Testbericht

Vollverstärker Marantz PM 6002

400 Euro! Und trotzdem scheint dem Vollverstärker von Marantz nichts zu fehlen.

  1. Vollverstärker Marantz PM 6002
  2. Datenblatt
Marantz PM 6002

© Archiv

Marantz PM 6002

Da gibt es - auch bei teureren Amps längst nicht mehr selbstverständlich - einen Aufnahmewahlschalter, der unabhängig von der gehörten eine beliebige andere Quelle zu gleich zwei Recordern durchstellt. Oder eine praktische Loudness-Funktion, die beim Zurückdrehen der Lautstärke sukzessive die Bässe und Höhen etwas anhebt und damit auch beim Leisehören einen angenehm vollen Klangeindruck erzeugt. Und Tipper, die via Relais zwei Boxenpaare dazu anhalten, jeweils alleine oder gemeinsam aufzutreten.

Und schau einer an: A und B werden nicht an Plastikgemurkse angeschlossen, sondern an erwachsene Vollmetallklemmen. Auch Tonlieferanten dürfen nicht klagen, weil der Goldüberzug der Eingangsbuchsen ebenso vor Gammelkontakt schützt.

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© Julian Bauer

Das obere blaue Relais öffnet im Gefahrenfall den Ausgangskontakt, die unteren dienen der Boxenwahl.

Das laute "Oh la la" folgt dann aber erst nach dem Öffnen des Verstärkers: Der wuchtige, sechs Zentimeter hohe und elf Zentimeter breite Ringkern-Netztrafo sieht ganz und gar nicht nach den 2 x 45 Watt Ausgangsleistung aus, die Marantz angibt, sondern mindestens nach dem Doppelten. Das Gleiche gilt für die beiden Elna-Elko-Hauptstromspeicher mit je 10_000 Mikrofarad und ebenso für die zwei Mal zwei kernigen, von Sanken bezogenen Endtransistoren. Zu alledem finden sich erfreuliche Details wie die Ringkernspülchen in dem für Moving-Magnet-Tonabnehmer ausgelegten Phonoeingang. Im Gegensatz zu den üblichen Abblock-Kondensatoren wehren diese Hochfrequenz ab, ohne eine Höhenresonanz auszubilden und damit den Frequenzgang zu verbiegen.

Rund und lebendig: Prompt klang der Marantz auch mit LPs schon prächtig, um dann mit CDs noch zuzulegen. Sagenhaft flink, super klangfarbenreich, obenraus wunderbar leuchtend und funkelnd legte er sich frech mit größeren Verstärkern an. Sogar mit dem fast doppelt so teuren RA 06 (6/06, 42 Punkte) von Rotel, der ruhiger, aber auch einsilbiger wirkte und nur dank strammer marschierender Bässe aus der Gefahrenzone kam. Auf jeden Fall schaffte es der Marantz als erster 400-Euro-Verstärker der Galaxis, in die Spitzenklasse vorzudringen, wobei er nicht nur in Referenz-Playern, sondern schon im CD 6002 einen idealen Partner fand.

stereoplay Meinung

Selbstredend muss es beim Zusammenbau eines 400-Euro-Verstärkers flott zugehen. So wie sicher auch beim PM 6002. In den musikalischen Eigenschaften hat dieser trotzdem viel von den teureren Marantz-Amps geerbt, unter Umständen mehr als geplant!

Marantz PM 6002

HerstellerMarantz
Preis400.00 €
Wertung40.0 Punkte
Testverfahren1.0

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