Testbericht

Vollverstärker mit iPod-Dock: Peachtree iNova

"Zurück in die Zukunft" lautet das Motto beim Vollverstärker Peachtree iNova (1800 Euro), der auf smarte Weise Retro-Look mit Connectivity verbindet.

Peachtree iNova

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Peachtree iNova

Der Peachtree iNova hat unbestritten das Zeug zum Kultobjekt: Mit seinem Holzgehäuse im Softline-Look und einer sanft glimmenden Röhre im Schaufenster auf der Frontblende kommt er daher wie aus einem Raumschiff anno 1967. Hinter dem Flower-Power-Outfit steckt jedoch ein recht zukunftsorientiertes Ausstattungskonzept.

Peachtree iNova

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Bei Aktivierung erstrahlt die Vorstufenröhre in sanftem Blau - für den Kopfhörer-Ausgang ist sie hingegen permanent in Betrieb.

So bietet der Vollverstärker beispielsweise eine unauffällig in den Gehäusedeckel integrierte iPod- oder iPhone-Docking-Station; die trendigen Taschenspieler lassen sich sogar über die dem iNova mitgelieferte Fernbedienung steuern. Auf der Rückseite des Geräts findet sich obendrein ein USB-Eingang, über den es möglich ist, auf dem Computer gespeicherte Musikdateien einzuspielen.

Peachtree iNova

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Trotz seiner kompakten Abmessungen besitzt der iNova viele analoge und digitale Anschluss-Optionen, die ihn nicht nur als Verstärker-Zentrale für die Zweitanlage interessant machen.

Mit dieser Ausstattung kann der 1800 Euro teure Peachtree iNova beispielsweise als komplette Steuerzentrale einer schnuckeligen HiFi-Anlage im Arbeitszimmer fungieren - optisch passende Lautsprecherböxchen finden sich dazu ebenfalls im Peachtree-Geräte-Lineup. Allerdings mutet der iNova-Einsatz in dieser Umgebung schon fast snobistisch an - bietet er doch einiges an inneren Werten, die ihn als uneingeschränkt HiFi-taugliche Komponente auch fürs Wohnzimmer empfehlen.

Peachtree iNova

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Die D/A-Wandlerplatine ist mit dem edlen Sabre ES 9016 S von ESS bestückt (Bildmitte oben). Seine Stärken: hohe Dynamik und eigene Jitterkompensation.

Wenn man das Gehäuse öffnet, stellt sich echtes Retro-Feeling ein: Ähnlich wie bei Röhrenradios der 50er Jahre lässt sich das ultrastabile Stahlblechchassis nach Abschrauben der Gerätefüße aus dem Echtholzgehäuse schieben - beide sind von exzellenter Qualität, und zwar was die Materialien wie auch Verarbeitung und Finish angeht. Außergewöhnlich ebenso die recht aufwendige, sehr saubere Innenverkabelung. So ist der Begriff "Kleinod" für den iNova vollauf gerechtfertigt.

Koexistenz von Röhre und High-Tech-Chips

Peachtree iNova

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Pegelanstieg bei niederohmiger Last wg. negativem Ausgangswiderstand

Beim Technikrundgang im Innern offenbart der Peachtree eine pfiffige Mixtur aus klassischer Analog- und hochintegrierter Digitaltechnik. Im Wesentlichen setzt er dabei auf das Schaltungskonzept des in stereoplay 4/10 getesteten Peachtree iDecco: Auch der iNova versorgt die Lautsprecher über zwei mit separaten Leistungstransistoren aufgestockte Endstufen-Chips vom Typ TDA 7293, die von einer geregelten Stromversorgung gespeist werden.

Peachtree iNova

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Gleichmäßig verlaufende Klirrkomponenten, bei "Tube" dominiert k2; tadelloses Lastwechselverhalten

Durch einen größeren Ringkerntrafo macht der iNova allerdings deutlich mehr Power. Zudem verwendet er als D/A-Wandlerchip den noch hochwertigeren Sabre ES 9016 S von ESS, der dank eingebauter Jitter-Kompensation feinste Performance verspricht. Ein besserer USB-Streaming Controller (Tenor TE7022L) ermöglicht dem iNova zudem echten 24/96-Betrieb über die USB-Schnittstelle - der iDecco verarbeitet hier nur Signale bis 48 Kilohertz.

Im Hörtest zeigte sich der iNova als sehr angenehmer Musikant, der eher auf harmonische Klänge als auf größtmögliche Transparenz abzielt. Details verschluckte er aber beileibe nicht. Schön  locker, bewegt, angenehm fließend, zeichnete er ruhige musikalische Linien, statt wie wild den Instrumenten hinterherzuhecheln. Im Vergleich zum iDecco spielte er deutlich konturierter, farbenprächtiger, geordneter, spürbar dynamischer und mit größerer Autorität. Insgesamt bot er eine bewegtere Performance. Pianosaiten schwangen spürbarer aus, und auch feines Percussion-Gerassel schälte der iNova stärker heraus - das klang schon richtig nach Musik.

Da störte es auch nicht, dass der Marantz PM7004 noch eine Winzigkeit klarer und freier spielte. Zu Höchstform lief der  iNova auf, wenn er per USB mit 24/96-Kost versorgt wurde. Da ging dann echt die Post ab - so mit "The Chain" von Fleetwood Mac. Beim Hinzuschalten der Röhre rückte der iNova noch einen Tick näher an den Interpreten, ohne jedoch die Unmittelbarkeit des Marantz PM 7004 ganz zu erreichen. Dennoch stellte die Röhre in Sachen Leuchtkraft durchaus eine klangliche Bereicherung dar.

Peachtree iNova

HerstellerPeachtree
Preis1800.00 €

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