Testbericht

Vollverstärker Harman/Kardon HK 990

Kaum zu fassen, welche Menge Material Harman/Kardon in einen 1500-Euro-Verstärker packt. Dürfen wir auf entsprechend prallen Klang beim HK 990 hoffen?

  1. Vollverstärker Harman/Kardon HK 990
  2. Datenblatt
Vollverstärker Harman HK 990

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Vollverstärker Harman HK 990
Vollverstärker Harman HK 990

© Julian Bauer

Der HK 990 steuert zwei Subwoofer (1) an. "HRS-Link" (2) schickt Sychronimpulse zum Harman-Player HD 990 zurück. "Processor"-Buchsen (3) verbinden externe Vorstufen mit der Endstufe des Verstärkers.

Der HK 990 von Harman versetzt alle in Erstaunen - durchaus auch die digital gestimmte und auf AV-Anwendungen schielende Klientel. Extra für sie bringt der Stereo-Amp eine vollgepackte Platine mit A/D-, D/A-Wandlern sowie einem ausgewachsenen Prozessor mit. Diese nimmt sich über zwei koxiale und zwei optische Digital-Ins nicht nur der entsprechenden Quellen an. Bei Bedarf weist sie diese (und nach Konvertierung auch die analogen) dem Rechenzentrum zu, das ad eins nach dem Anschluss eines oder zweier Subwoofer ein Bassmanagement mit Übergangsfrequenzen zwischen 40 und 200 Hertz erlaubt. Nach der Raumeinmessung via Beipackmikrofon erledigt der HK 990 dieses gern automatisch, er bringt dann auch noch in Pegel, Frequenzgang und Laufzeit  Raumkorrekturen an. Je nach Bedarf knüpft er sich dabei nur den Tiefbass oder zusätzlich die Mitten oder auch den gesamten  Hörbereich vor.

Genauso willig schaltet er sich in eine vorhandene Surround-Anlage ein, um den Part der kraftvollen Zweikanal-Frontbeschallung zu übernehmen. Dazu besitzt er einen Endstufen-Direkteingang sowie zwei Subwoofer-Ins, damit er unter bequemer Umschaltung die Bass-Vorgaben des AV-Receivers durchreichen kann.

Vollverstärker Harman HK 990

© Julian Bauer

1) Für jeden Endstufen-Kanal steht ein eigenes Netzteil mit kernigen Trafos und jeweils vier Speicherelkos a 6800 Mikrofarad bereit. 2) An den beiden nur im Notfall zwangsventilierten Gigant-Kühlkörpern schwitzen insgesamt 20 stromkräftige Endtransistoren. 3) Auf der Digitalplatine befinden sich nicht nur A/D- und D/A-Wandler, sondern auch ein Bassmanagement-Großprozessor.

Letztlich nimmt der Harman aber nicht nur mit Komfort, sondern ganz anderen Werten für sich ein. Zum Beispiel mit dem wahrlich hammerhaften Doppelnetzteil und Endstufen, die nicht nur mit Größe beglücken: Der Schaltplan verrät, dass Harman - um das Ausmaß der kritischen Über-alles-Gegenkopplung  beschränken zu können - lieber auf viele einzelne lokale Korrekturen setzt.

Bei den Hörtests setzte sich der HK 990 weniger mit seiner minimal flau tönenden MM- und MC-Sektion als mit seinen symmetrischen Extra-Eingängen und entsprechenden Playern prächtigst in Szene.

Da mochte sich selbst ein Creek Destiny (2/06) noch so elegant und behende biegen und wenden, der Harman gab Bässen einfach noch mehr habhafte Struktur und Gestalt, den Abbildungen mehr Ordnung und den Höhen mehr selbstverständliches, nie zu aufgeregt-schärflich irisierendes Licht.

Mit diesen Eigenschaften wusste der Harman besonders Verstärker-Angst-CDs trefflich zu dienen. Herrlich, wie sich bei Tribands "So Together" die abartig prallen Bässe nach Lust und Laune ausdehnen und austoben durften, während Sandie Wollaschs Stimme - rosig, pausbäckig frech - davon völlig unbeschadet blieb.

Da bedeutete es keinen Beinbruch, dass es bei Cinch- und auch bei Digitalansteuerung nicht mehr gar so frisch und frei, sondern einen Hauch gedeckelter klang. So oder so handelt es sich beim Harman HK 990 um ein Highlight und ein Sonderangebot.

Harman / Kardon HK 990

HerstellerHarman / Kardon
Preis1500.00 €
Wertung51.0 Punkte
Testverfahren1.0

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