Android-TV-Box

VidOn Box im Test

Mit ihrer speziell für den Medienabruf entwickelten Software holt die VidOn Box alle denkbaren Videos übers Heimnetzwerk auf den Flat-TV - und noch viel mehr, dank Android-Betriebssystem und XBMC-Software. Wir haben die Android-TV-Box im Test.

VidOn-Box im Test

© VidOn

VidOn-Box im Test

Mehr oder weniger smarte Android-TV-Boxen gibt es viele, doch die VidOn Box des gleichnamigen chinesischen Herstellers bietet mehr als nur eine TV-Anpassung des Smartphone- und Tablet-Betriebssystems von Google. Das Kernstück des Gerätes, das seit Kurzem über verschiedene Onlinehändler für rund 90 Euro zu haben ist, heißt XBMC. Dahinter verbirgt sich eine Open-Source-Mediacenter-Software, die ursprünglich die Microsoft Xbox zum Mediacenter adelte - dafür steht auch das Kürzel.

Mittlerweile gibt es XBMC für alle Computertypen vom PC bis zum Rasberry Pi - und eben für Android. VidOn hat XBMC für seine Box angepasst und bietet sie damit als universelles Mediacenter an. Die Software ist allerdings kostenpflichtig: 15 Dollar kostet die Nutzung pro Jahr, das erste Jahr gibt's über einen Gutscheincode gratis.

Leistungsfähige Hardware

In der Box rechnet ein Cortex-A7-Quad-Core-Prozessor, der auf 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreift. Ein Grafikprozessor und 8 Gigabyte Speicher runden die Ausstattung ab. Einen Einschub für Speicherkarten sucht man vergeblich, dafür lassen sich per USB bis zu acht Peripheriegeräte anschließen - auch Festplatten.

VidOn-Box von hinten

© VidOn

Bild und Ton gelangen via HDMI-Kabel zum TV. Heimkinoreceiver beschickt die Box auch über den optischen Digitalausgang. Per USB lassen sich bis zu acht Geräte andocken, etwa Zusatzspeicher.

Damit ist die Box, die mit dem Android-System 4.2.2 läuft, gut bestückt. Die Hardware unterscheidet sich aber nicht groß von anderen Android-Boxen, die seit der Einführung des TV-Sticks Google Chromecast obendrein an Bedeutung verlieren. Das dürfte für die VidOn-Box nicht gelten, denn ihre Talente fangen dort an, wo Chromecast die Segel streicht. 

Im XBMC-Mediacenter holt sie alles auf den TV-Schirm, was Filmfans, Hobbyfotografen und Musiksammler in ihren digitalen Archiven lagern. Das Menü, das nach dem Hochfahren automatisch startet, ist nach diesen Kategorien gegliedert und sammelt alle Medieninhalte im Netzwerk.

Dabei fragt der Streaming-Client nicht nur handelsübliche DLNA- oder UPnP-Medienserver ab, wie es heute fast jeder DVD- oder Blu-ray-Player tut. Er greift auch direkt auf freigegebene Netzwerk-Laufwerke zu. Vorteil: Statt sich der Sortierung und Struktur des DLNA-Servers unterordnen zu müssen, kann man seine Daten so abrufen, wie sie auf der jeweiligen Festplatte lagern.

VidOn-Box Fernbedienung

© VidOn

Handlich: Die VidOn-Fernbedienung bietet zwischen dem Cursorkreuz und der Lautstärkewippe die drei typischen Android-Steuertasten.

Da es für Filmkopien im Gegensatz zur Musik keine automatisch generierten Sortierkriterien gibt, ist diese Methode hier praktisch. Der Abruf und das Streaming klappten im Test obendrein besonders schnell. Für Musik ist dagegen der DLNA-Zugriff erste Wahl. Hier hilft der Medienserver mit seiner Sortierung nach Album, Genre oder Interpret.

Spielt wirklich alle Formate

Erstklassige Talente bot die Box aber vor allem beim Videostreaming. Sie spielte im Praxistest schlichtweg alles, was der Medienserver auf Lager hatte - egal ob DVD- und Blu-ray-Kopien als ISO-Files, MKV-Videos mit allen möglichen Video- und Audiocodecs, TV-Mitschnitte von Diensten wie Save.tv oder von Receiver-Festplatten. Kurzum: Es gab keine Ausfälle.

Bemerkenswert: In den ISO-Dateien kopierter DVDs oder Blu-ray-Discs hangelte sich die Box schnell und ähnlich souverän wie ein Blu-ray-Player durch Haupt-, Audio- und Untertitelmenüs. Bei der Wiedergabe leitete sie neben den üblichen HD-Bildauflösungen auch hochauflösenden Heimkinoton in den Formaten Dolby True HD und DTS HD über die HDMI-Buchse an passende AV-Receiver weiter. Und schließlich ließen sich Videostreams mit laufendem Bild vor- oder zurückspulen - das ist beim Netzwerk- Streaming tatsächlich alles andere als selbstverständlich.

Neben den XBMC-Menüs bietet die TV-Box auch ein Android-Menü, das über die Home-Taste der Fernbedienung startet. Dort lassen sich Einstellungen vornehmen, aber auch Android-Apps aufrufen. Die Navigation im Play Store und in den meisten Apps klappte allerdings nicht per Fernbedienung, sondern nur über eine USB-Maus. Viele Apps liefen auf der Box zudem nicht richtig: Kommerzielle Onlinevideotheken wie Netflix oder Watchever etwa starten zwar, Videostreaming funktioniert aber nicht.

Direkter Abruf

© Hersteller

Direkter Abruf: Die VidOn Box findet alle Inhalte im Netzwerk. Dafür greift sie nicht nur auf Medienserver, sondern auch direkt auf freigegebene Ordner und Netzwerkfestplatten zu.

TV-Mediatheken dagegen ließen sich per Maus kontrollieren. Ihr Einsatz als Android-Apps ist allerdings meist nicht notwendig: Die XBMC-Menüs bieten neben dem Videostreaming im Heimnetzwerk auch eigene Apps für Video, Audio und Foto-Onlinedienste, die sich bequem per Fernbedienung in der XBMC-Menüstruktur befehligen lassen. Sofern die Bedienung funktioniert: Im Test gönnte sich die Box beim Navigieren und vor allem während des Videostreamings hin und wieder ein Päuschen, in dem sie nicht oder nur verzögert auf Befehle reagierte.

Fazit

Dennoch ist die VidOn Box ein echtes Highlight - sofern man sie nicht als Universal- Android-Box, sondern als reines Mediacenter betrachtet.

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