Testbericht

Vollverstärker Burmester 082

Burmesters neuester Verstärker-Streich 082 für 8000 Euro ist dem großen 032 zum Verwechseln ähnlich, kostet aber beinahe ein Drittel weniger. Wo ist der Haken?

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Vollverstärker Burmester 082

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Vollverstärker Burmester 082
Vollverstärker Burmester 082

© Julian Bauer

Die Bedienelektronik sitzt total abgeschirmt in dem Massiv-Alu-Erker (1) auf der Front. Selbst den Standby-Trafo (2) zeichnet Größe aus. Endstufen-Rückmeldungen an die Zentral-Logik laufen über Optokoppler (3).

Wie immer bei Verstärkern des Berliner Highenders macht schon die erste Begegnung mit dem neuen 082 Freude. Wer rasch mal auf die chromblitzenden Tasten drückt, vernimmt mit dem davon ausgelösten konzertanten Relaisklackern bereits so etwas wie Musik. Unter anderem gibt es hier ein Setup zu bestreiten, das sich aber schnell erledigt. Mit bis zu 9 Dezibel wird für jede einzelne Tonquelle eine angemessene Eingangsempfindlichkeit eingestellt. Mit "PA low" lässt sich darüber hinaus die Gesamtverstärkung reduzieren, sodass die mit einem Crystal-IC arbeitende Pegeldämpfung nicht allzu sehr eingreifen und damit gleichzeitig den Rauschabstand vermindern muss.

Aus der Perspektive des HiFiisten sieht der 082 auch hinten wie Weihnachten aus. Drei symmetrische Inputs (neben zwei Cinch-Eingängen) zwingen ihn geradezu, auch in Zuspieler zu investieren, die entsprechende Ausgänge besitzen, etwa die markengleichen CD-Spieler.

Den Vorteil, dass sich bei der Umspannung von zwei- auf einbeinige Signalführung gleichtaktige Störeinstreuungen aushebeln, löst Burmester schon in den Vorkreisen des 082 ein. Aber wer nimmt schon an, dass bei dem geschleckten Aufbau der folgenden Stufen, bei dem sich die Eingangs-, die Treiber- und die Endtransistoren auf gekühlten Temperaturinseln befinden, noch was anbrennen kann?

Vollverstärker Burmester 082

© Julian Bauer

Und so muss sich der Burmester-Fan eigenlich nur überlegen, ob er mit den messbaren Abstrichen gegenüber dem größeren 032 leben kann: 400 statt 650 Watt Belastbarkeit des Netz-Haupttrafos sowie 82_000 statt 97_400 Mikrofarad Stromspeicherkapazität, die viele Einzelelkos besonders induktionsarm-impulsflink einbringen.

Wahrscheinlich ja. Denn potenteste Netzteile sind ja nur die halbe Wahrheit: Die ganze zeigt sich im Hörraum. Und da schlug sich der 082 bravourös. Seine stupende Kraft war jederzeit spürbar; es drängte ihn förmlich, Pauken grollen und knallen zu lassen. Pegelgrenzen schien er nicht zu kennen: Je lauter, desto machtvoller ließ es der Berliner krachen. Der Supernait von Naim (9/07), alles andere als ein schlechter Verstärker (56 Punkte, 9/07) gab sich hier viel zaghafter, auch wenn er die Paukenfelle und -konturen etwas genauer nachzeichnete.

Vollverstärker Burmester 082

© Julian Bauer

Surround-In (4) akzeptiert Signale anderer Vorstufen, Pre-Outs (5) feuern Endver-stärker an. Remote-Verbund bei Burmester-Combos läuft via RS 232 oder USB-Link (6).

Von der klanglichen Tendenz her ist der 082 dem Naim gar nicht so fern. Beide neigen zu einem bodenständigen, nicht bis zum Letzten aufpolierten Klangbild. Die Referenz GamuT DI 150 (58 Punkte, 4/08) präsentierte dagegen Stimmen und Schlagwerk wie auf dem Silbertablett: knackig, relativ weit vorn und mit breiter Abbildung. Die Bühne des 082 (an den Referenzboxen Magico V 3 oder den Focal Diablo) war eher tief und glaubhaft hoch.

Überhaupt ist Ehrlichkeit die größte Zier des Burmesters. Wie selbstverständlich zelebrierte er "Letter By Letter" von Ayo ("Joyful", Polydor) ganz natürlich und mit genau dem richtigen Moll-Ton. Sängerin und Gitarre bildete er greifbar im sauber abgezirkelten Raum ab. Bei jeder Art Musik begeisterte die elegante Mühelosigkeit in Mitten und Höhen.

Und so kommen wir zurück zur Eingangsfrage nach dem Haken. Die Antwort ist: Wir haben keinen gefunden. 

Burmester 082

HerstellerBurmester
Preis7990.00 €
Wertung57.0 Punkte
Testverfahren1.0

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