Daten-Roaming

Uros Goodspeed im Test

Der Uros Goodspeed MiFi-Hotspot bietet Vielreisenden günstiges Datenroaming und damit überall Internet zu bezahlbaren Preisen. connect hat die clevere Kiste ausprobiert.

Uros Goodspeed

© Uros

Uros Goodspeed
Jetzt kaufen
EUR 100,00

Pro

  • cleveres Konzept
  • einfache Bedienung
  • je nach Nutzung und Reisehäufigkeit sehr hohes Sparpotenzial
  • breite und wachsende Unterstützung für viele Länder
  • übersichtliches Tarifmodell

Contra

  • Einbuchen ins Netz dauert manchmal recht lang
  • Akku nicht wechselbar
  • Akkulaufzeit nur etwa sechs Stunden
Vielversprechend

Daten-Roaming ist nach wie vor teuer. Eine günstige Alternative zu bieten, ist die Geschäftsidee der finnischen Firma Uros (Universal Roaming Solutions), die 2011 von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet wurde. Ihr Produkt heißt Goodspeed und ist seit Kurzem auch für deutsche Kunden erhältlich.

Goodspeed ist ein MiFi-Router - also ein portabler Wi-Fi-Hotspot, der die Internetverbindung seinerseits per Mobilfunk aufbaut.

Die Besonderheit: Wie auf dem Foto oben zu sehen ist, lassen sich bis zu zehn SIM-Karten einstecken. Davon sind bis zu neun Slots für ausländische Karten gedacht und der zehnte für eine optionale SIMKarte im Heimatland des Nutzers.

Je nach Zielland bucht sich Goodspeed dann in ein lokales Mobilfunknetz ein und vermeidet so die happigen Roaming-Aufschläge.

Uros Goodspeed

© Uros

Cockpit im Netz: Über das zur Box gehörige Benutzerkonto lassen sich die abonnierten Länder kontrollieren und nach Bedarf modifizieren

Das Gerät selbst hat in etwa das Format eines kompakten Smartphones, besitzt einen Einschalter auf der Rückseite und auf der Seite einen einzigen Bedienknopf zum Wechseln der Statusanzeige im schwarz-weißen OLED-Display.

Dort erscheinen Statusinfos sowie der WLAN-Schlüssel, mit dem sich Tablets, Notebooks oder Smartphones an dem von der Box erzeugten Hotspot anmelden lassen.

Bis zu sechs Clients können auf diese Weise gleichzeitig die von der Box bereitgestellte mobile Internetverbindung nutzen. Dabei unterstützt Goodspeed HSPA+ bis zu 21 Mbit/s im Downlink und 5,76 Mbit/s im Uplink. Das erzeugte WLAN funkt mit 802.11b, g und n.

Tagespauschalen statt Überraschungen

Die zweite Besonderheit des Angebots ist das Abrechnungsmodell: Uros überlässt es nicht seinen Kunden, die vor Ort erforderlichen SIM-Karten zu besorgen, sondern übernimmt dies selbst. Daher unterstützen einige der installierbaren SIM-Karten auch mehr als ein Land.

Im Programm hat Uros derzeit die meisten europäischen Länder, darunter auch osteuropäische wie Staaten, die aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgingen oder Belarus, Russland, China und die USA. Kanada, Taiwan, Singapur und weitere sollen demnächst folgen. Für nächstes Jahr sind viele Länder im mittleren Osten, Asien und Südamerika geplant. Der jeweils aktuelle Stand ist bei Usos einsehbar.

Seine Dienste bietet Uros zu pauschalen Tarifen an - siehe Tabelle. Im Tarif "Pro" zahlt man eine monatliche Grundgebühr von 9,90 Euro plus 5,90 Euro für jeden Tag, an dem die Datenverbindung tatsächlich im Ausland genutzt wird (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Dort stehen dann je nach Land entweder 500 MB oder 1 GB pro Tag zur Verfügung - hier finden sie die genauen Konditionen.

Neben dem Pro-Tarif gibt es Angebote für Gelegenheitsnutzer ("Lite") oder für Unternehmen ("Business").

Download: Tabelle

Die Preise sind nicht billig, aber im Vergleich zu den sonst anfallenden Roaming-Gebühren durchaus fair. Voraussetzung für die Nutzung ist die Goodspeed-Box, die einmalig 239 Euro kostet. Bei der Bestellung können die Käufer gleich die gewünschten Zielländer auswählen.

Pro benötigter SIM-Karte fällt zudem eine einmalige Gebühr von 5 bis 15 Euro an. Die Box wird mit installierten SIM-Karten geliefert - deren PINs kennt der Nutzer nicht, sodass er die Karten nicht außerhalb des MiFi- Hotspots einsetzen kann. Bei Bedarf lassen sich SIM-Karten auch nachbestellen und selbst in die Box einstecken. 

Uros Goodspeed Smartphone

© Uros

Lokale Statusinfos: Auf einer lokalen Website zeigt die Box ihren Status und den der installierten SIM-Karten an.

Bewährt im US-Praxistest

connect nutzte eine Reise zu einer Produktpräsentation nach New York, um Goodspeed auszuprobieren. Die Erfahrungen waren insgesamt sehr gut, auch wenn es im Detail noch Kritikpunkte gibt: Die Einbuchung ins US-Mobilnetz dauerte nach dem Aussteigen aus dem Flieger über eine Stunde.

Uros erklärte auf Nachfrage, dass dies in manchen Ländern bei der Erstanmeldung passieren kann, beim nächsten USA-Besuch soll es schneller gehen. Und wer sein Smartphone per Goodspeed online bringt, stößt bei rund sechs Stunden Laufzeit an Grenzen, zumal sich der Akku nicht wechseln lässt.

Zum Telefonieren und Simsen kann man Goodspeed konzeptbedingt nicht nutzen, wenn man von VoIP und Lösungen a la WhatsApp absieht. Insgesamt konnte Goodspeed aber voll überzeugen.

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