Testbericht

Vollverstärker Creek Evo 2 IA

Um Randale zu erzeugen, taugt der Creek Evo 2 IA (785 Euro) nicht - wenn es aber darauf ankommt, für wenig Geld möglichst highendige Klänge zu kriegen ist er wohl unschlagbar.

  1. Vollverstärker Creek Evo 2 IA
  2. Datenblatt
Vollverstärker Creek Evo 2 IA

© Archiv

Vollverstärker Creek Evo 2 IA

Der flüchtige Blick durch die Kühlschlitze des Verstärkers führte zur kühlen Ernüchterung. Sapperlot, dort auf den Markierungskreisen mit den Lötringen mittendrin, da müssten doch Netzteilelkos stehen. Der genauere Vergleich mit dem Evo 1 vertieft das Dilemma. Der Umfang des Ringkerntrafo beträgt nur noch 11 statt 12 Zentimeter, statt eines Doppels richtet jetzt nur noch ein Dioden-Quartett gleich.  Für die Haupt-Stromspeicherung müssen statt acht jetzt tatsächlich vier Elkos mit einer Kapazität von je 4700 Mikrofarad reichen, wobei die Bestückung des Vorgängers zugegebener Maßen den Standard der Klasse weit übertraf.

Auf jeden Fall steht fest, dass die beiden an einem Vollalu-Kühlkörper montierten Transistorpärchen 2 SA 1492 und 2 SC 3856 statt Schlemmermenüs eher nur noch ihre Mahlzeit bekommen. Und so wandte sich schließlich ein beleidigter Blick den Eingangsstufen zu. Dass dort jetzt das Edel-IC für die Eingangspufferung (OPA 2604) sowie für die Pegelregelung (PGA 2311) nicht mehr auf Stecksockeln stehen, sondern eingelötet wurden, wird aber niemand als Nachteil begreifen. Ebenso, dass eine sich daran anschließende IC-Stufe ganz entfiel.

Vollverstärker Creek Evo 2 IA

© Julian Bauer

Kontaktstifte (1) nehmen optionale Phonoplatinen auf. Für Surround: per Relais anwählbarer Endstufen-Eingang (2).

"Ich habe die Verstärkung der verbleibenden Kreise entsprechend angehoben", heißt es in Michael Creeks Entwicklungsbericht. "Außerdem durfte auf diese Weise der Einsatz der Gegenkopplungs-Zwangskorrektur deutlich eingeschränkt werden". Wozu stereoplay gern ergänzt, dass solch eine Maßnahme - solange die Verzerrungen insgesamt nicht ausarten - zumeist zu einem harmonischeren Klirr- und Klangverhalten führt.

Die genaue Inspektion versöhnte dann immer mehr mit dem neuen Evo. Aha, hier konnten im Signalweg liegende, klangkritische Folienkondensatoren entfallen, an anderer Stelle setzt Creek zu Spannungsreinigungs-Zwecken statt Allerwelts- jetzt bessere Wimas ein. Schließlich nahm er für die Vorstufen-Stromspeicherung an Stelle japanischer nun Elkos der Firma Vishay / British Components (die hellblauen!) und mithin wirklich das Feinste vom Feinen.

Glich der Test des Players einem Durchmarsch, hakelte es bei dem neuen Creek-Amp erst einmal. Er tönte feingliedriger als der Elko-schwerere Ahn, aber auch zurückhaltender. Erst nach dem Austausch von im Prinzip sehr guten, aber offenbar nicht für kleinere Verstärker ausgelegten Lautprechertauen durch Normalkabel, insbesondere durch das sehr direkt klingende Teflon-Koax RG 393 (9/06), fetzte auch der Newcomer los.

Jetzt zeigte sich bei Vienna Dengs "Love Turns 40" besonders schön, dass Michael Creek Abstimm-Arbeit geleistet hat. Die Kontur des sich auftürmenden Intro-Basses erschien feiner gemasert, das bewusst angeregte zarte Mitschwingen der Piano-Saiten schimmerte intensiver. Dann stellte der neue Evo - während der Oldie unbekümmert-schlichter wirkte - die Sängerin mit Leib und Seele klarer abgesetzt, noch plastischer und lebendiger heraus.

Ein Punkte-Plus verhinderte dann allerdings Vincents SV 121 (10/05, 44 Punkte) mit allem ihm innewohnenden Nachdruck. Deswegen brauchte der neue Creek-Amp nicht bekümmert zu sein. Um Randale zu erzeugen, taugt er nicht - wenn es aber darauf ankommt, für wenig Geld möglichst highendige Klänge zu kriegen, dann bildet er zusammen mit seinem Evolution-2-CD-Geschwisterchen ein schlichtweg unschlagbares Gespann.

Creek Evolution 2 IA

HerstellerCreek
Preis785.00 €
Wertung43.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

image.jpg
Testbericht

Creeks "Evolution Integrated Amplifier" entstammt demselben Genpool wie der exzellente große Bruder "Destiny". Gibt es große klangliche…
Vollverstärker Creek Evolution 5350
Testbericht

Während sich der Vorgänger mit einer kniffligen Schaltung um Röhren-Ähnlichkeit bemühte, setzt der Creek Evolution 5350 (1350 Euro) auf ein…
image.jpg
Testbericht

Der Creek Evolution 5350 (1350 Euro) ist der Amp für Leute, denen der kleine Creek bei aller vornehmen Eleganz doch einfach zu leichtfüßig fürs…
Creek Evolution 50A
Vollverstärker

Ab Mitte Februar erfolgt die Auslieferung des neuen Vollverstärkers Creek Evolution 50A. Im Laufe des Jahres soll ein weiteres Modell der…
Creek Evolution 50 A
Vollverstärker

Die preisgünstigen Vollverstärker von Creek erfreuen sich größter Zuneigung. Kann da ein brandneuer Evolution 50 A für angenehme 845 Euro die…
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.