Testbericht

Universal-Player: Oppo BDP-93 NuForce Edition

Universalplayer von Oppo spielen Blu-ray Disc, SACD und Co. ab. Sie haben sich weltweit von Exoten-Geräten zu echten Geheimtipps entwickelt - auch unter den High-End-Herstellern. Mit dem BDP 93 NuForce-Edition (1200 Euro) betritt nun ein audiophil optimierter 3D-Player von Oppo in Deutschland die große Bühne. Hat er in Sachen Klang, Bild und Funktionen tatsächlich das Zeug zum Star?

  1. Universal-Player: Oppo BDP-93 NuForce Edition
  2. Datenblatt
Oppo BDP-93 NuForce Edition

© shutterstock/Alexey Lysenko, MPS

Oppo BDP-93 NuForce Edition

Zum Star-Rummel gehören nicht nur außergewöhnliche Leistungen, sondern auch eine gewisse Knappheit: Machen es ambitionierte Nachwuchskünstler ihrem Publikum zu leicht, verliert dieses schnell das Interesse. Nur wer es schafft, einen geheimnisvollen Kult um sich aufzubauen, dem jubelt die Masse dauerhaft zu.

Blu-ray-Player sind keine Rockstars, und der Markt der Unterhaltungselektronik lebt selten vom Star-Kult. Doch die Blu-ray-Universalplayer aus dem Hause Oppo erinnern schon ein bisschen an die Jagd nach Geheimtipps abseits des Mainstreams. Sie sind seit Jahren gefragt, obwohl es in Deutschland keinen offiziellen Vertrieb gibt.

Oppo BDP-93 NuForce Edition

© MPS

Schnitt-Stelle: Mit den beiden HDMI-Ausgängen lassen sich ein neuer 3D-TV und ein nicht 3D-fähiger AV-Verstärker parallel mit Bild und Ton beliefern. Der TV bekommt das 3D-Bild via HDMI 1.4, der Verstärker Dolby-TrueHD- und DTS-HD-Bitstreams via HDMI 1.3.

Der Distributor in Großbritannien verweist auf seiner Homepage auf einen einzigen Händler in Deutschland. Andererseits sind Oppo-Geräte in verschiedenen Versionen als OEM-Player von High-End-Anbietern zu haben. In den Blu-ray-Playern von Cambridge Audio dient Oppo-Technik als Basis, ebenso wie im Ayre DX 5.

Der US-Hersteller Nuforce macht erst gar kein Geheimnis aus der Herkunft seines Universal-Players - er trägt schlicht die Namens-Erweiterung "Nuforce Edition" zur Typenbezeichnung Oppo BDP-93. Er ist dennoch ein echter Nuforce mit eigenem Vertrieb und Service.

Oppo selbst möchte mit den Edel-Pendants nichts zu tun haben, wie der europäische Vertrieb AUDIO knapp mitteilte, als dieser Test angekündigt wurde. Ein Vergleichsgerät ohne Nuforce-Tuning wollte man indes aber auch nicht liefern.

Feine Unterschiede

Wie es sich für einen Hersteller mit audiophilem Anspruch gehört, legte Nuforce beim Tuning des BDP-93 Wert auf die Musikwiedergabe. Genauer: den analogen 7.1-Ausgang. Der wird im Testgerät über eine spezielle Nuforce-Platine beliefert. Sie trägt einen 192-KHz-Digital-Analog-Wandler von Cyrus Logic sowie diskrete, identisch aufgebaute Ausgangsstufen für alle acht unterstützte Kanäle.

Oppo BDP-93 NuForce Edition

© MPS

Nuforce-Tuning: Einzig die rote Audioplatine mit einem Achtkanal-Digital-Analogwandler vom Typ Cyrus Logic CS4382A, hochwertigen Kondensatoren und einem sehr aufgeräumten Schaltungsdesign unterscheidet die Nuforce Edition vom Oppo-Seriengerät.

Der Rest des Players - also Laufwerk, Steuerlogik und Video-Signalverarbeitung - sind mit dem Original-Oppo identisch. Das ist kein Fehler: Der Player startet schnell, liest Discs zügig ein, sein übersichtliches Menü reagiert flott auf Fernbedienungs-Befehle. Er spielt so ziemlich jedes gängige Audio- und Videoformat von sämtlichen Medien ab - also zum Beispiel MP4- und MOV-Videos, AAC- und FLAC-Musik sowie alle gängigen Fotoformate von sämtlichen Disc-Medien, von USB- und eSATA-Festplatte und via DLNA-Streaming über das Netzwerk.

Oppo BDP-93 NuForce Edition

© MPS

Die NuForce-Tuning-Platine

Mit Blu-ray Discs zeigte er ein absolut ruhiges, knackscharfes (3D-)Bild, DVDs skalierte er detailreich, wenn auch nicht immer mit absoluter Bildruhe ins HD-Format hoch. All das vollbrachte er mit einer vorbildlichen Ruhe: Weder Lüfterzirpen noch wirklich hörbare Laufwerksgeräusche störten die Performance im Testraum. Kein Wunder sind viele Film-Fans scharf auf die Oppos.

