. Am gestochen scharfen Bild gab es nichts zu mäkeln, auch Progressive-Scan-Umrechnungen gelangen dem Pioneer ohne sichtbare Fehler.

Pioneer DV 600 AV

© Julian Bauer

Der Pioneer DV 600 AV Universalplayer

Einen CD-Spieler kann der DV 600 AV aber nicht ersetzen, dafür klang er in Stereo etwas zu angestrengt und dünn. Dass er mehrkanalig über seine Dolby- und DTS-Einbaudecoder ebenfalls die Höhen etwas betonte, ist kein Beinbruch: Surrounder werden ihn sowieso digital mit dem Receiver verbandeln und ihm über kurz oder lang auch die SACD-Wandlung anvertrauen. Bis dahin dürfen sie die High-End-Tonformate vom Pioneer exzellent gewandelt genießen.

Pioneer DV 600 AV

HerstellerPioneer
Preis0.00 €
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