Universeller Klang

Doch uns interessierten in erster Linie die Audio-Qualitäten des Nuforce im Oppo-Kleid. Immerhin ersetzt er neben dem CD- und DVD- auch einen Mehrkanal-SACD-Spieler - und leistet so Ähnliches wie die Universalgeräte von Denon oder Marantz. Im Hörraum maß er sich deshalb mit dem Duo aus Denon DVD-A 1 UD und DBP-2012 und durfte im Wechsel mit dem SACD-Mehrkanalplayer Atoll SACD 200 musizieren.

Per 5.1-Cinchverbindung mit dem Rotel -AV-Receiver RSX 1560 verbunden, gab der Nuforce ein eindrucksvolles Debüt: Den traurigen Piano-Song "SoLo(w)" aus dem Album "Rain" (Rykodisc) von Joe Jackson intonierte er mit derart kräftigen, unverfälschten Anschlägen, dass es den Testern spontan die Armhärchen hochstellte.

Der große Denon legte zwar noch mehr Feinheit in Joe Jacksons fragil wirkende Stimme und interpretierte die Piano-Passagen etwas wärmer und vielfältiger. Der Auftritt des Nuforce wirkte dennoch authentisch - und dem des Atoll in jeder Hinsicht absolut ebenbürtig. Der kleine Denon klang indes einen Tick weicher und so auch weniger emotional als der Nuforce-Oppo.

Oppo BDP-93 NuForce Edition

© AUDIO

In der Fehlerkorrektur-Messung gab sich der BDP-93 Nuforce Edition vorbildlich: Auf CD- und DVD-Oberflächen korrigierte er die jeweils maximale Störkeil-Breite von drei und 4,5 Millimetern. Seine Rauschabstände für CD/SACD sind mit 91 und 89 Dezibel dagegen nur Durchschnitt. Dafür steht ein Ausgangswiderstand von einem Ohm und 2,1 Volt Ausgangsspannung für einen elektrisch unkomplizierten Analogausgang. Mit einem Jitter-Wert von 174 ps liegt er auf einem sehr guten Niveau.

Ähnlich der Hör-Eindruck mit Mehrkanalmusik von SACD: hier der unglaublich fein differenzierende Denon DVD-A 1 UD, dort der ebenfalls weiche und raumfüllende DBP-2012, der aber weniger Dynamik an den Tag legte. Und dazwischen mit viel Mut zum offensiven Klang der Oppo BDP-93 Nuforce Edition. Klavieranschläge im Chopin-Klavierkonzert No. 1 in E-Moll attackierte er raumgreifend, die Streichersätze legte er nicht wahnsinnig sachte, aber doch leicht darum herum.

Gegenüber dem großen Denon fiel allenfalls die etwas dunkler und enger wirkende Gesamtstimmung etwas ab. Verglichen mit dem Atoll, verschmolzen die Unterschiede in den Bereich von Geschmacksfragen: hier ein etwas seidigeres Timbre beim Atoll, dort ein Tick mehr Dynamik mit dem Nuforce - unterm Strich ein Patt auf hohem Niveau. Das erreichte der Oppo auch im Vergleich mit dem DBP-2012 bei HD-Filmton via HDMI.

Unterm Strich kann der Oppo so rundweg überzeugen - zumal er in den meisten Disziplinen deutlich universeller einsetzbar ist als sämtliche seiner Konkurrenten.

Fazit

Der Nuforce-Oppo ist ein Universalplayer im wahrsten Sinne: Er intoniert nicht nur SACDs feinsinnig via Analogausgang. Er holt auch MP4-Filme und andere Clips flugs vom DLNA-Server. Von BD-R oder eSATA-Festplatten ebenfalls.

NuForce Oppo BDP-93 NuForce Edition

HerstellerNuForce
Preis1200.00 €
Wertung102.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

T+A K8
Testbericht

T+A K8 heißt die komplexeste deutsche HiFi- und Heimkino-Komponente. Der Blu-ray-Receiver wartet mit gigantischer Ausstattung und innovativen…
Onkyo BD-SP 809
Testbericht

Der BD-SP 809-Player von Onkyo glänzt mit Haptik, nicht mit Ausstattung. Trotzdem hat er alles Interessante an Bord, spielt auch 3D-Blu-rays und…
Cambridge Azur 651 BD
Testbericht

Dem Cambridge Azur 651 BD (1000 Euro) fehlt gegenüber dem größeren Bruder 751 nur die komplexe Analogplatine. Ist der Kleine der…
Electrocompaniet EMP 2
Testbericht

Der EMP 2-Blu-ray-Spieler von Electrocompaniet überzeugt mit mollig warmem Klang und einer wahrlich üppigen Ausstattung.